Globale Krise ist ein Problem der Verteilungspolitik

Die exzessive Geldpolitik der Zentralbanken ist gescheitert. Nun droht eine globale Depression mit Massenarbeitslosigkeit und Inflation, weil das viele Geld nicht an die Konsumenten, sondern an die Spekulanten gegangen ist. Die fehlende Nachfrage bedroht die globale Wirtschaft.

Die Mitteilung der Fed, sie werde voraussichtlich die unorthodoxe Geldpolitik des Ankaufs von Staatsanleihen bis zum Ende des Jahres 2014 vollständig eingestellt haben, hat zu deutlichen Turbulenzen an den Finanzmärkten geführt. Der S&P 500 büßte 2,5 Prozent ein, der DAX 3,58 Prozent und der Eurostoxx 3,68 Prozent ein. Ein deutliches Signal, dass die Börsen zu einem erheblichen Teil durch die Geldschwemme der Fed getrieben waren. Man könnte auch salopp sagen, dass die Geldpolitik der Fed einen maßgeblichen Beitrag zu einer Finanzmarktblase geleistet hat, dass allein die Mitteilung, dass diese unorthodoxe Geldpolitik vor einem baldigen Ende stehe, die Aktienmärkte in Aufruhr versetzt hat. Jetzt schießen Spekulationen ins Kraut, wann und um wie stark die monatlichen Ankäufe schrittweise zurückgeführt werden. Der voraussichtliche Abgang von Ben Bernanke als Chef der Fed zum Jahresende 2013, die von Barack Obama an die Öffentlichkeit bekanntgeben wurde, schürt darüber hinaus Spekulationen, ob hier ein Zusammenhang zu sehen ist. Zuletzt war jedenfalls erkennbar geworden, dass die Mitglieder des FOMC sich zunehmend skeptisch gegen die lockere Politik äußerten.

Es ist möglicherweise kein Zufall, dass parallel zum Abgang Bernankes und zum Ende des Quantitative Easing in den USA auch Großbritannien einen Personalwechsel an der Spitze der Bank of England und ein Ende der Ankäufe von Staatsanleihen vollzieht. Bei der letzten Abstimmung vor dem Ausscheiden von Mervyn King zum Monatsende wurde von einer Mehrheit des MPC (Monetary Policy Committee) eine Fortsetzung der Ankäufe von weiteren Staatsanleihen abgelehnt, berichtet der Guardian. Offenbar sind auch hier die Zweifel an der Wirksamkeit und Nützlichkeit dieser Politik inzwischen so stark gewachsen, dass man das Politikexperiment beendet.

In Europa hat Mario Draghi ebenfalls immer größere Schwierigkeiten, seine Politik des OMT als Nachfolger von Trichets SMP noch durchzusetzen. Das größte Hindernis ist das anstehende Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts genau zu diesem Thema. Bannerträger gegen diese unorthodoxe Geldpolitik sind die Spitzenvertreter der Deutschen Bundesbank, die sich von Anfang an gegen diese Form monetärer Staatsschuldenfinanzierung mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln gestemmt haben. Der damalige Bundesbankpräsident Axel Weber trat deswegen unter Protest zurück. Das Direktoriumsmitglied Jürgen Stark trat ebenfalls wegen der unorthodoxen Geldpolitik von Mario Draghi zurück. Jens Weidmann der Nachfolger von Axel Weber als Bundesbankpräsident setzt dessen Linie in dieser Frage konsequent fort.

Es könnte nun die Zeit einer späten Genugtuung für sie kommen. Offenbar unterliegt der Zeitgeist wieder einmal einem Wandel. Man besinnt sich plötzlich wieder alter Tugenden. Der Sinn des Verbots monetärer Staatsschuldenfinanzierung liegt ja darin, die Politik dazu zu zwingen, eine solide Finanzpolitik zu betreiben und sich nicht auf die Hintertür monetärer Staatsschuldenfinanzierung zu verlassen.

