Faule Kredite bei italienischen Banken erreichen Rekordstand

Noch nie hatten italienische Banken so viele faule Kredite in ihren Bilanzen wie heute: 133 Milliarden Euro. Dies ist die Folge der schlimmsten Rezession seit dem zweiten Weltkrieg.

Die faulen Kredite in Italien erreichten im April ihren höchsten Stand seit Beginn der entsprechenden Statistik im Juni 1998. Während die italienischen Unternehmen immer schwieriger an Kredite kommen, hat der Staat so viel Schulden bei Italiens Banken wie nie zuvor.

Der Umfang der faulen Kredite stieg im April auf 133,3 Milliarden Euro, zitiert Reuters Daten der Italienischen Zentralbank. Das sind 22 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor und so viel wie nie zuvor.

Der Umfang dieser Kredite, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht voll zurückgezahlt werden können, wächst immer schneller. Im März hatte die Zunahme im Vergleich zum Vorjahr bei nur 21 Prozent gelegen. Und schon dies war der höchste Wert seit Dezember 2011 gewesen.

Das wachsende Problem mit den faulen Krediten zwingt die Banken dazu, mehr Geld für mögliche Kreditausfälle zur Seite zu legen. Dies trägt zur Verschärfung der Kreditklemme bei. Die italienischen Banken haben im vergangenen Jahr die Kredite an Unternehmen um 44 Milliarden Euro zurückgefahren.

Kredite an Unternehmen gingen im April den zwölften Monat in Folge zurück. Sie fielen um 3,6 Prozent. Ihre eigentliche Aufgabe können die Banken immer weniger erfüllen.

Im Gegensatz dazu stiegen die Kredite an die italienische Regierung um 15 Milliarden Euro auf 378 Milliarden. Das ist ein neuer Rekord. Noch nie waren so viele Staatsanleihen in den Bilanzen der italienischen Banken.

Die Wirtschaft des Landes steckt in der schlimmsten Rezession seit dem zweiten Weltkrieg. Die italienische Gewerkschaft CGIL erwartet, dass die Beschäftigung in Italien erst im Jahr 2076 wieder den Stand von 2007 erreichen wird.

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