Millionen-Schaden: Deutsche Bahn will Grafitti-Sprayer mit Mini-Drohnen aufspüren

Die Deutsche Bahn testet drohnenähnliche Fluggeräte, mit denen Bürger überwacht werden können. Jedes Gespräch und jedes Treffen auf einem Bahnhof kann damit aufgezeichnet werden. Offiziell geht es nur um Graffiti-Sprayer. Dafür sind die Geräte jedoch zu teuer. Alle Aufzeichnungen sollen „gerichtsfest“ sein – für welche Vergehen auch immer.

Künftig könnte es für die Bürger gefährlich werden, sich auf dem Gelände der Deutschen Bahn mit anderen Menschen zu treffen. Einem Bericht der Bild am Sonntag zufolge testet die Deutsche Bahn neuen Micro-Drohnen: Sie tragen nicht das Hoheitsabzeichen der Deutschen Luftwaffe, sondern das schmucke DB-Logo der Deutschen Bahn. Sie können 80 Minuten in der Luft bleiben und alle Daten „gerichtsfest“ dokumentieren. Die Überwachungsgeräte arbeiten mit Wärmebildern.

Sie liefern erstaunlich präzise Bilder, wie das Video am Anfang des Artikels zeigt.

In Sachsen werden solche Überwachungsgeräte schon seit längerem eingesetzt: Der sächsische Innenminister Markus Ulbig erklärte, dass sich die „Einsatzbandbreite von der Überwachung und Aufklärung u.a. bei Veranstaltungen, der Unterstützung von Suchmaßnahmen, der Observation, der Dokumentation von Verkehrsmaßnahmen bis zu Tatortaufnahmen“ erstrecke. Ulbig lobt die Vorzüge des Geräts auf der Website der Firma Microdrones, die zu ihren Referenz-Kunden stolz die Chinese Armed Police Forces anführt.

Da findet sich die Deutsche Bahn dann ja in guter Gesellschaft: Nun kann sie ohne großen Aufwand quasi ihre eigene Haus-Polizei installieren.

Zwar nennt die Bild interessanterweise den Hersteller nicht, doch auf dem zum Artikel veröffentlichten Foto kann man erkennen, dass es sich um eine MD4-1000 aus dem Hause Microdrones aus Siegen handelt.

Offiziell will die Bahn die Geräte zunächst einsetzen, um Geraffiti-Sprayer ausfindig zu machen.

Langfristig dürfte es freilich um viel mehr gehen. Denn als Staatsunternehmen kann die Bahn künftig die Kunden an neuralgischen Punkten überwachen. Als gutes Unternehmen wird sie sich vermutlich nicht besonders entschieden dagegen wehren, die Daten im Bedarfsfall an die Sicherheit-Behörden weiterzugeben – das macht ja sogar Google!

Ein Hubschrauber kostet 60.000 Euro – soviel Schaden können die Graffiti-Sprayer gar nicht anrichten – es wäre billiger, die Graffiti zu übermalen. Die Bahn behauptet, dass der Schaden, der durch Graffiti entstanden ist, im Jahr 2012 etwa 7,6 Millionen Euro betragen haben soll.

Belegt sind diese Zahlen nicht. Es wäre interessant, eine detaillierte Aufstellung zu sehen.

Die freilich wird es nicht geben – denn die Bahn lebt zwar vom Dauer-Bailout durch den Steuerzahler wie bei Stuttgart 21, ist aber als Unternehmen nicht verpflichtet, Rechenschaft abzulegen.

Die Deutsche Bahn will das Gerät „aus Datenschutzgründen zunächst nur auf dem Gelände der Deutschen Bahn“ einsetzen.

Zunächst heißt: Später wird die Bahn offenbar auch Spionage-Aktivitäten für andere Behörden durchführen.

Datenschutz heißt: Ab sofort sollten sich die Bürger darauf einstellen, dass jedes Gespräch, jedes Treffen auf einem Bahnhofsgelände mitgeschnitten werden kann. Die Bahn geht davon aus, dass sie das Recht dazu hat.

Der Vorgang ist insofern interessant, weil die Bahn offenbar plant, die Geräte ohne richterliche Anordnung einzusetzen: Denn wie soll sie wissen, wo gerade welcher Sprayer tätig sein wird.

Die Deutsche Bahn sieht in der neuen Überwachungs-Methode offenbar einen ähnlichen Vorgang, wie ihn die Video-Überwachung auf den Bahnhöfen heute schon darstellt: Auch hier werden unablässig Daten gesammelt.

Tatsächlich ist das Gerät im Einsatz durch ein Staats-Unternehmen ein weiterer Schritt in Richtung Einschüchterung der Bürger.

Jeder soll sich schuldig fühlen. Unter dem Vorwand der „Terror“-Bekämpfung werden die Bürgerrechte mit rasantem Tempo eingeschränkt.

Erst kürzlich war ein Politiker verhaftet worden, weil er auf dem Kölner Hauptbahnhof fotografiert hatte.

Das ist untersagt.

Es könnte als illegales Daten-Sammeln ausgelegt werden.