Wie in der Gewaltenteilung von Exekutive, Legislative und Judikative soll im Bereich der Ökonomie der Staat einer Gewaltenteilung dahingehend unterliegen, dass er durch eine unabhängige Notenbank eine Kontrollinstanz gegen eine falsche Fiskalpolitik besitzt, die ihm, wenn sie ihre Aufgabe der Sicherung der Preisstabilität wahrnimmt, klare Schranken setzt.

Auch in Japan scheint sich abzuzeichnen, dass die exzessive Geldschöpfung der japanischen Notenbank als Bestandteil der Abenomics bereits nach wenigen Monaten fallengelassen worden ist. Der Widerstand innerhalb der japanischen Zentralbank gegen eine solche inflationäre Geldpolitik war zu groß. Der frisch ernannte Zentralbankpräsident Kuroda konnte sich gegenüber den anderen Vertretern der Bank of Japan nicht mehr durchsetzen. Auch dort drehte deswegen die japanische Börse innerhalb kurzer Zeit und wenige Tage nach Bekanntwerden des Politikwechsels von einer Börsenralley zu einem Bärenmarkt mit mehr als 20 Prozent Kursverlust. Die exzessive Geldschöpfung und Staatschuldenfinanzierung erwiesen sich auch dort als Bumerang. Der erhoffte Exportboom hatte nicht den erhofften Effekt. Der Handelsbilanzsaldo blieb trotz der massiven Abwertung des Yen gegenüber Japans Handelspartnern negativ.

Die Massen ohne Geld

John Meynard Keynes hatte in seiner General Theory bereits auf das Problem einer Liquiditätsfalle für den Fall hingewiesen, dass wenn der Nominalzins bis auf null gesenkt worden ist, die Geldpolitik ihre Wirksamkeit auf die Realwirtschaft eingebüßt hätte. Ben Bernanke war mit der Fed angetreten durch seine unorthodoxe Geldpolitik diese Liquiditätsfalle zu überwinden. Man könnte das jetzt absehbare Ergebnis eines weltweiten Abbruchs des monetären Experiments mit der unorthodoxen Geldpolitik als Scheitern dieses Versuchs ansehen. Wie Keynes bereits damals feststellte, „konnte man die Pferde zwar zur Tränke führen, aber saufen mussten sie schon selber.“

Genau hieran ist aber die unorthodoxe Geldpolitik am Ende gescheitert. Inzwischen sitzen sowohl in den USA und Japan – für Europa liegen keine diesbezüglichen Zahlen vor – Billionen US-Dollar auf den Konten der großen multinationalen Unternehmen, die sich trotzdem in einem Investitionsstreik üben. Sie sehen keine Märkte mit einer effektiven Nachfrage, die Investitionen in Kapazitätserweiterungen lohnen würde. Eine Austeritätspolitik zu Lasten der Massen ist daher genau das Gegenteil einer jetzt gebotenen Konsolidierungspolitik. Ohne eine Steigerung der Massenkaufkraft wird über kurz oder lang nichts mehr gehen. Es droht dann eine anhaltende Depression der Weltwirtschaft. Die weltweite Massenarbeitslosigkeit wird zu weltweiten sozialen Unruhen führen.

Jetzt droht eine deutliche Inflationsbeschleunigung, die die Umverteilungskrise nur noch verschärfen wird. Überall dort, wo die Inflation außer Kontrolle gerät, drohen bereits jetzt soziale Unruhen. Brasilien, Indonesien oder die Türkei sind nur der Anfang.

Mithin liegt es immer weniger an den Finanzierungsbedingungen der Unternehmen, sondern an der effektiven Nachfrage. Da die Einkommensverteilung sich immer stärker zugunsten der Kapitaleinkommen weltweit verschoben hat, fehlt es kumulativ an einer effektiven Nachfrage der privaten Haushalte: Die Ausweitung des Konsumentenkredits und eine damit einhergehende kumulative Verschuldung der Haushalte konnte diese Entwicklung nur vorübergehend aufhalten. Irgendwann werden auch hier die Kreditausfallrisiken zu groß, wie zuletzt die Subprimekrise in den USA und in Europa, beispielsweise in Spanien, gezeigt haben.

