Lobby-Erfolg: Bundestag beschließt neues Energie-Gesetz

Die RWE-Lobby hat in Berlin ein neues Gesetz auf die Reihe gebracht, das den Kohlekraftwerken von RWE sehr entgegenkommt. Die Regierung Merkel hat in der Energiepolitik zwischen Diktatur (Atomausstieg), Ideologie (Erneuerbare) und Pleitestaat (kein Smart-Grid) laviert. Viel schlechter geht es nicht.

Das Energieeinsparungsgesetz wurde am Freitag vom Bundestag verabschiedet. Die Parlamentarier stimmten somit für den Entwurf der Energieeinsparverordnung (EnEV), der es den Eigentümern von Immobilien weiterhin erlaubt, verschwenderische Nachtspeicherheizungen zu verwenden, ohne die Effizienzkriterien zu erhöhen. Das spielt den Energiekonzernen wie RWE in die Hände, da somit die Auslastung der Kohlekraftwerke weiterhin sichergestellt bleibt.

Umweltschützer, wie Cornelia Ziem, Leiterin Klimaschutz und Energiewende der Deutschen Umwelthilfe (DUH) schlagen Alarm:

Wir fordern den Bundestag auf, diesem Lobbycoup nicht zu folgen und der virtuosen Uminterpretation der vorsintflutlichen Heiztechnik zu einem virtuellen Element der Energiewende nicht auf den Leim zu gehen. Nachtspeicherheizungen wurden in Deutschland in den sechziger und Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts eingeführt, um überschüssigen Atom- und Braunkohlestrom zu verheizen. Auch in Zukunft würden sie wohl eher zu einer höheren Auslastung klimaschädlicher RWE-Braunkohlekraftwerke im Winter dienen.

Ein RWE-Sprecher hatte zuvor anlässlich einer Anhörung zur (EnEV) gesagt, Nachtspeicherheizungen seien Mikro-Speicher „zur besseren Integration von fluktuierendem Strom aus regenerativen Energien“. Im Winter verbrauchen Nachtspeicherheizungen jedoch sehr viel Strom und können zu einer Zusatzbelastung für das Stromnetz werden. Schätzungen des DUH zufolge verschwenden die 1,6 Millionen Nachtspeicherheizungen in Deutschland zwei bis drei Prozent des nationalen Strombedarfs.

Die Behauptung von RWE, man benötige die Nachtspeicherheizungen, um überschüssige Windenergie im Stromnetz aufnehmen zu können, hat mit der Realität nichts zu tun: Wegen der chaotischen Energie-Wende gibt es gar nicht genügend Windparks, die diesen Strom produzieren können. Wie das Handelsblatt berichtet, gibt es derzeit an Nord- und Ostsee drei Mal mehr Anschlusskapazitäten, als es Windparks gibt. Der Ausbau der Windkraft hinke dem Zeitplan hinterher.

Auch in Österreich herrscht das Chaos bei den Stromnetzbetreibern. Anfang Mai hätte es aufgrund einer mysteriösen Datenflut fast einen Stromausfall gegeben, der das Potenzial hatte, ganz Europa in Mitleidenschaft zu ziehen. Aufgrund der internationalen Verflechtung der Stromnetze können plötzlich auftretende Stromspitzen nicht mehr nur von einem Land alleine ausgeglichen werden: Die Komplexitätssteigerung in der Energieversorgung, sei mit den bisher üblichen Steuermöglichkeiten nicht mehr beherrschbar, sagte Sicherheitsexperte Herbert Saurugg in einem Bericht des ORF.

Der Beschluss der EnEV kann daher als ein Rückschritt in dem Vorhaben gewertet werden, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Die Gebäude tragen rund 40 Prozent zum nationalen Energieverbrauch bei. Etwa ein Drittel der Co2-Emissionen kommt aus Gebäuden. Durch die Weiternutzung der Nachtspeicherheizung werden sich diese Werte nicht verbessern.

Der Vorfall zeigt, dass eine kopflose Energiepolitik nur zum Chaos führen kann: Der Ausstieg aus der Atomkraft erfolgte ohne jedes Konzept. Die Erneuerbaren erweisen sich als nicht finanzierbar. Die RWE-Lobby hat in diesem Szenario leichtes Spiel, weil in der Bundesregierung ohnehin keiner mehr weiß, wie es mit der Energie-Politik weitergehen soll.

Das größte Problem ist jedoch der Schuldenstaat: Für alle Experten steht fest, dass das Wichtigste für eine moderne Energiepolitik ein gutes Netz, ein sogenannter Smart-Grid, wäre. Dafür fehlt jedoch das Geld – unter anderem, weil die Bundesregierung ungewöhnliche viele Skandale bei Großprojekten zu verantworten hat: Stuttgart 21, Elbphilharmonie, Berliner Flughafen und nun das Drohnen-Desaster.

