Neue Enteisungs-Technik macht Fliegen effizienter

Das Modell einer beheizbaren Vorderkante eines Flugzeugflügels soll helfen, den Spritverbrauch in der Luftfahrt zu minimieren. Das Verfahren ermöglicht die Enteisung ohne den Einsatz von Metallen. Fliegen wird umweltfreundlicher und sicherer.

„Ice-Protection“: Unter diesem Stichwort haben Wissenschaftler am Fraunhofer LBF ein neuartiges Enteisungs-System für Flugzeug-Flügel entwickelt. Mittels Einsatz von Nanomaterialien kann damit eine Widerstandsheizung hergestellt werden, die ohne metallische Heizelemente auskommt. Damit werden nicht nur Gewicht und Emissionen eingespart. Ebenso können Vorteile beim Blitzschutz erreicht werden. Außerdem wird die Zuverlässigkeit erhöht. Die unterschiedliche Wärmeausdehnung und Abweichungen im Ermüdungsverhalten von bisher üblichen metallischen Heizelementen und der Faserverbund-Grundstruktur sorgten immer wieder für frühzeitige Ausfälle.

Aktuell erreicht die Heiztemperatur der metallfreien Elemente bis zu 120°C bei Raumtemperatur. Die Erprobung des Systems im Windkanal zeigte eine vielversprechende Leistung sowohl im De-Icing-Modus, bei dem ein Flügel künstlich vereist wurde, als auch im Anti-Icing-Modus, der Eisablagerung bei einem simulierten Flug durch Wolken bei niedrigen Temperaturen verhindert.

Das System basiert auf sogenannten Carbon Nano Tubes (CNT). Das sind Verbundwerkstoffe aus Carbon und Nanomaterial. Als Nanomaterial werden Stoffe bezeichnet, deren Hauptbestandteile eine Größe zwischen 1 und 100 Milliardstel Metern (Nanometer) haben. Die Wissenschaftler haben die Flugzeug-Panels entwickelt, gebaut und getestet. Die Datenüberwachung wird mit Hilfe einer miniaturisierten Hardware vorgenommen. Erstmals ist es damit gelungen, die komplette Entwicklungskette von der Idee bis zum Test mit einer Last von 20 Tonnen zu schließen. Dies stellt einen wichtigen Beitrag zur Steigerung von Betriebsfestigkeit und Sicherheit von Strukturkomponenten im Luftfahrt-Bereich dar.

Die entwickelten Konzepte für die Funktionsintegration von Nanomaterial in Faserverbundstrukturen sollen künftig aber nicht nur in der Luft- und Raumfahrtindustrie Anwendung finden. Auch im Windkraftbereich, der Automobilindustrie und anderen Sektoren findet sich ein hohes Verwendungs-Potential für verbesserte elektrische Widerstandsheizungen.

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  1. ratlos sagt:

    Bilderberger-Treffen 2013 ab dem 06.06.2013 in England. Ein wirklich aufschlussreicher Artikel von Heiko Schrang zu den Hintergründen, warum England als Konferenzort gewählt wurde: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/162/eilmeldung-0606-09062013-bilderbergertreffen-im-eukritischen.php Absolut lesenswert!