EU will Jugendarbeitslosigkeit bekämfen

Die EU will zusammen mit den Mitgliedsländern den Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit aufnehmen. Die Regierungschefs haben beschlossen, dafür sechs Milliarden Euro aus dem neuen EU-Haushalt zu nutzen. Ein scheinbar hoher Betrag, doch am Ende sind das in den kommenden Jahren monatlich 15 Euro, die pro arbeitslosen Jugendlichen investiert werden.

Beim EU-Gipfel am Donnerstag haben sich die Staats- und Regierungschefs auf die sowieso schon angekündigten sechs Milliarden Euro zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa geeinigt. 5,627 Millionen junge Menschen unter 20 Jahren sind EU-weit arbeitslos (Stand: April 2013). Das entspricht einer Quote von 23,5 Prozent.

Tatsächlich ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit ein wirklich großes Problem. In manchen südeuropäischen Ländern beträgt diese bereits über 50 Prozent: Griechenland (62,5%), Spanien (56,4%). Doch nicht nur in der Peripherie Europas ist Jugendarbeitslosigkeit zu finden. Auch in Frankreich und vor allem den skandinavischen Ländern gibt es immer mehr junge Menschen ohne Job (hier).

Angesichts dieser Zahlen ist unverkennbar, dass die Mitgliedsstaaten handeln müssen. Das Risiko sozialer Unruhen wächst. Da klingen sechs Milliarden Euro erste einmal gar nicht schlecht. Und dann sollen diese Gelder auch schon in den kommenden beiden Jahren in die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit investiert werden – nicht schlecht, könnte man meinen.

Doch es ist geradezu lächerlich diese Summe als Mittel zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit zu bezeichnen. Ganz gleich, ob diese sechs Milliarden 2014 und 2015 ausgezahlt werden – festgelegt ist: Sechs Milliarden des neuen Haushalts. Und dieser läuft von 2014 bis 2020. Da spielt es keine Rolle, ob es in den sechs Jahren in regelmäßigen Abständen investiert wird, oder sofort. Die sechs Milliarden wird es für den Zeitraum von 2014 bis 2020 geben – also für sechs Jahre.

Das würde bedeuten, dass theoretisch jedes Jahr eine Milliarde Euro aus dem EU-Haushalt zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit zur Verfügung steht. Was in etwa 83,333 Millionen Euro monatlich entspricht. Etwas über 83 Millionen Euro monatlich also für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in den kommenden sechs Jahren. Doch bei ca. 5,627 Millionen Menschen unter 25 Jahren, die arbeitslos sind, wären das monatlich etwas mehr als 14,80 Euro pro arbeitslosen Jugendlichen, die investiert würden.

Oder anders gesagt. Bei 27 Mitgliedsländern macht das theoretisch, wenn jedes Land dieselben Mittel erhielte, ca. 37,037 Millionen Euro jährlich pro Mitgliedsland für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Mit Kroatien als neues Mitglied der EU sogar nur noch 35,714 Millionen Euro im Jahr.

Ein Tropfen auf den heißen Stein. Vor allem, wenn man bedenkt, wie viele Milliarden bereits in marode europäische Banken geflossen sind und noch fließen werden. Aber man muss noch nicht einmal in Richtung Bankenrettung schauen. Ein Blick in die Agrarsubventionen reicht völlig. Diese machen immer noch 40 Prozent des gesamten EU-Haushalts aus. Hierfür hat man erst kürzlich mal wieder 58 Milliarden Euro jährlich bewilligt.

So etwas stellt sich die EU, und allen voran die deutsche Kanzlerin vor, wenn von Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit die Rede ist. Arbeitschancen für die junge Generation sind demnach weniger entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Länder und der EU als hochsubventionierte Großbetriebe in der Landwirtschaft. Über die Agrarfonds fließen nämlich sogar EU-Gelder in die Rüstungsindustrie. Und die ist wiederum vor allem in Deutschland eine der erfolgreichsten Industrien (hier).

Kommentare

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  1. Raus aus Deutschland sagt:

    Arbeitsplätze werden von Unternehmen offeriert und nicht „vom Staat geschaffen“.

    Wie wäre es denn wenn man die Grenzen etwas mehr abschottet und den Mittelstand wieder aufblühen läßt?

