Trotz niedriger Zinsen: Deutsche Staatsverschuldung kann nicht abgebaut werden

Deutschland wird die aufgelaufenen Staatsschulden nie wieder abtragen können, wie eine aktuelle Studie zeigt. Selbst großes Wirtschafts-Wachstum kann hierbei nicht helfen. Die verlorene Unabhängigkeit der Zentralbank trägt ebenfalls dazu bei.

Im vergangenen Jahr lag die deutsche Staatsverschuldung bei über 2 Billionen Euro. Selbst wenn die Refinanzierungskosten niedrig bleiben und die deutsche Wirtschaft zu starkem Wachstum zurückfindet, werden die Schulden nicht  mehr zu tilgen sein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der CESifo.

Die deutsche Staatsverschuldung ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Zuletzt machte sie zwischen 2005 und 2010 einen erheblichen Sprung, wie die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Lagen sie 2005 noch bei 1,490 Billionen Euro sind es 2010 bereits über 2 Billionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es sogar 2,060 Billionen Euro. Seit Angela Merkel Bundeskanzlerschaft im Jahr 2005 stieg die Verschuldung demnach um fast 600 Milliarden Euro.

Der jetzigen Regierung kommt zurzeit nur zugute, dass die Zinssätze für deutsche Staatsanleihen relativ niedrig sind. Doch ein nachhaltiger Abbau der immensen Staatsverschuldung ist einer neuen Studie zufolge nicht möglich. Ein Abbau der Staatsverschuldung wäre nur machbar, wenn beispielsweise der „Nominalzins auf lange Sicht unter dem BIP-Wachstum bleiben würde“, so die Studie. „Dies ist aber nicht der Fall.“ Nach 1974 sei das Wirtschaftswachstum in Deutschland immer niedriger gewesen als der Zinssatz, und zwar deutlich. Lediglich in den Jahren eines Wirtschaftsbooms sei es anders herum gewesen – bei fast 10 Prozent. „Angesichts dieser Tatsachen ist es für Deutschland kaum möglich, aus den eigenen Schulden herauszuwachsen. Denn die Jahre des Wirtschaftswunders sind eher die Ausnahme als die Regel.“

In diesem Zusammenhang spielt der Studie zufolge auch die Unabhängigkeit der Notenbank eine entscheidende Rolle. „Die höchsten Anstiege der öffentlichen Verschuldung wurden stets von dem Verlust der Unabhängigkeit begleitet“, heißt es. Nicht nur, dass die Bundesbank zunehmend mehr Souveränität an die EZB abgeben musste, ist in diesem Zusammenhang für die deutsche Staatsverschuldung negativ. Auch die Tatsache, dass die EZB selbst ihre Unabhängigkeit verloren hat, ist entscheidend. Der immense Ankauf von Staatsanleihen und das expansive Geld-Drucken hat die EZB zum Spielball der Finanzindustrie gemacht.

Ein Problem mit dem beispielsweise auch die Fed zu kämpfen hat. Ganz zu schweigen davon, dass sich die weltweiten Zentralbanken wie die EZB, die Bank of England die Fed und die Bank of Japan noch gegenseitig zu überbieten suchen.

Kommentare

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  1. Plejadopithecus sagt:

