Unangenehme Kooperation: Unternehmen helfen Geheimdiensten

Alle großen US-Unternehmen geben heimlich Informationen an die Geheimdienste weiter. Im Gegenzug helfen die Geheimdienste auch den Unternehmen. Vor allem im Cyber-Krieg profitieren beide Seiten von dieser Kooperation.

Die Zusammenarbeit zwischen US-Unternehmen und den Geheimdiensten geht weit über das hinaus, was der Ex-Agent Edward Snowden enthüllt hat. Tausende Technologie-, Finanz- und Industrie-Unternehmen arbeiten eng mit den US-Geheimdiensten zusammen. Sie liefern den Geheimdiensten sensible Informationen und empfangen dafür Gefälligkeiten. So erhalten die Unternehmen etwa Zugang zu Geheimdienst-Informationen.

Viele Internet- und Telekommunikations-Unternehmen liefern den US-Geheimdiensten freiwillig umfangreiche Daten etwa über ihre Ausrüstung, zitiert Bloomberg vier Insider. Es handelt sich oft um Informationen, die von den US-Geheimdiensten dazu genutzt werden können, in die Computer ihrer Feinde einzudringen.

Neben dem Geheimdienst NSA haben auch das CIA, das FBI und das US-MilitärVereinbarungen mit solchen Unternehmen. Sie sammeln Daten, die im Cyber-Krieg eingesetzt werden können. So versorgt etwa Microsoft, das größte Software-Unternehmen der Welt, die Geheimdienste mit Informationen über Sicherheitslücken in seiner Software, bevor es die Fixes öffentlich verbreitet. Mit dieser Hilfe kann die US-Regierung die eigenen Computer schützen und in die Computer von Feinden eindringen.

Die Zusammenarbeit der Unternehmen mit den Geheimdiensten ist legal. Doch die Vereinbarungen sind so sensibel, dass nur eine Handvoll von Managern eines Unternehmens von ihnen weiß. Manchmal finden die Deals direkt zwischen dem Firmenchef und den Chefs der US-Geheimdienste statt.

Normalerweise arbeitet ein hochrangiger Manager eines Unternehmens und eine kleine Zahl Techniker mit verschieden US-Geheimdiensten zusammen. Wenn nötig erhält der zuständige Manager eine Garantie, dass er nicht zivilrechtlich wegen des Datentransfers verfolgt werden kann.

Das zu Intel gehörige Unternehmen McAfee, das Internet-Sicherheits-Software herstellt, arbeitet regelmäßig mit dem NSA, dem FBI und dem CIA zusammen. McAfee ist ein wertvoller Partner, da es einen Überblick über schädlichen Internet-Traffic hat. Dazu gehört auch die Spionage durch ausländische Mächte.

Die Öffentlichkeit wäre erstaunt darüber, wie viel Hilfe die Regierung in Anspruch nimmt, sagte ein Insider. McAfee sammelt wertvolle Informationen über Hacker. Zudem kennt das Unternehmen den Aufbau der weltweiten Netzwerke, was nützlich sein kann, um Dienste auszuspionieren, die die Netze anzapfen.

Im Gegenzug erhalten die Unternehmen auch Informationen von den Geheimdiensten. So werden sie gewarnt, wenn im Internet Angriffe drohen. Oder sie erfahren, wer hinter den Angriffen steckt. Auch der Patriotismus der Manager soll bei der Weitergabe von Informationen an die Geheimdienste eine Rolle spielen.

Im Jahr 2010 griffen chinesische Hacker Google an. Google-Mitgründer Sergey Brin wurde damals mit hochsensiblen Geheimdienst-Informationen versorgt, die den Angriff zu einer Einheit des chinesischen Militärs zurückverfolgte. Brin nahm vorübergehend auch an Einsatzbesprechungen der Geheimdienste teil.

Zu diesem Zeitpunkt nahm Google bereits am Projekt Prism teil, das der Ex-NSA-Agent Edward Snowden nun ans Licht gebracht hat. Das Prism-Projekt verschafft dem US-Geheimdienst NSA direkten Zugriff auf die Server von Google und den anderen großen Internet-Unternehmen. Dadurch kann das NSA alle E-Mails, Chats und Online-Dokument mitlesen. Die US-Behörden haben dabei ein ganz besonderes Auge auf die Deutschen geworfen (mehr hier).

Bereits in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Telekommunikations-Unternehmen der USA die Gesprächsdaten aller Telefonate an das NSA weitergeben. Wegen dieses Vorgehens haben US-Bürgerrechtler, die Präsident Barack Obama im Wahlkampf noch unterstützen, nun verklagt.

Kommentare

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  1. Dalien Forester sagt:

    M. on a trip to LA
    Laterna infernA – Los Angeles
    http://www.youtube.com/watch?v=bJrXoPbYDms

  2. Raus aus Deutschland sagt:

    Also ich muß über dieses Geschrei schmunzeln.
    Das ist alles ein alter Hut.

    Auch die Anti-Viren-Programm Unternehmen arbeiten natürlich mit der Regierung zusammen. Da wird dann ein „Regierungstrojaner“ nicht erkannt weil dieser von den Anti-Viren-Software-Unternehmen entsprechend als ungefährlich eingestuft wird und dieser voll auf den Computer zugreifen kann.

    George Orwell 1984 bzw. die Neue Welt Ordnung wurde schon lange aktiviert.
    Was jetzt kommt ist der „Feinschliff“!

    Mit ECHELON werden doch schon lange Daten in Europa abgehört.
    Man erinnere sich nur an den Fall wo Boing Daten vom US Geheimdienst erhielt wegen einem Auftrag den Airbus erhalten sollte.

    Email Daten in Europa werden nicht „abgehört“ sondern da wird der komplette Inhalt des Servers des ISP (Internet-ServiceProvider) direkt gespiegelt sodaß Behörden den vollen Zugriff haben ohne das es zu Einzelabfragen kommt. Diese wären ein Risiko da dann Mitarbeiter des ISP wüßten WAS denn nun genau abgefragt wird.

    Bißchen in der Computer-Welt im Internet herum googeln und jeder kann das lesen.

    Darum frage ich mich:
    Wie naiv sind die Deutschen?

    Nur Gespräche abhören ist „Mega-Out“!
    Data-Mining ist sehr viel effektiver.

    Ich sage nicht das ist gut oder böse sondern Realität.
    JEDER Staat macht das!
    Wäre ich ein Staat würde ich es genau so machen!

    Nebenbei:
    Heute am 16.06.2013 werden rund 4.000 Elitesoldaten der revolutionären Garden vom Iran nach Syrien zur Unterstützung geschickt. Moskau will auch helfen.
    DAS könnte den 3. Weltgrieg auslösen!

    Quelle:
    http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/world-exclusive-iran-will-send-4000-troops-to-aid-bashar-alassads-forces-in-syria-8660358.html