Da der Staat mit einer Fiskalpolitik der defizitfinanzierten staatlichen Nachfrage auf Dauer auch nicht im Stande ist, eine solche kumulative Nachfragelücke in der Gesellschaft dauerhaft zu schließen, ohne irgendwann in eine Staatsschuldenkrise mit drohendem Staatsbankrott zu geraten, bleibt eigentlich nur eine Verteilungspolitik, die die Einkommensverteilung wieder soweit stabilisiert, dass Konsum und Investitionen ohne eine kumulative Verschuldungskrise wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Letztendlich kann man wie Robert Skidelsky feststellen, dass die Krise und die Reaktionen einer unorthodoxen Geldpolitik die Einsichten von John Meynard Keynes erneut bestätigen. Die Liquiditätsfalle ist mit den Mitteln einer unorthodoxen Geldpolitik nicht dauerhaft überwindbar. Die Pferde saufen trotz enormer Liquidität bei Banken und Unternehmen nicht. Sowohl der Kreditkanal als auch der Zinskanal bleiben verstopft. Ohne eine effektive Nachfrage der Bürger, d.h. eine ausreichende Massenkaufkraft, helfen alle Flickschustereien am System nichts.

Wenn es den Medianeinkommensbeziehern immer weniger gelingt, ein Auto oder ein Haus aus den laufenden Einkommen und Ersparnissen, die über eine gewisse Phase akkumuliert worden sind, zu finanzieren, dann ist das ökonomische System auf Sand gebaut. Es mögen immer bizarrere Luxusgüter für eine kleine exklusive Minderheit von Einkommensmillionären produziert werden, sie ersetzten die Massenkaufkraft auf Dauer nicht.

Die derzeitige Krise hat ein fundamentales verteilungspolitisches Problem. Das ist im Kern nur durch eine entsprechende Korrektur in der Einkommensverteilung zwischen Armen und Reichen zu beheben. Nur fehlt es an der dafür notwendigen Einsicht innerhalb der Eliten. Man will die erlangten Besitzstände verteidigen und ruiniert damit den Kapitalismus.

Kommentare

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  1. cashca sagt:

    Die globale Krise ist das Problem fehlender Intelligenz.
    Weiter ein Problem fehlender Moral, Bescheidenheit, Mäßigung, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit.
    Die Lüge , die Gier und die Korruption regiert überall.
    Den ehrbaren Kaufmann, die Bankerehre gibt es nicht mehr,

  2. Freki0 sagt:

    Warum ist das Casino überhaupt entstanden – vor allem in dem monströsen Ausmaß, das wir sehen? Die Anwort ist sehr einfach und sie hat mit menschlicher Gier nur bedingt zu tun: den Gläubigern fehlten und fehlen solvente Schuldner – man nahm sich daher zunehmend gegenseitig das Geld ab durch Finanz-Wetten. Schon die Sub-Prime-Krise machte das ja deutlich. Das was uns als ‚Krisen-Managemant‘ von Politik und Finanzelite präsentiert wird, ist nichts anderes als die forcierte Versorgung der Kapitalmasseneigner mit Schuldnern, die erstere zu einer komfortablen Gläubigerposition verhelfen sollen – in Deutschland sind fast 90% der Privatvermögen zinseszinsgeneriert! Warum gab es Sub-Prime-Schuldner und warum mussten diese durch die Politik ‚ersetzt‘ werden? – natürlich, weil es keine Prime-Schuldner gab oder zumindest mittlerweile viel zu wenige. Ohne Schuldner keine Gläubiger und umgekehrt. Die Banken, die in Privateinlagen erstickten, waren längst nichtmehr in der Lage, ihre Schuldnerfunktion, die sie nun mal selber gegenüber den Kapitaleinlegern haben, durch ihre klassischen Dienste für die Realwirtschaft renditewirksam wahrzunehmen. Erst trieb man Handel mit gebündelten und anonymisierten Sub-Prime-Schuldnern – den letzten bissen die Hunde (deutsche LBs) – und dann landete der Müll dort, wo man ihn von Anfang an haben wollte: bei den Staaten. Staaten verfügen über potentielle Schuldner zu Abermillionen; diese sind
    zwar keine ‚freiwilligen‘ Schuldner, werden aber über ihre staatsbürgerlichen Pflichten leicht zu solchen gemacht. Daher das intensive Zusammenwirken von Politik und Finanzindustrie.
    Über die Steuerbürger als Zwangsschuldner werden die Realwirtschaften zu Verzinsungsvehikeln der Kapitaleigner – selbstredend haben letztere kein Interesse, dort noch zu investieren und ganz selbstverständlich haben nun die Staaten die Aufgabe, die Leistungsfähigkeit ihrer Realwirtschaften den geforderten bzw. übernommenen Schuldendiensten anzupassen. Das geschieht durch ‚Austerity-Maßnahmen‘ oder auf deutsch: Verarmung der Bevölkerung. Bei Frau Merkel hört man da so Harmlosworte wie ‚Reformen‘.