    Es ist bedingt beruhigend, dass nur wenige Staaten der Welt sich diesem Banken- und Schuldenwahn entziehen können. Wer es versucht wird über kurz oder lang militärisch deklassiert. Nein, nicht vom bösen US-Militärapparat. Das sind nur die Exekutiven. Die Fäden ziehen auch dort seit über 200 Jahren ganz andere Kräfte. Ein gutes Beispiel ist dafür Lybien. Einst ein Land mit kostenfreien Schulen und Kindergärten, zinsfreien Krediten für junge Familien und und und… Ja genau richtig gehört und es kommt noch dicker. Eine Staatsverschuldung und somit eine Abhängigkeit vom Weltbankensystem war nicht existent. Schnell mal ein Gerücht in die Welt gesetzt, Muammar al-Gaddafi samt Familie brutal ermordet und schon hat auch Lybien 4 Milliarden $ Schulden per dato. Ok, noch sind das Peanuts gegen 2,113 Billionen € in Deutschland. Aber sieht man was Lybien an Bodenschätzen hat, ist auch diese Zahl völlig unverständlich. Irgendwann vor langer Zeit hat ein Rothschild mal gesagt „Wir kriegen sie alle…“ oder so ähnlich. Ich würde mal sagen fast geschafft. Daß Deutschland nun also so hoch verschuldet ist verdanken wir Politikern die seit dem 2. Weltkrieg dieses Land formell regieren dürfen, sich aber für Nationalstolz und Patriotismus meinen schämen zu müssen, oder ist es vielleicht nur so, daß wir uns schämen sollen, während sie sich ihren Altersruhesitz irgendwo in Kanada aufbauen? Wenn ein Staat sich milliardenfach verschuldet, wie kann es dann sein, daß im selben Atemzug ein (Ex)kanzler (Helmut Kohl dürfte einigen noch ein Begriff sein) zum Milliardär wird? Ganz einfach, was geht ihn anderer Leute Leid an? Ob ich 30.000 oder 300.000 € im Jahr verdiene ist egal. Für diesen abgezockten Typen sind wir nicht mehr als Zuchtvieh. Das ist die Realität, auch wenn man uns zwangsläufig hin und wieder das Gefühl gibt etwas mitzubestimmen (Wahlen, Volksvertretungen, Petitionen). Lass ich ein paar Kühe auf der Weide Gras fressen wird die Milch und das Fleisch auch besser, als im Stahl ;-). Deswegen respektiere ich sie ja nicht als gleichwertig.
    Abschließend stellt sich für mich die Frage, wenn sich alle Staatsschulden weltweit auf ~ 60 Billionen Dollar belaufen und man jetzt mal pauschal die 20 der angeblich reichsten Humanoiden summiert, man gerade mal 700 Milliarden Dollar erhält, müssten alle anderen Milliardäre und Millionäre und Sparfüchse zusammen rund 59 Billionen Dollar an Guthaben auf die Waage bringen, wobei keiner der Vorgenannten ja sein ganzes Geld als Zahlen auf dem Konto hat. Verfügbares Kapital tendenziell unter 10%. Da passt etwas nicht, oder? Wie man es auch dreht, die wirklich reichsten Humanoiden (von menschlich kann keine Rede sein 😉 ) werden eine Teufel tun sich auf den Forbeslisten der Welt veröffentlichen zu lassen. Übrigens konkret sind über 90% der ESM-Hilfspakete an Banken gegangen, nicht an die griechische Bevölkerung. Da uns ja suggeriert wird wir würden bankrott gehen, wenn auch nur ein Land aus dem Euro austritt, hat diese Pseudoregierung zur Zeit nichts Besseres mit dem Exportüberschuss von rund 250 Milliarden € zu tun, als ihn in die EZB zu transferieren. Ok, man könnte auch die Staatsverschuldung abbauen, aber ohne eine stabile Eurozone keine Exportüberschuss – aha, spätestens jetzt sollten die Älteren unter uns aufhorchen, weil Exportüberschüsse und eine gutes Wirtschaftswachstum gab es auch gelegentlich ohne vereintes Europa, vielleicht nicht in der Höhe, aber auch die Krisen waren zu diesen Zeiten noch preiswerter 😉
    Stranger44, zu deiner ersten Frage möchte ich dir eine Gegenfrage stellen: Warum sollten sie ausgerechnet uns die Wahrheit sagen, nachdem über tausende von Jahren die Lüge gereicht hat? Dienen uns Bürgern? Zum Wohle des Landes?

  2. stranger44 sagt:

    Warum sagt uns, den Bürgern, nicht endlich mal einer unser Politiker die ganze, und zwar die ganze ungeschönte Wahrheit über die Gesamt-Lage der Nation. Denn angeblich dienen sie ja uns den Bürgern zum Wohle des Landes.