Solches steht nur dem Staat und dem ihm angeschlossenen Unternehmen (Bahn) oder Einrichtungen (GEZ) zu.

Kommentare

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  1. Gast sagt:

    Graffiti zeigt das massenhafte Erziehungsversagen der Eltern, ist nur aufwendig zu beseitigen und eine Überwachung deshalb mehr als gerechtfertigt.

    Im Endeffekt zahlt nämlich der Bahnkunde ( an Häusern die Eigentümer und indirekt die Mieter ) den Schaden und nicht die an sich dafür haften müssenden erziehungsunfähigen Eltern.

    • Ariovist sagt:

      „Massenhaftes Erziehungsdefizit“, ja das ist es! Und wer ist dafür verantwortlich? Es ist die heutige junge deutsche Frau, welche nur noch selten das Ehrenwort „Mutter“ verdient! Die Familie wird politisch nicht mehr gestützt; das Gegenteil ist der Fall: Sie wird zersetzt und sogar noch mit der Homo-„ehe“ verhöhnt! Der Islam zeigt uns auf, was uns verloren gegangen ist und deshalb pfeift er auf unsere „Werte“! Im Jahr 2100 wird es ca. 30 Millionen Muslime geben, aber nur noch ca. 20 Millionen Deutsche!

      • Ariovist sagt:

        Ergänzung: Gemeint waren “ 30 Millionen Muslime in Deutschland“, das dann wohl „Muslimland“ heißen wird!

      • keinnazi sagt:

        Seit wann hat denn die Staatsbürgerschaft was mit der Religion am Hut? Unser werter otto von bismarck hat beide doch schon seit einem Jahrhundert getrennt? Graffiti ist Kunst, quasi moderne Höhlenmalerei, um es den intoleranten in der Vergangenheit lebenden Menschen hier anschaulich zu beschreiben.

    • Kotzübel sagt:

      Selbstverständlich zahlt der Bahnkunde die Graffiti-Schäden, wer denn sonst ? Wenn die DB jetzt Drohnen kaufen und einsetzen, bezahlt auch diese der Bahnkunde.

      Im Endeffekt ist das eine Alibi-Argument, mit Drohnen der Täter habhaft zu werden. Da ändert sich gar nichts. Von den Verursachern kann man meist nach wie vor keine Schadenersatzforderungen geltend machen, weil diese über kein Einkommene oder Vermögen verfügen, also kann man sie im Besten Falle zu Knast verurteilen, wie bisher., zu Lasten der Steuerzahler.

      Die DB hat mit diesen Spielzeugen ganz andere Absichten, die Argumentation ist bloss ein Vorwand. Das geht draus hervor, dass diese Fluggeräte VORERST auf Bahneinrichtungen eingesetzt werden, und danach ?
      Ein weiteres Element zur Totalüberwachung der Bürger, natürlich wie immer um uns zu schützen….vielen Dank DB, dass sie sich so um ihre Kunden sorgen.

  2. Nathalie sagt:

    Es kann nicht angehen, dass die arbeitende Bevölkerung von (meist zugereisten) Sozialhilfeempfängern abends auf dem Weg von der Arbeit belästigt wird.

    Auch die Bedrohung und Belästigung durch aggressiv pöbelnde, betrunkene Fußballfans sollte gestoppt werden.

    Auch Graffitymaler stammen bekanntlich aus dem Asozialenmilieu. Auf Bahnhöfen (oder überhaupt in Deutschland) haben sie nichts verloren.

    Aber ob Drohnen da weiterhelfen? Graffitymaler werden sich Tücher vors Gesicht binden. Spätabendliche Übergriffe z.B. von Migranten gegen Deutschstämmige verhindern werden die Drohnen ebenfalls nicht. Was also sollen die teuren, aus Steuergeldern erpressten Spielzeuge wirklich bewirken? Politiker vor den Bürgern beschützen?

    Was vor und an Bahnhöfen und in Bahnen fehlt (zumindest an kleinstädtischen) ist die Präsenz eines qualifizierten Wachschutzes, wirkungsvolle, nachhaltige Bestrafungen durch die Gerichte und Ausweisungen.

    Aber davon kann der arbeitende Nutzmensch, der wie im Viehtransport in überfüllten Bahnen reist, nur träumen. Der arbeitende Bürger wird wohl weiterhin von jenen bedroht werden, deren Sozialhilfe er erwirtschaftet.

    • Ariovist sagt:

      Warten Sie ab, bis der nur noch aufgeschobene Zusammenbruch der Wirtschaft eintritt: Dann werden die politischen Karten neu gemischt und dann sprayt keiner mehr!

  3. Michael H sagt:

    Eine Beschwerde Mail an den Beauftragten für Datenschutz beim Landkreis Siegen-Wittgenstein, Herrn Brenner, ist raus.

  4. Schlaui sagt:

    Warum man diese Sprayer nach Jahrzehnten nun immer noch nicht als „freischaffende Künstler“ akzeptieren will, erchliesst sich mir nicht. Oftmals sind die Werke ja durchaus gelungen und spiegeln den Zeitgeist wieder. Sitzen denn da überall nur Oberspiesser, die das verhindern wollen ? Das lässt sich nicht verhindern.