Standard & Poor’s stuft Deutsche Bank herab

Die Ratingagentur S&P hat die Kreditwürdigkeit für die Deutsche Bank, Barclays und die Credit Suisse herabgesenkt. Die Investment-Abteilung der Deutschen Bank sei extrem anfällig, das Kapital reiche nicht zur Absicherung aus

Die Deutsche Bank gilt seit längerem als der große Wackelkandidat im deutschen Bankensystem. Kracht es hier, wird es teuer für den Steuerzahler. Am Dienstag hat nun die Ratingagentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit des Instituts von A+ auf A gesenkt. Neben der Deutschen Bank wurden jedoch auch die Credit Suisse und Barclays herabgestuft.

Trotz der letzten Kapitalerhöhung seien die Risiken der Bank weiter gestiegen. Besonders der Investment-Bereich sei anfällig, so die Ratingagentur. Angesichts der strengeren Regulierung der Banken Europas habe sich auch das Risiko für die Gläubiger erhöht. Aber auch die stetig drohenden Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank mahnte S&P an.

Finanzexperten und auch die die US-Börsenaufsicht warnten erst vor ein paar Tagen vor den Gefahren, die sich aus der schlechten Kapitalisierung der Deutschen Bank ergeben. Die Bilanz des Instituts weit Derivate in Höhe von mindestens 48 Billionen Euro auf.

Der deutsche Bankensektor ist Analysten zufolge unterfinanziert und einsturzgefährdet. Paul Gambles, Manager bei dem Finanzunternehmen MBMG International, hält vor allem die größte deutsche Kreditinstitut für gefährdet: Die Deutsche Bank sei „überwiegend fremdfinanziert“ und eine Katastrophe sei bereits absehbar.

Die Deutsche Bank habe eine „schreckliche“ Finanzbasis, die auf „schlechten Vermögenswerten“ aufgebaut sei, sagte Gambles. Die meisten Reformen, die seit 2008 umgesetzt worden seien, seien allein dafür entstanden, „den deutschen Bankensektor am Leben zu halten“. Auch die Eigenkapitalquote der Deutschen Bank sei „grauenerregend“. Nur 1,63 Prozent der Finanzgeschäfte seien mit liquiden Mitteln abgedeckt.

Die Investmentbank Goldman Sachs unterstützt diese Aussagen. Die Deutsche Bank und die französische Crédit Agrocole seien so schlecht kapitalisiert, dass sie die ersten Kandidaten für einen Bailout werden könnten.

Die Deutsche Bank bezieht zu den Anschuldigungen Stellung: „Zu sagen, wir seien unterkapitalisiert ist nicht korrekt. Gemessen an den Rahmenbedingungen von Basel sind wir eine der am besten ausgestatteten Banken der Welt“, sagte Stefan Krause, Finanzchef der Bank, in einer Reuters-Meldung.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    NACH DEN WAHLEN IST DER TAG DER WAHLHEIT !
    „Alternativlos“ sind neue und höhere Belastungen, eventuell auch ein Griff nach den Sparguthaben. Die Politiker müssen nichts Neues erfinden, nur bereits in der Vergangenheit bewährte Raubzüge nachäffen ! AfD wählen !

  2. syssifus sagt:

    Das hatte Frau S.Wagenknecht von den Linken, schon vor einiger Zeit in einer Diskussionsrunde dargelegt.Die Deutsche Bank wird nun von der Wirklichkeit eingeholt.

  3. SchauDa sagt:

    Wie jetzt – 31 Milliarden reichen nicht zur Absicherung von 55 Billionen Schrottderivaten aus? Na dann aber ab zu unserem hochseriösen Finanzminister, der zeigt euch wie ein Hebel funktioniert…

    • Klaus Hildner sagt:

      – „weist Derivate“, „Credit Agricole“ — bitte Rechtschreibung korrigieren
      – ansonsten super Artikel
      – schoen waere, die Anforderungen von Basel 1++ der tatsaechlichen Risiko-Exposition gegenueberzustellen — aber da geht es wohl ans bilanztechnisch Eingemachte

      K-

  4. Raus aus Deutschland sagt:

    Es halten sich hartnäckig die Gerüchte das die Deutsche Bank so gut wie pleite ist und man sich geeinigt hat sie zu liquidieren.

    NUR Gerüchte seit Wochen, warten wir ab was nach der Wahl im September passiert.

    Die Frage stellt sich was dann mit der Postbank passiert wo die Deutsche Bank eine Beteiligung hat.