    Wir wissen es doch längst, das die Mär vom Schuldenabbau der deutschen Staatsverschuldung, die ja bereits bei über 2 Billionen Euro liegt, nie erfolgen wird…
    bzw. erfolgreich sein kann. Doch leider sind die meisten Bürger scheinbar noch immer mit den Worten, “ …unser Kanzlerin… und ihren anderen Mitstreitern… es wird schon irgendwie und iregendwann werden…..“ zufrieden zu stellen…

    Leute, wacht endlich auf und vertraut diesem Geschwätz von Ausflüchten der Politiker auf unsere Fragen nicht mehr!!! Eine klare Frage kann auch klar beantwortet werden…!!!

  3. Wer hat gesagt daß jeder überall mitreden soll sagt:

    Na da reiht sich unser Kanzlerinnenwunder doch nahtlos ein in die Riege der großen Damen der Weltpolitik, von Thatcher bis Kleopatra. Sie alle brachten letztlich eine Weltmacht zu Fall..
    Der Fairnes halber muß man allerdings sagen, daß die restlichen Politpfeifen keine wirkliche Alternative wären.
    Vielleicht ist es Zeit nachzudenken, ob wir es uns leisten können, von Schwätzern und Schaumschlägern regiert zu werden oder ob man nicht langsam dazu übergehen sollte, die jeweils kompetentesten Leute herauszupicken, um ihnen Regierungsverantwortung zu übergeben. Kompetenz macht auch nicht mehr so anfällig für Fernsteuerung durch Bankster u.ä.

    • Durchblick sagt:

      Das Land der Denker und Dichter bringt es nicht mehr zu Stande etwas zu erfinden dass Parteien überflüssig macht und eine ganz neue Regierungsform gründet die fürs Volk Sorge trägt den die sind die durch erarbeitete Steuern für das wohl des Landes arbeiten.

    • Sissy sagt:

      Eines der Hauptprobleme ist, dass 50% der Bundestagsabgeordneten über die Parteilisten in den Bundestag kommen, ohne direkt gewählt zu werden. Hier könnte eine Änderung viel bewirken, beispielsweise dürfte nur jeweils ein direkt gewählter Abgeordneter pro Wahlkreis in den BT einziehen. Damit würde das Parteienmonopol aufgelöst und nur die besten Köpfe würden Abgeordnete. Auch die Einflussnahme bestimmter Interessengruppen durch Parteispenden würde reduziert. Zudem wäre diese Änderung eine Stärkung unserer demokratischen Verhältnisse, weniger Postengeschachere, jeder Abgeordnete müsste sich um seine Wählerschaft bemühen, Reduzierung der Abgeordneten um die Hälfte, mehr direkte Demokratie u. vieles mehr.

  4. timerunner sagt:

    Wenn es dem Musterknaben der Weltwirtschaft so geht – wie sehr gilt das dann für den Rest? Das kapitalistische System fährt offenbar gerade weltweit an die Wand. Die Lösung? Es muss eine neue Weltwirtschaftskrise her, die ein Reset nach den Bedingungen der wahren Mächtigen (des Bankenkartells, dem die FED gehört) ermöglicht. Sehr wahrscheinlich: Geld wird eine rein digitale Information, die mit der Realität nichts mehr zu tun hat und ausschließlich nach Belieben von den staatlichen Machthabern vergeben wird. Da kommt es dann auf ein paar Nullen mehr oder weniger bei Staats- oder Bankschulden nicht an – die lassen sich jederzeit völlig problemlos wegstreichen. Bei Bedarf gibt es dann auf diese Art jedes Monat eine derartige „Währungsreform“.

  5. Auslandsdeutscher sagt:

    Die Verschuldung des deutschen Gemeinwesens muss sinken, weil auch die Bevölkerung, zumindest die produktiv tätige, sinkt. Sonst droht die Zahlungsunfähigkeit.