    Unternehmer schaffen Arbeitsplätze und keine Regierung.
    Warum unterstützt die Regierung nicht den Verkauf von inländischen Produkten?

    Da stellt sich mir die Frage:
    Welche Interessen vertritt denn die deutsche Regierung?
    Vertritt diese den deutschen Mittelstand.

    Persönlich habe ich mir diese Frage bereits beantwortet.
    Konsequenz war raus aus Deutschland.

    Natürlich kann nicht jeder sofort zu 100% raus aus Deutschland.
    Allerdings sollte sich jeder fragen ob sein Vermögen in Deutschland noch sicher ist nachdem was da soll alles von Politikern beschlossen wurde.

  2. Chris Carter sagt:

    Es werden Billionen transferiert um ein sich überholtes System zu stützen, um letztendlich den Reichtum weniger zu schützen ( Rothschild lässt Grüßen ). Der normale Mensch braucht kein abstruses Finanzsystem, er braucht vor allem Nahrung, eine Arbeit von der sich leben lässt und seine Familie versorgt werden kann und Gesundheitliche Versorgung. Dies alles war und ist sehr einfach zu erreichen und Bedarf keinen hoch komplexen geopolitischen Finanzsysteme.
    Wir müssen uns auch nicht mehr gegen andere Völker und Rassen wehren, wir sind alles Menschen. Ich habe gegen den chinesischen Wanderarbeiter genauso wenig wie er gegen mich. Helfen wir uns indem wir dieses System stürzen.
    Dazu Bedarf es keine vermeintlich gebildete Menschen die uns erklären sollen wie gut es uns doch geht. Und dabei an einem Tag mehr Geld ausgeben als wir in Doppel- und Dreifach-Schichten erwirtschaften für unser Budget an Nahrung im Monat!

  3. Chris Carter sagt:

    Genauso ist es! Wir sind jung, wütend und haben keine Zukunft, nur das Macht denen Angst. Daher versuchen sie uns nun rasch Gesellschaftsform in deren Wirtschaft zu integrieren. Wir brauchen deren Finanzsystem nicht, sie brauchen uns aber als Ihre Lohn-Sklaven!

  4. syssifus sagt:

    Ich wette der regierende Buchhändler,manchmal als Feldwebel verunglimpfter EU-Präsident,derblickt die Pointe nicht einmal.

  5. Max sagt:

    Hahahahaha

    Mehr kann man dazu nicht sagen.

  6. Hans von Atzigen sagt:

    Was soll man da noch??? 14.80 EURO für die Schaffung eines Ertragreichen Arbeitsplatzes??? Für die Schaffung eines Arbeitsplatzes sind Investitionen je nach Branche von mindestens 10’000 – 100’000 EURO Erforderlich. Das kann jeder Unternehmer ohne Taschenrechner bestätigen.14.80 Euro die reichen gerade mal für einen Tag nacktes Überleben. Werte Leser das muss man sich nur ganz kurz durch den Kopf schleusen!!!??? Mein Gott diese EU Granden. Von Ökonomie nicht einmal Ansatzweise irgend eine Ahnung und Vorstellung einfach, absolut und Total MESCHUGGE. Da bleibt nur noch eine Wertung EU = das Totale IRRENHAUS.

  7. Frank sagt:

    Kürzlich warnte Herr Schäuble, dass die dramatisch hohe Jugendarbeitslosigkeit in der EU ein Sicherheitsrisiko darstellt. Vor diesem Hintergrund werden Datensammlungen, totale Überwachung, Drohnen, zivile Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr im eigenen Land natürlich viel verständlicher.
    Die arbeitslosen Jugendlichen ohne Perspektive gehören doch irgendwie auch zur Bevölkerung der EU. Wer also muss jetzt eigentlich vor dem Volk geschützt werden?????

    • Polit- und Bank Gangster - ab in den Knast ! sagt:

      Hast du keine Arbeit, wirst du mit Drohnen überwacht, damit du nicht auf
      dumme Gedanken kommst, jeder Arbeitslose ist doch ein potentieller
      Terrorist, bitte stellt mehr Leute im Überwachungsdienst an, Stasimetho-
      den müssen wieder aufleben. Gut dass wir eine große Vorsitzende haben,
      die in Propaganda und Agitation geschult ist, singen wir jeden Tag das
      Loblied auf ihre Unfehlbarkeit, Weitsicht und Genialität.