  3. c-nes sagt:

    Wer bei dieser Anlayse zu dem Schluss kommt, es handle sich um ein „Verteilungsproblem“ hat nichts verstanden. Die Probleme sind durch Umverteilung entstanden. Die, zu deren Lasten eine Umverteilung geht, werden sich immer gegen eine Enteignung zu wehren wissen. Die Folge ist, daß der deutsche Mittelstand, also die arbeitende Bevölkerung, mit den Kosten der wirkungslosen Umverteilung belastet werden.

  4. Josef sagt:

    Der Urzins, der allein aus der Wertaufbewahrungs(un)funktion des herkömmlichen Geldes (Zinsgeld) resultiert, macht aus der Marktwirtschaft – von einem Krieg bis zum nächsten und dazwischen mit exponentiell steigender Tendenz – eine kapitalistische Marktwirtschaft. Und weil die halbwegs zivilisierte Menschheit seit jeher ein fehlerhaftes Geld mit parasitärer – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden – Wertaufbewahrungsfunktion verwendet (das heutige Papiergeld wurde gänzlich unreflektiert dem Edelmetallgeld der Antike nachgeäfft), liegt bis heute die freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus (Natürliche Wirtschaftsordnung = echte Soziale Marktwirtschaft) für die Allermeisten und insbesondere für studierte “Wirtschaftsexperten” sowie von der Masse gewählten “Spitzenpolitikern” weit außerhalb ihres Vorstellungsvermögens. Es werden die verrücktesten Ausreden erfunden, die letztlich alle auf der Verwechslung und Vermischung des Urzinses mit dem Knappheitsaufschlag beruhen, warum eine “zinsfreie Wirtschaft” angeblich “vollkommen unmöglich” wäre.
    Unter den “etablierten” Ökonomen war allein John Maynard Keynes wenigstens so ehrlich zuzugeben, dass eine staatliche Liquiditätsgebühr auf alles Zentralbankgeld (“carrying costs”) “der vernünftigste Weg sein (würde), um allmählich die verschiedenen anstößigen Formen des Kapitalismus loszuwerden. Denn ein wenig Überlegung wird zeigen, was für gewaltige gesellschaftliche Veränderungen sich aus einem allmählichen Verschwinden eines Verdienstsatzes auf angehäuftem Reichtum ergeben. Es würde einem Menschen immer noch freistehen, sein verdientes Einkommen anzuhäufen, mit der Absicht es zu einem späteren Zeitpunkt auszugeben. Aber seine Anhäufung würde nicht mehr wachsen.”
    Doch ohne diesen “vernünftigsten Weg” zu beschreiten, was Silvio Gesell bereits 20 Jahre vorher getan hatte, lässt sich Keynes in seiner “Allgemeinen Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes” (1936) nur über alle denkbaren und undenkbaren Möglichkeiten aus, wie es der politischen Seifenoper gelingen könnte, den Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) durch eine “antizyklische staatliche Investitionspolitik” bis zum Staatsbankrott durch Überschuldung hinauszuzögern, anstatt das Elend einfach abzustellen. So können wir heute sagen: “Keynes sei Dank” gibt es uns noch, aber dafür wird der bevorstehende, endgültige Zusammenbruch der Weltwirtschaft (globale Liquiditätsfalle) umso katastrophaler werden, sollte es nicht gelingen, noch während der einsetzenden Deflationsphase die Natürliche Wirtschaftsordnung zu verwirklichen.

