Stammzellen: Forscher züchtet Burger aus dem Reagenzglas

Künstlich hergestellte Nahrung könnte die Massentierhaltung bald überflüssig machen. Ein holländischer Forscher hat aus einer Nährlösung im Reagenzglas Fleisch künstlich hergestellt. Das zu Hackfleisch verarbeitete Produkt kann für eine Viertelmillion Euro verspeist werden.

Mark Post aus den Niederlanden ist Genforscher und hat im Labor den ersten künstlichen Burger hergestellt. In einer Nährlösung wurden winzige Stücke Fleisch herangezüchtet.  Für einen Burger benötigt man Milliarden von Zellen. Angefangen hat Post mit einem bestimmten Zelltypus aus dem Nacken einer Kuh. Allerdings hat sich der Forscher die Probe nicht vom lebendigen Tier geholt, sondern ist dafür zum Schlachter um die Ecke gegangen.

Post will mit diesem Experiment beweisen, dass es grundsätzlich möglich ist, Fleisch künstlich herzustellen. „Nun brauchen wir Sponsoren, um in dem Gebiet weiter arbeiten zu können“, sagte der Wissenschaftler der New York Times. Die von Post verwendeten Stammzellen können sich in Muskeln und organisches Gewebe weiterentwickeln.

Sein Burger besteht aus etwa 20.000 sehr dünnen Streifen des künstlich hergestellten Gewebes. Auf einer offiziellen Veranstaltung in London will Post sein Hackfleisch zu einem saftigen Burger braten und verspeisen. Inoffiziellen Geschmacksproben zufolge schmecke das Fleisch „ganz gut“. Bis es so weit war, musste der Forscher jedoch 250.000 Euro in sein Projekt investieren. Ein anonymer Spender kam ihm zuhilfe.

Eigenen Angaben zufolge sei das Fleisch gesünder und sicherer als herkömmlich hergestelltes Fleisch, das vom Schlachter stammt. „Die Leute müssen die Idee in den Köpfen erst verarbeiten“, sagte Post. Er hat Vertrauen in die neuen Möglichkeiten. Er will die Regale im Supermarkt mit dem künstlich kultivierten Fleisch füllen. Bis dahin sei es jedoch ein weiter weg. Mit seiner Entwicklung eines 3D-Bioprinters, der die Herstellung beschleunigen könnte, ist der erste Schritt in Richtung Industrialisierung des Kunstfleisches bereits getan.

Um ein saftiges Steak herstellen zu können, müsse er jedoch ein ganz neues „Netzwerk aus Kanälen herstellen“, die Blutgefäße müssen nämlich bei dieser Fleischsorte anders angeordnet sein und die Zellen mit Nährstoffen versorgen. Außerdem müsste man auch Fett kultivieren, was bei Prototyp-Burger noch nicht sein musste. „Dafür bräuchten wir Milliarden“, sagte Post.

Kommentare

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  1. Rumpelstilzchen sagt:

    Rupert Rauch!
    Monsanto lässt grüßen!! Dann kann sich nämlich wirklich niemand mehr selbst versorgen!! Hat das degenerierte Volk auch daran gedacht!!
    Unsere Nachkommen müssen uns sehr leid tun!!
    Denn die Samen von Getreide und Gemüse kontrolliert dann auch Monsanto!!

  2. Manoli sagt:

    @ladyhrvatska: Was ist wohl ekelhafter: Künstlich hergestelltes Fleisch oder tote Tiere, denen zuvor oftmals noch lebend in den Schlachthöfen die Gliedmaßen abgeschnitten wurden? Die nie die Sonne gesehen haben, mit Antibiotika vollgestopft und bei vollem Bewusstsein kastriert wurden und während ihres kurzen Lebens zwischen den Kadavern ihrer Artgenossen die Ammoniakgase ihrer eigenen Exkremente einatmen mussten? Hast Du Dir darüber schon mal Gedanken gemacht? Natürlich ist Fleisch ja schon lange nicht mehr!!! DAS ist ekelhaft!!!

  3. ladyhrvatska sagt:

    Einfach nur ekelhaft!
    Ich werde es bestimmt nicht kaufen bzw.essen

  4. Tuse sagt:

    Ist doch cool. Das löst sämtliche Probleme. Es macht mir nur Angst, was man so noch alles machen könnte…

  5. Rupert Rauch sagt:

    Ich halte das für eine gute Idee und würde das auch selbst kaufen. Ich habe durchaus Probleme mit dem Töten von Tieren oberhalb einer gewissen Intelligenzschwelle.

    Schweine gelten z.B. als intelligenter als Hunde und Pferde:
    http://www.wissen.lauftext.de/die-natur/saugetiere/
    Trotzdem essen sie fast alle.

    Und was ist die Rechtfertigung? Sie schmecken so gut? Wir machen das schon immer? Alles nicht überzeugend. Da ich trotzdem hin und wieder gern Fleisch esse, ist Kunstfleisch, bei dem man den Unterschied nicht schmeckt und bei dem (im Ggs. zu Tofu und Co) nicht massenweise Aromastoffe nötig sind, einfach perfekt.

    Darüber hinaus sinkt der Flächenverbrauch und die Umweltbedingungen sowie die Fleischzusammensetzung sind besser kontrollierbar. Und wenn der Preis auch noch passt: wunderbar.

    Ich wette in einigen Jahrzehnten ekeln sich die Leute vor echtem Tot-Fleisch 🙂

  6. Antonietta sagt:

    Vegetarier leben gesünder. Denn Fleischverzehr fördert das Risiko von Herzinfakten, Blinddarmentzündungen, Bluthochdruck, Osteoporose, Arthritis, Magengeschwüren, Nierensteinen, Diabetes und Krebs!

  7. Wolfberg sagt:

    Blerg… schon bei dem Gedanken wird mir speiübel. 🙁

  8. honolulu500 sagt:

    WER will denn das fressen??? Aber die heutige Fleischindustrie sieht real unter dem Reagenzglas ohnehin nicht besser aus! Ausgehungert werden sollen 60% der Weltbevölkerung bis 2030 auch in Europa Slums vorherrschend sind. Das ist ein Teilweg neben Monsanto dazu.