Mit den verbrannten Milliarden hätte man den Ausbau des Strom-Netzes vorantreiben können.

So aber steht die Regierung vor einem Scherbenhaufen und wirkt fast dankbar, ein Gesetz beschließen zu dürfen, über das sich wenigstens die Lobbyisten-Truppe von RWE freut.

Kommentare

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  1. paddelbootheizer sagt:

    Welch Geistes Kind hat denn diesen unsinnigen Beitrag geschrieben? Dieser Beitrag strotzt nur so von völliger Unkenntnis der energietechnischen Zusammenhänge!
    Bevor man solch ein komplexes Thema kommentiert sollte man sich vorher erstmal
    zumindest über die einfachsten Zusammenhäge informieren! Bevor man wegen Netzüberlastung Windräder und Solarzellen abschaltet, macht es durchaus Sinn diese überschüssige Energie für einen attraktiven Preis in Nachtstromanlagen zu speichern.
    Diese Nachtspeicheröfen wirken quasi wie ein Pufferspeicher. Diese Zusammenhänge
    haben schlaue Menschen schon lange begriffen, die Ökofaschisten haben damit aber offensichtlich ein Problem. Die konventionellen Kraftwerke müssen immer noch die komplette Stromversorgung Deutschlands aufrecht erhalten, da es dummerweise abends dunkel wird und auch der Wind nicht auf Befehl bläst…. Die Energiewende ist der größte Humbug des Jahrunderts !!! Dies zu begreifen erforderd jedoch ein wenig
    Allgemeinbildung, da fehlt es offensichtlich bei vielen!

    Viele Grüße
    Paddel

  2. paddelbootheizer sagt:

    Welch Geistes Kind hat denn diesen unsinnigen Beitrag geschrieben? Dieser Beitrag strotzt nur so von völliger Unkenntnis der energietechnischen Zusammenhänge!
    Bevor man solch ein komplexes Thema kommentiert sollte man sich vorher erstmal
    zumindest über die einfachsten Zusammenhäge informieren! Bevor man wegen Netzüberlastung Windräder und Solarzellen abschaltet, macht es durchaus Sinn diese überschüssige Energie für einen attraktiven Preis in Nachtstromanlagen zu speichern.
    Diese Nachtspeicheröfen wirken quasi wie ein Pufferspeicher. Diese Zusammenhänge
    haben schlaue Menschen schon lange begriffen, die Ökpfaschisten haben damit aber offensichtlich ein Problem. Die konventinellen Kraftwerke müssen immer noch die komplette Stromversorgung Deutschlands aufrecht erhalten, da es dummerweise abends dunkel wird und auch der Wind nicht auf Befehl bläst…. Die Energiewende ist der größte Humbug des Jahrunderts !!! Dies zu begreifen erforderd jedoch ein wenig
    Allgemeinbildung, da fehlt es offensichtlich bei vielen!

    Viele Grüße
    Paddel

  3. Eulenspiegel sagt:

    Das Stromnetz muß auf jeden Fall ausgebaut werden, und zwar mit einem europaweiten leistungsfähigen Backbone!

    Dann kann man auch mal in Griechenland / Portugal ein paar größere Solarparks hinstellen, die Schweiz kann ihre Pumpspeicher bauen die sie schon angeboten haben und im Notfall pumpen wir mal lausitzischen Braunkohlestrom nach Frankreich wenn deren Atommühlen im Winter mal wieder nicht ausreichen wie im Winter 2011/12.

    Wenn ich gucke wie wenig Windräder auf der Ostseite von Dänemark stehen, obwohl dort die Bäume vor lauter Wind schräg wachsen, ist das einfach eine Schande. Da fehlt eine dicke Strippe.

  4. J.J.Rousseau sagt:

    „Die Komplexitätssteigerung in der Energieversorgung, sei mit den bisher üblichen Steuermöglichkeiten nicht mehr beherrschbar“ Das wissen wir schon lange. Von daher ist es gut, wenn es auch hier (nicht nur bei den Bankstern) zum Zerfall kommt. Das könnte dann für ganz Europa KLICK und aus von Strom bedeuten. Den Parasiten der Konzerne ist das egal – denn sterben werden bei einem globalen Stromausfall schnell 100000tausende Menschen. Erbarmen fragen Sie? Wer sich täglich durch die Konzerns und Verblödungsmedien das Hirn waschen lässt, braucht kein Erbarmen. Tesla hat vor über 100 Jahren die Wegen für Energie für alle aufgezeigt. Nur die Hirngewaschenen Menschen wollen es nicht, bis heute. PS. Parasiten gehen mit dem Wirt unter.

  5. Paul Nachmann sagt:

    ich wusste nicht, dass wirklich solch vorsintflutliche Nachtspeicherheizungen noch in Betrieb sind…..
    ;-0