Neue Technologie zur Herstellung von Mikro-Implantaten

Mikro-Implantate sind für viele Bereiche der medizinischen Forschung ein vielversprechender Ansatz. Eine innovative Maschine macht nun auch die aufwendige Erzeugung individuell angepasster Implantate wirtschaftlich attraktiv.

Sie kommen etwa bei der Wiederherstellung des Hörvermögens zum Einsatz, wenn der Hörnerv geschädigt ist oder bei einer chronischen Mittelohrentzündung. Auch bei der Behandlung von Hüftleiden, wenn durch den Grauen Star die Sehkraft nachlässt, oder seit kurzem sogar in Form künstlicher Blutgefäße können Mikro-Implantate helfen.

„Die Zukunft der Medizintechnik sind individuell angepasste Implantate“, sagt Mark Vehse vom Lehrstuhl für Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik an der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Uni Rostock. Fast im Alleingang hat der junge Forscher seine Idee einer neuen Maschine zur Herstellung solcher Mikrobauteile umgesetzt. Damit ist es erstmals möglich, die bislang sehr kostenintensive individualisierte Herstellung von Mikro-Implantaten wirtschaftlich zu machen. Die Maschine liefert gleichbleibende Qualität, ist aber von den Bauteilen her auf das Wesentliche reduziert.

„Die Idee dazu hatte ich einfach so im Kopf“, sagt Vehse. „Wir haben unter anderem auf zwei teure Bauteile einer bereits in Forschungseinrichtungen laufenden Maschine verzichtet“, so der Entwickler. Möglich wurde das durch eine neue Generation von Diodenlasern. Das zur Anwendung kommende Herstellungsverfahren nennt sich Mikro-Stereolithographie. Dabei werden auf der Grundlage von 3D-Bauplänen und durch den Einsatz von Lasertechnik schichtweise Kleinstbauteile gefertigt.

In Zukunft ermöglicht die Technologie die Erzeugung passgenauer Mikro-Implantate. Die Daten für die Formgebung stammen dabei von Computertomographie-Aufnahmen des Patienten. Mikro-Implantate könnten unter der effizienzsteigernden Methode eine noch größere Rolle für die Medizintechnik spielen. Der Prototyp der Maschine wurde unlängst vorgestellt, dem Einsatz in der industriellen Fertigung steht nun nichts mehr im Wege.

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