Offshore-Verdacht: Raiffeisen-Chef Stepic tritt zurück

Der Vorstandsvorsitzende Herbert Stepic hat sein Amt niedergelegt. Stepic soll zwei Briefkastenfirmen in Singapur besessen und über diese drei Wohnungen gekauft haben. Die Finanzmarktaufsicht hat bereits eine Überprüfung der Geschehnisse angekündigt.

Am Freitag teilte der Chef der Raiffeisen Bank International (RBI), Herbert Stepic, seinen Rücktritt als CEO mit. Als Grund nannte er persönliche Gründe. Stepic ist allerdings seit einiger Zeit mit Vorwürfen der Steuerhinterziehung konfrontiert. Er soll über zwei Offshore-Firmen drei Wohnungen in Singapur gekauft haben. Das Gremium der Bank setzte er davon nicht in Kenntnis. Noch im Laufe des Tages wolle er eine persönliche Erklärung abgeben, berichtet das ORF.

Stepic zieht damit erste Konsequenzen. Er sei beim Kauf der Wohnungen über die Briefkastenfirmen jedoch steuerlich korrekt vorgegangen, hatte Stepic in den vergangenen Tagen eingeräumt. Nichtsdestotrotz haben sowohl die Finanzmarktaufsicht (FMA) also auch die Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) angekündigt, den Sachverhalt zu prüfen.

Stepics Name soll bei den Offshore-Firmen Yatsenko International Limited und Takego Holdings Limited in den Offshore-Leaks-Daten aufgetaucht sein. Der Chef der Raiffeisen-Bank beharrt jedoch darauf, dass es sich bei den beiden Firmen lediglich um Projektgesellschaften gehandelt habe, die die Investitionen in Immobilien durchgeführt hätten. Es habe sich bei diesen Geschäften um ein Standard-Produkt der UBS gehandelt. Diese war bis jetzt allerdings zu keiner Stellungnahme bereit.

Kommentare

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  1. Österreicher sagt:

    Herr Stepic hat den noch geeigneten Zeitpunkt für den Abgang gefunden. Er weiß wie es in seinem überblähten Raiffeisen International wirklich aussieht. Wir werden es auch bald wissen. Dann haben wir die Erklärung wieso er jetzt gegangen ist, aber die meisten werden alles schon längst vergessen haben.

  2. Anonym sagt:

    Man sollte sich fragen welche Banken am Finanzmarkt davon provitiert wenn in Zukunft die Konkurrenz durch solche Machenschaften ausgeschaltet werden. Das gleiche gilt auch für die nun zufällig erkannten Sünder in den Steueroasen.

  3. Hülsensack sagt:

    Wohl wieder einer von denen, welche es doch „sooo krrekt und offiziel“ ablaufen lassen.
    Oder die Abfindungen zum Jahresende waren wie immer zu gering, daß man es ehrlich nicht verkraften kann, was man so bezahlt bekommt.
    Die Raffkes werden immer mehr, bald gibt es keinen Bescheidenen mehr.