    Siehe auch: „Der Zins – Mythos und Wahrheit“ in „Opium des Volkes“.

  5. Albet Albern sagt:

    Mein Respekt an den Autor!

    Das „GELD“ bekommt langsam seinen SINN.
    Wozu DIENT das Geld???

    Ich will darüber nicht streiten, aber auf jeden Fall kann das Geld nicht nur einigen WENIGEN dienen. Sonst verliert es automatisch an WERT! An BEDEUTUNG…

  6. Manfred Corte sagt:

    Danke Herr Erber, für diese prägnante Analyse und diesen fachlich-sachlichen und informativen Artikel ohne jede Polemik. Es tut gut, so etwa bei DMN zu lesen! Wenn auch der Ausblick trostlos ist …

  7. Oeconomicus sagt:

    Erläuterungen zu dem geflügelten Ausspruch “Die Pferde wollen nicht saufen”

    http://oconomicus.wordpress.com/2013/05/04/erlauterungen-zu-dem-geflugelten-ausspruch-die-pferde-wollen-nicht-saufen/

  8. Hans von Atzigen sagt:

    Perfekte Analyse. Bezüglich am Schluss kurz angesprochenem Lösungsansatz = Umlenkung der Gelder. Ein Nachhaltiger Lösungsansatz ist auch das nicht, sondern lediglich die Fortführung einer längst laufenden Desasterpolitik. Stimulanz der Wirtschaft über die Geldschöpfung. Wirtschaft ist ein vielschichtiger Prozess mit vielen Relevanten Faktoren. Mit Einzel-Rezepten wird man der Sache nicht gerecht.
    Es gibt nur eine Möglichkeit ein Modell in das zumindest alle massgeblichen Faktoren einfliessen. Doch diesbezüglich existieren aktuell den nicht einmal Denkansätze. Zusammenfassend bleibt nur noch folgende Aussage. Da hat sich auf breitester Front ein Unding in den Köpfen festgefressen. Ganz klar in den Köpfen von Otto Normalverbrauchern und Köpfen von Spitzen-Verantwortlichen inklusive sog. Wirtschaftswissenschaftlern. Die aussichtslose suche nach dem Ökonomie-Perpetuum-Mobile. Doch eben dies KANN und wird NICHT funktionieren.
    Näheres unter: http://www.hans-von-atzigen.ch
    Freundliche Grüsse.

    • Albet Albern sagt:

      „Wirtschaft ist ein vielschichtiger Prozess mit vielen Relevanten Faktoren.“

      Alle „relevanten Faktoren“ kann die Wirtschaft selbst lösen – sie kann den Hebelkran bestellen, die Billiglöhner importieren lassen wie auch die Behörden korrumpieren oder nach anderen Lösungen suchen. Nur ein EINZIGER Faktor kann die gesamte Wirtschaft lähmen – DAS GELD.

      Könnte die Wirtschaft auch das Geld selbst produzieren, dann würde sie wahrscheinlich nichts anderes machen als das Geld zu produzieren.(???)…

      Kann aber die Wirtschaft das Geld NICHT MEHR auf mehr oder weniger ehrlichen Wegen verdienen, dann macht sie gar nichts!!!

      Wenn kein Geld zu verdienen ist, legt sich die „Wirtschaft“ zum Schlafen…

      Bitte bedenken – die „Wirtschaft“ ist kein von Gott geschaffener Mechanismus. Die „Wirtschaft“ sind WIR – die MENSCHEN. An vielen Punkten unberechenbar, aber wenn es ums GELD geht…

      • Hans von Atzigen sagt:

