EZB-Draghi gibt Banken weiter billiges Geld

Die Kursstürze der letzten Tage haben die EZB dazu bewegt, erneut mit Worten zu handeln. Der Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik sei noch weit entfernt, so Draghi. Die steigenden Zinskosten für die Peripherie haben die Erfolge der letzten Monate innerhalb von Tagen wieder zunichte gemacht. Bald wird Draghi gezwungen sein, zu handeln, statt nur zu reden.

Es war quasi ein Doppelschlag der Zusicherung. Sowohl EZB-Chef Draghi als auch EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure haben am Dienstag versichert, dass es weiterhin billiges Geld von der EZB geben wird. Die vergangenen Tage hatten gezeigt, wie schnell sich die Situation an den Märkten wieder umkehren kann. Nach Ankündigungen der Fed und Chinas Zentralbank, die Gelddruck-Maschine wieder langsamer laufen zu lassen, rutschten die Kurse weltweit.

Auch in Europa war dies zu spüren. Die Aktenkurse fielen und die Zinskosten für die Staatsanleihen zogen wieder an. Vor allem in den Peripherieländern machten die Renditen für die Bonds einen so großen Sprung, dass sie schon wieder an den Werten kratzen, die sie vor Draghis Ankündigung der neuen Anleihekäufe (OMT) aufwiesen.

Für die EZB sind das keine guten Entwicklungen. Hatten doch Asmussen und Draghi mehrmals in den vergangenen Wochen darauf hingewiesen, wie erfolgreich die Geldpolitik der EZB sei. Besonders stolz waren sie dabei auf die OMTs. Allein deren Ankündigung habe die Zinskosten gesenkt, hieß es immer wieder.

Doch nun sah man sich offenbar benötigt, noch einmal mit Versprechungen Einfluss auf die Finanzmärkte zu nehmen. Der Ausstieg aus der derzeitigen Geldpolitik sei noch weit entfernt, so Draghi in Berlin. Ähnlich formulierte es auch Direktoriumsmitglied Benoit Coeure in London.

„Die verschiedenen außergewöhnlichen Maßnahmen, die von der EZB ergriffen wurden, (…) werden so lange wie nötig weitergeführt werden. (…) Und es gibt noch weitere Maßnahmen, (…) die wir ergreifen, wenn es notwendig ist. (…) Daher sollten zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Zweifel daran bestehen, dass unser ‚Exit‘ [aus der lockeren Geldpolitik] noch weit entfernt ist.“

Und Draghi konnte nicht umhin, noch einmal die erfolgreiche Politik der EZB zu betonen:

„Keines der größeren Länder des heutigen Euroraums hat in den fünfzig Jahren vor dem Euro über einen so langen Zeitraum solch niedrige Teuerungsraten verzeichnen können. Und auch im internationalen Vergleich schneiden wir sehr gut ab. Die Leistung der EZB ist somit bemerkenswert.“

Doch angesichts der Zinsentwicklungen der letzten Tage stellte sich die Frage, wie viel Wirkung die Worte Draghis und Coeures tatsächlich noch auf die Finanzmärkte haben. Zumal noch immer die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Rechtmäßigkeit der Anleihekäufe aussteht.

Die Situation in Italien und in Spanien hat sich zudem dramatisch verschlechtert. Das spanische Bankensystem wackelt und auch Italien bleibt angesichts der starken Rezession, der hohen Arbeitslosigkeit und der unsicheren Regierung ein Kandidat für ein Bailout.

So könnte der tatsächliche Start der OMTs bald schneller notwendig werden, als es der EZB lieb ist. Denn sowohl Italien als auch Spanien sind eigentlich zu groß, um mittels des ESM ein Bailout zu erhalten (hier). Notfalls muss man dann eben die vage angekündigten Voraussetzungen für die OMTs noch einmal etwas ändern, um auch ohne Bailout-Antrag handeln zu können. Draghis Vorteil: Einen offiziellen Rechtsrahmen gibt es ja noch nicht.

Kommentare

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  1. 123 sagt:

    ich dachte, der euro sei gerettet.

  2. Stefan G. Weinmann sagt:

    das anegebl. „Amtsgericht“ Bad Kreuznach, ist als eine Firma eingetragen
    http://templerhofiben.blogspot.de/2013/06/gerichtsverhandlung-vor-der-firma.html

  3. Gerdi sagt:

    Solange wie nötig?
    Nein! Solange er Geld hat, für das Deutschland bürgt. Das muss schließlich weiterverteilt werden! Egal wofür!

  4. meier64 sagt:

    Waaaaaas ???? Der Euro hat seit seiner Einführung real 65% an Kaufkraft verloren. Somit ist der Euro die schlechteste Währung der Geldgeschichte. Die Tatsachen werden mal wieder ins Gegenteil verkehrt, die Masse an Verleugnung der eigenen Fehlleistungen und die die geballten Lügen sind einfach nur ekelerregend. Draghi ist ein Auftragskiller im Dienste von Goldmann Sachs. Ich wünsche mir nur noch, das solche Typen vom Volk auf der Straße zur Rechenschaft gezogen werden.

  5. Tommy Rasmussen sagt:

    „…dass es weiterhin billiges Geld von der EZB geben wird“

    bis Phase 3:

    Phase 1: Inflation. ( = Zu viel wertloses Papier-Geld unter den “Bürgern” ) Da nun das Geld des gemeinen Bürgers weniger wert ist, muss er zur Bank gehen, um für ein Darlehen zu bitten, dass er sein Geschäft führen kann etc..Die Banken geben (selbstgemachte Luft-Geld- Kreditten) links und rechts ohne Sicherheiten.

    Phase 2: Wenn die ( PRIVATEN !!! ) Zentralbank zufrieden ist, dass es genügend “Bürger” ( = Menschen die für Luft- Geld- Kreditten bürgen ) mit Schulden gibt, dann wird die Bank den Geldzufluss verringern, indem sie keine Darlehen mehr offeriert.

    Phase 3: Warten, bis die Leute genug verschuldet sind, um sie bankrott erklären zu lassen, was wiederum der Bank erlaubt, von Ihnen wirkliche Werte für Pfennige zu beschlagnahmen, Geschäfte, Wohneigentum, Infrastruktur ( wie jetzt in Griechenland ) etc. Es ist nie genug Geld da, um ausstehende Schulden zu begleichen, weil alles Geld in Form von Krediten (aus NICHT !!!) durch die Geschäftsbanken geschöpft wird, und diese nur die Kreditsumme schöpfen, aber nie die bis zur Rückzahlung des Kredits fälligen Zinsen.
    http://moltaweto.files.wordpress.com/2011/05/eggert-wolfgang-manhatten-berlin.pdf