    Und natürlich wäre ein Schuldenabbau auch möglich – wenn der politische Wille dazu vorhanden wäre. Man muss sich nur die grossen Ausgabenposten ansehen. Und da fallen die aus Steuermitteln finanzierten Zuschüsse zur Rentenversicherung und den Krankenversicherungen ins Auge.

    Pro Jahr ca. 100 Mrd. EUR, wenn die Ausgaben für Beamtenpensionen hinzukämen, deutlich mehr.

    Nebeneffekt wäre, dass mittelfristig auch die Familienstrukturen gestärkt würden. Denn schnell würde jedem Bürger klar werden, dass eine stabile Familie auch finanziell eine gute Absicherung ist.

  6. Dietmar sagt:

    Diese Erkenntnis läßt hoffen! Sie führt die Aussage ad absurdum, dass ein globaler Markt und seine behaupteten Selbstheilungskräfte Grundlage einer neuen Weltordnung sein könnten. Sie bezeugt zudem die wachsende Unfähigkeit Brüssels, die Länder der EU zentralistisch zu verwalten und deren so unterschiedlichen Volkswirtschaften vereinen zu können.

    Zudem dient ein Finanzsystem, welches den Ländern, in denen es installiert wird, das Hoheitsrecht über ihre eigene Währung entzieht, nur dem Profit supranationaler Geldgeber. Indem die Länder über ihren Schuldendienst diese Geldgeber an ihrem BIP beteiligen müssen, sind sie auf Dauer deren Weisungen und Plänen unterworfen. Und darin ist eine souveräne und wirtschaftlich autarke EU nicht vorgesehen. Sie wird für die Finanzmärkte vielmehr zu einer Kolonie neuen Types, die mit Verträgen und Pakten, mit kultureller Destabilisierung und immer weiterer Verschuldung unter Kontrolle gehalten wird.

  7. wolfbier sagt:

    Unsere Murksel, die in Zusammenarbeit mit Helmut dem Großen für 2 Billionen Schulden (mit open end) verantwortlich ist, wird sich in der zweiten Hälfte ihrer nächsten Amtszeit, komplett überfordert, auf ihr Pensionsleben zurückziehen, 20 000 – 50 000 €-Vorträge halten, mit dem Thema:

    „Rettungsschirme und die europäische Einheit“.

    Das, was sie und ihr Vorgänger angerichtet haben, wird uns und die nächsten Generationen zu armen Schluckern machen.

    Da alle Papierwährungen historisch gesehen, auf nahezu Null gegangen sind, können wir angesichts der enormen Verschuldung in absehbarer Zeit mit der 3.Währungsreform innerhalb 100 Jahren rechnen.

    Und das unter Idiocracy leidende Deutschvolk findet mit über 60% Zustimmung zu Murksel und der Untergangswährung Euro das alles noch wunderbar.

    Tja, das Deutschvolk hat eben die Regierung, die es verdient.

  8. Themistokles sagt:

    Das sind erdrückende Zahlen. Nie war die Verschuldung in Friedenszeiten höher (im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt). Die Politik hat komplett versagt. Der folgenden Generation bleibt die Schuldknechtschaft. Wo bleibt der Protest?

  9. Ariovist sagt:

    Na ja, was ich immer gesagt habe: Was die vergangenen zwei Weltkriege nicht geschafft haben, schafft jetzt die EU!

  10. Frank sagt:

    So lange Schuldgeld mit Zins und Zinseszins das Finanzsystem bestimmen, steigen die Schulden im gesamten System – so auch die Staatsverschuldung systembedingt. Völliger Mumpitz ist, die Schulden irgendwann zurückzahlen zu wollen. Der Abbau der Schulden geht nur über eine Währungsreform, starke Inflation oder ähnliche Einschnitte. Danach geht das Spiel wieder von vorn los, es sei denn, man würde am Schuldgeldprinzip etwas ändern.
    Politiker, die vom Schuldenabbau reden, lügen oder sind dumm.