Bundesregierung fördert Lebensmittel-Forschung

Die Agrochemie-Industrie verspricht die Ernährung der Menschheit durch Ertragssteigerungen bei Getreide. Die Bundesregierung unterstützt die globalen Lebensmittel-Konzerne mit Forschungsgeldern. Der deutsche Steuerzahler zahlt also selbst dafür, dass er eines Tages nur noch essen darf, was einige wenige Konzerne ihm vorsetzen.

Vor zwei Jahren haben die Industrie- und Schwellenländer ihre „Wheat Initiative“ gestartet. Ziel ist die Erforschung ertragssteigernder Weizen-Sorten. Dabei geht es aber nur auf den ersten Blick um die Lösung der globalen Ernährungsprobleme. Neben den nationalen Ministerien sind nämlich auch die Saatgut-Konzerne beteiligt, darunter Monsanto, Syngenta, Dow und Limagrain. Nun wurde in Paris die „internationale Vision“ der Gruppe vorgestellt.

Ihr Hauptargument für die Genforschung: Die Weizenerträge müssten dringend steigen, um die wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können. Das verlange nach einer „globalen strategischen Agenda“ und die Schaffung von Anreizen für Investitionen.

Die Privatwirtschaft soll über Partnerschaften eingebunden werden, berichtet der Informationsdienst Gentechnik. Die fünf beteiligten Firmen sind die größten Saatgut-Hersteller der Welt. Neben den US-Unternehmen Monsanto und Dow sind das die Schweizer Syngenta, Limagrain aus Frankreich und die KWS aus Deutschland. Nach Berechnungen der ETC kontrollieren allein diese fünf Konzerne zusammen 62 Prozent des kommerziellen Saatgut-Marktes der Welt. Marktanteile und Profite steigen, vor allem Monsanto profitiert von den engen Beziehungen zur Politik.

Aber auch in Deutschland profitieren die Konzerne von ihrem engmaschigen Lobby-Geflecht. Hierzulande werden die Aktivitäten der Lebensmittel-Konzerne sogar vom Steuerzahler finanziert. Und dies geschieht über den vermeintlich unverdächtigen Weg der Forschungs-Förderung.

Denn es fließen deutsche Steuermillionen in die Weizen-Initiative. Das Forschungsministerium unterstützt die Suche nach bestimmten Genen im Weizen mit 700.000 Euro. Das Leibnitz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben und die ebenfalls dort ansäßige TraitGenetics GmbH koordinieren die Forschungsarbeiten. Beteiligt sind aber auch die Gentechnik-Konzerne KWS und Syngenta.

Ein weiteres Forschungsprojekt der IPK förderte die Bundesregierung sogar mit 2,4 Millionen Euro. Die Genmanipulationen sollten dabei zu pilzresistenten Weizenpflanzen führen. In diesem Fall ist neben der KWS auch die ebenfalls in Deutschland sitzende Bayer Cropscience eingebunden. Die Unternehmen haben sich auf raffinierte Weise in der Forschungsarbeit unentbehrlich gemacht: Mit Patenten schützen sie nicht nur ihre Produkte sondern auch die zugrundeliegenden Methoden. Bayer CropScience etwa hält die Rechte am biotechnologischen Verfahren bei dem IPK-Projekt.

Schon die Grundannahme der Weizen-Initiative ist vor allem auf die Öffentlichkeitsarbeit der Gentechnik-Konzerne zurückzuführen. Um die Weltbevölkerung in Zukunft ernähren zu können, sei bis Mitte des Jahrhunderts eine Ertragssteigerung um 60 Prozent nötig. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen hat allerdings letztes Jahr Zahlen vorgelegt, wonach der Kalorienbedarf aller Menschen rein rechnerisch längst gedeckt werden könnte. Ein großer Teil der Ernten wird allerdings als Tierfutter verwendet. An diesem genetisch veränderten Mais und Soja verdienen die Konzerne prächtig.

Zu einer höheren Ernährungssicherheit wird die „Wheat Initiative“ daher nicht beitragen. Dafür der deutsche Steuerzahler zu einer höheren Gewinnsicherheit von Monsanto und Co.

Kommentare

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  1. André sagt:

    Na dann hat ja MONSANTO „unsere Bundesregierung“ richtig gutes teueres Wasser springen lassen um diese Gelder zu bekommen….Und wieder ein Land das unter einer Geldelite-Firma unter Kontrolle steht

  2. Pierre Franssen sagt:

    Unsere Kleinkinder werden mit Soylents aufwachsen…. bunt gefärbten Ersatznahrungsmitteln in den farben Rot und Gr………!
    http://www.single-generation.de/film_tv/kino_soylent_green.htm

  3. Ariovist sagt:

    „Ertragssteigerung“ ist nur ein Vorwand! Es geht um die Patente an Lebensmitteln und damit um die Erschließung einer weiteren „Finanzquelle“, um uns auszusaugen! Die Herrschaft über die Weltfinanz und die „CO2-Emissionen“ genügt den „Welteliten“ offenbar noch nicht! Dazu habe ich diesen beitrag gefunden:
    „Monsanto und andere überziehen die Welt mit genmanipulierten Pflanzen. dazu wird das Saatgut in absehbarer Zeit mit dem Terminator-Gen ausgestattet, kann also nicht mehr für Aussaaten verwendet werden. Man muss bei Monsanto das Saatgut kaufen. In einigen Fällen wurde bereits nachgewiesen, dass sich durch die Verfütterung genmanipulierten Futters bei Versuchstieren Krankheiten bildeten. Da die Verbreitung dieser manipulierten Pflanzen mit massivem Druck von Regierungen, allen voran den USA, Mexiko und Kanada, zusätzlich mit Druck durch die WTO, den IWF und die Weltbank weltweit vorangetrieben wird (inzwischen auch in Europa), kann erwartet werden, dass in absehbarer Zeit Weizen, Reis, Mais, Raps und Soja nur noch mit genmanipulierter Herkunft zu erhalten ist. Durch die Patente und Lizenzbedingungen wäre dann dieser Anbau in totaler Abhängigkeit von der Fa. Monsanto und den wenigen anderen Pharma-Riesen, die sich damit nicht nur eine goldene Nase verdienen, sondern ein ungeahntes Machtmonopol erhalten. Sie kontrollieren dann die Produktion der Grundnahrungsmittel und wer nicht zahlen kann, verhungert eben. Damit wäre der Traum von Kissinger in seinem Papier NSSM 200 erfüllt. 3 bis 5 Konzerne bestimmen, wer leben darf und wer nicht. ( von Gert Flegelskamp)“

    Dazu empfehle ich das Buch „Saat der Zerstörung“!
    Unsere Politiker hängen allesamt am „Futtertropf“ der Euroliten und können die Interessen ihres Volkes nicht mehr vertreten, selbst wenn sie es wollten! Demokratien haben den grundlegenden Nachteil, dass man von „Außen“ leicht hineinregieren kann (Fraktionszwang). Das ist ja auch der Grund, warum die USA alle Völker mit Demokratien und Menschenrechten „zwangsbeglücken“ will – notfalls immer mit Gewalt! Europa wird bald zu einem Bundesstaat der USA!

  4. Hülsensack sagt:

    „Der deutsche Steuerzahler zahlt also selbst dafür, dass er eines Tages nur noch essen darf, was einige wenige Konzerne ihm vorsetzen.“
    Irgendwie werden die es doch schaffen, die Bevölkerung dieses Planeten zu regulieren, nicht nur zu regieren.
    Und die Masse wird es erst „merken“, wenn die es dann soweit haben wie die es wollen.