Österreich: Mittelstand wartet auf das Sommergeschäft

Kleine und mittlere Unternehmen brauchen eine Sommerbelebung. Die Auftragslage ist auf den Stand von 2008 zurückgefallen. Die Stimmung ist daher verhalten optimistisch. Erstmals seit 2010 berichtete die Mehrheit der Betriebe Umsatzrückgänge.

Creditreform-Klimabarometer: Die Stimmung ist verhalten optimistisch. (Grafik: Creditreform)
Creditreform-Klimabarometer: Die Stimmung ist verhalten optimistisch. (Grafik: Creditreform)

Der Stimmungsindikator für den Mittelstand in Österreich ist im Vergleich zum Frühjahr 2012 deutlich gesunken (-8,9 Punkte). Das berichtet die Auskunftei Creditreform in ihrem aktuellen Klimabarometer. Die aktuelle Lage entspricht dabei in etwa den Erwartungen der Unternehmen (siehe Grafik oben).

Die Eurokrise hat ihre Auswirkungen auf die Industrie und den Exportsektor Österreichs nicht verfehlt. Die Stimmung der Unternehmen ist gedrückt. Nur binnenwirtschaftliche Industriezweige zeigen sich von dem Abwärtstrend unbeeindruckt.

Bei dem Klimabarometer werden 1.700 Unternehmen befragt. Jedes dritte Unternehmen berichtete Umsatzeinbußen. Das sind deutlich mehr als im Frühjahr 2012 (22,2%). Nur etwas weniger als jeder Vierte Mittelständler (23,1%) konnte noch ein Umsatzplus erwirtschaften. Im Vorjahr war es noch fast jeder dritte (31,5 Prozent). „Der Einbruch der Umsatzlage hat allerdings den Optimismus im Mittelstand nur wenig getrübt“, heißt es in der Studie. Scheinbar ziehen die Geschäfte mit der Frühjahrsbelebung wieder an.

Der harte Winter hat vor allem die Baubranche um ihre Aufträge gebracht. Insgesamt ist das Volumen der Aufträge auf das Niveau des Vorkrisenjahres gefallen (siehe Grafik 2).

Der Handel und das verarbeitende Gewerbe sind vorsichtig geworden in ihren Umsatzprognosen. Zwar glaubt immer noch fast ein Drittel aller Unternehmer an steigende Einnahmen im laufenden Jahr. Insgesamt glauben aber 18,6 Prozent der Unternehmer nicht mehr an Gewinnsteigerungen, das ist ein Drittel mehr als im Vorjahr (13,9%).

In der Folge sind flexible Beschäftigungsverhältnisse gefragter denn je. 18 Prozent der Befragten wollen die Mitarbeiter-Anzahl aufstocken. Etwa jeder achte Betrieb hat indes einen Stellenabbau angekündigt (11,9%).

36,6 Prozent der Unternehmen meldeten Verluste, nur 15 Prozent konnten Gewinne verbuchen. Die unklare wirtschaftliche Situation hat zudem dazu geführt, dass die Betriebe ihr Eigenkapital von 35 auf 39 Prozent aufgestockt haben. Die Zahlungsmoral der Unternehmer hat sich indes verschlechtert. Nur noch jeder vierte Betrieb zahlt rechtzeitig seine Rechnungen.

Auch die Kreditvergabe an Unternehmen ist restriktiver geworden: 67,2 Prozent der Unternehmen berichteten von der Notwendigkeit, höhere Sicherheiten zu hinterlegen (58,2% in 2012). Jeder achte Kredit wurde nicht bewilligt (12,6%).  Kleine und mittlere Unternehmen gelten als das Rückgrat der Wirtschaft.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    „MINUS-WACHSTUM“
    Die Wirtschaft stagniert und hat trotzdem ein Wachstum nämlich ein „Minus-Wachstum“ !
    Am Beispiel der Autorasthäuser zwischen Graz und Wien über den Wechsel. Von ehemals 10 Rasthäuser sind bereits 5 geschlossen. Von den Polit-Amateuren und ihren Wortschöpfungen wie „Zukunfts-Investitionen“, „Technologieschub“, „Inovations-Offensive“, „Struktur-Milliarde“ und anderes nicht überprüfbares Geschwafel ist keine Hilfe für die Wirtschaft zu erwarten.

  2. ratlos sagt:

    Der Autor, Heiko Schrang, frischt unser Gedächtnis bezüglich des “Suizids” Möllemann vor 10 Jahren auf. Sehr interessant: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/163/moellemann-das-mysterium-um-seinen-tod.php

  3. BBop sagt:

    MUUAAHHHH – Sommergeschäft!
    Im Sommer fahren die Leute in Urlaub und haben kein Geld für andere Dinge!