China prüft Strafzölle gegen EU-Autos

Wer in Europa Einfluss üben will, hält sich an Deutschland. Als Reaktion auf die Strafzölle der EU gegen chinesische Solarzellen sollen nun nach China exportierte Luxusautos Probleme kriegen. Das trifft vor allem Deutschland. VW, BMW und Daimler sind in China stark vertreten.

China und die EU befinden sich auf Konfrontationskurs. Zuerst spürte Frankreich die Folgen der Strafzölle, die die EU auf chinesische Solarzellen erhoben hat. Nun ist Deutschland im Visier des Kräftemessens. China prüft die Einführung von Strafzöllen gegen EU-Autos mit einem Hubraum größer gleich zwei Litern – dies betrifft vorwiegend Fahrzeuge der Oberklasse.

Ein Segment, das vor allem von deutschen Autoherstellern ausgefüllt wird. China war bisher der Absatzmarkt, der es den deutschen Autobauern wie VW, Daimler und BMW ermöglicht, die Einbrüche auf dem europäischen Automarkt zu kompensieren (hier). Jedes Jahr werden durchschnittlich etwa 250.0000 europäische Autos nach China exportiert. Und der Löwenanteil sind Autos der Luxusklasse mit einem Hubraum von mehr als zwei Liter.

Im chinesischen Wirtschaftsministerium ist eine entsprechende Beschwerde von lokalen, chinesischen Autobauern eingegangen. Den europäischen Autohersteller der Oberklasse wird vorgeworfen, die Fahrzeuge mit Verlust zu verkaufen und von Subventionen zu profitieren. „Wir können bestätigen, dass eine Beschwerde in China eingereicht wurde“, sagte ein Vertreter des Europäischen Automobil-Herstellerverbandes ACEA der französischen Zeitung Les Echos. „Aber wir sind in einem sehr frühen Stadium, was nicht bedeutet, dass letztlich keine Strafzölle für europäische Autos kommen.“

„Dieses neue Verfahren ähnelt stark dem, was Peking für europäische Weine eröffnet hat“, so ein mit dem Verfahren Vertrauter. Mit den geplanten Strafzöllen für Weine wäre vor allem Frankreich betroffen. Das Land ist der größte nationale Lieferant für Weine nach China.

Bevor die Strafzölle auf chinesische Solarzellen beschlossen wurden, hatte sich Deutschland dagegen ausgesprochen. Doch China scheint darauf zu setzen, dass im Vorfeld neuer Verhandlungen Deutschland unter den Streitigkeiten mit der EU leiden muss. Der politische Einfluss Deutschlands auf EU-Eben ist groß. So kann China bis zu den anstehenden Gesprächen mit der EU-Spitze den Druck erhöhen und die eigene Macht demonstrieren.

Kommentare

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  1. Zeitgeist sagt:

    Wer erhält eigentlich die Erlöse aus den Strafzöllen der Solarpanels ?!
    Die europäische Solarindustrie wohl eher nicht, die gibt es faktisch gar nicht mehr…und was ist mit den ganzen Windkraftanlagen die ebenfalls aus China kommen ?

  2. biersauer sagt:

    Die Eu-Tyrannei findet den Lohn ihrer Kurzschlusshandlung, denn damit trifft sie auch das deutsche Silizium, welches die Chinesen zu den >Solarzellen verarbeiten.
    Damit wird die gesamte PV->Wirtschaft abgewürgt.
    >Sind alles solche EU-Bananenkrümmungs-<entscheidungen.

  3. fan sagt:

    Die ganze EU ist für Deutschland eine vollkommen verkorkste Konstruktion – von anti-deutschen Politikern und sogar von anti-deutschen Deutschen systematisch gewollt und beabsichtigt..!

  4. Schafewecker sagt:

    Die werden bald zu 80% dort produzieren. Damit umgehen sie die Zölle. Somit schadet die EU wieder einmal unserem Land.. Wie lange noch?

  5. M sagt:

    Das könnte im Guten geregelt werden wenn chinesische Solarfirmen keine Subventionen kriegen und die erhaltenen zurückzahlen müssen oder europäische die gleichen Subventionen bekommen.

    Strafsteuer auf Autos aus Deutschland sollte eine Strafsteuer auf alle!!! chinesischen Einfuhren in gleicher Höhe nach sich ziehen und damit wäre der Streit beigelegt.

    Denn durch die Einkommensverluste in China würde es dort zu Unruhen kommen.

  6. Onkel sagt:

    Die meisten „deutschen“ Fahrzeughersteller haben doch eh Werke in China und werden gar nicht betroffen sein.

    Für die EU und Deutschland ist die Lösung doch ganz einfach: Chinesische Löhne haben wir ja eh schon fast in der EU, also können wir die Sachen auch umweltverträglich mit besserer Qualität selber produzieren und die Chinesen können ihren Giftschrott behalten.

    Hat auch den Vorteil, daß die x% Jungendarbeitslosen in der EU wieder einen Job bekommen.