        Sehr treffende Aussagen. Es gibt nur einen Weg weniger in Geldeinheiten und vermehrt in Realwirtschaftsmechanismen Denken. Denn letztlich können wir nur das vorgängig Real Produzierte Konsumieren. Dies wiederum auf der Basis des Real verfügbaren das der Planet bietet. Tja die Wirtschaft hat indirekt eben doch das Geld selber Produziert. Die Notenbanken und die Geschäfts-Banken mit kreativer Geldwirtschaft haben dies für die Wirtschaft willfährig übernommen und dies in einem Irren Ausmass. Ein einigermassen stabiler Geldwert ist nur aufrechterhaltbar wenn die Geldmenge bestmöglich an das Realwirtschaftsergebnis gekoppelt wird. Innzwischen ist da eine Megadiskrepanz. Dies hat zu Irren Verwerfungen in der Realwirtschaft geführt. Besonders innerhalb der letzten 20-30 Jahre konnte man zunehmend Geld verdienen ohne dafür eine Reale Produktions oder sinnvolle Dienstleistung anzubieten. Wir haben in einem irren Ausmass und zunehmend den Konsum über die Notenpresse finanziert.
        Der Weg in die sog.Dienstleistungsgesellschaft war ein Irrweg den Dienstleistungen im Übermass sind dem Konsumfaktor zuzuordnen.
        Tja der liebe Gott. Dem ist das schnurzegal was wir hier auf dem Planeten anstellen. Dafür tragen wir die alleinige Verantwortung.
        Freundliche Grüsse
        http://www.hans-von-atzigen.ch

  9. ralph hirnrabe sagt:

    Zitat: Offenbar sind auch hier die Zweifel an der Wirksamkeit und Nützlichkeit dieser Politik inzwischen so stark gewachsen, dass man das Politikexperiment beendet.
    und mehrere weitere Punkte

    Sie wissen es, dass durch das angebliche hochmathematische Rezept nur der Umverteilung von Vermögen von „unten nach oben“ erfolgt. Das ist das Ziel. Wenn man es noch ein paar Jahre weiterlaufen liese, könnte es sein, dass das gemeine Volk dahinter kommt. Mit wichtigen und hochkonzentrierten Gesichtsausdruck glaubt auch das amerikanische Volk, dass es die FED gut mit ihnen meint. Dann ist doch alles bestens gelaufen.

    Zitat: Sowohl der Kreditkanal als auch der Zinskanal bleiben verstopft. Ohne eine effektive Nachfrage der Bürger, d.h. eine ausreichende Massenkaufkraft, helfen alle Flickschustereien am System nichts.

    Wen soll das denn noch überraschen. Ihre Redaktion und die Leser dieses Blogs wohl sicherlich nicht.

    Zitat: Es mögen immer bizarrere Luxusgüter für eine kleine exklusive Minderheit von Einkommensmillionären produziert werden, sie ersetzten die Massenkaufkraft auf Dauer nicht.

    Das ist denen, die derzeit die Versklavung der Menschheit vorantreiben, erst mal egal. Sie hoffen nur, nicht selbst Sklave zu werden und dass man immer wieder weitere Märkte findet. Irgendwann wird das ja auch mal mit Afrika nach dem x. Versuch klappen. Und bis dahin: In the long run we are all dead (John Maynard Keynes)

    Ihrem Schlußstatement ist nichts hinzuzufügen.

  10. Andres Müller sagt:

    Herr Erber, ich habe leider selten eine solch gute Übersicht über die Wirtschaftspolitik der letzten Jahre gelesen. Obwohl alle diese Ereignisse die geschehen sind voraussehbar waren (Sie erwähnen Keynes) glaubte man mit neuen Finanzmarktinstrumenten die „Naturgesetze“ zu überlisten. Eigentlich ist es ganz gut dass dies misslungen ist, denn in einer Welt in der die Wirtschaft boomt trotz vieler Arbeitsloser und einer verarmten Mittelschicht -will ich nicht leben.

    Sie sagen es, Schuld an der Misere sind unsere politischen und Wirtschaftseliten, die am entstandenen Zitronensozialismus für Banken Billionen verdient haben. Die Warnung vor sozialen Unruhen kommt hoffe ich nicht zu spät, wehe wenn der Durchschnittsbürger versteht was Sie da geschrieben haben.