Materialentwicklung macht Wasserstoff als Energieträger effizienter

Eine Entdeckung US-amerikanischer Wissenschaftler könnte die Verwendung von Wasserstoff als Energieträger einen entscheidenden Schritt nach vorne bringen. Statt teurem Platin verwenden die Forscher einen anderen Katalysator-Stoff. Die Kosteneffizienz wird dadurch wesentlich verbessert.

Wasserstoff gilt als ein potentielles Energie-Speichermedium der Zukunft. Durch seine Verwendung als Kraftstoff in Wasserstoffverbrennungsmotoren oder über Brennstoffzellen könnten in absehbarer Zeit fossile Energieträger ergänzt oder sogar abgelöst werden. Dabei bleibt nur Wasser als Abfallstoff zurück. Weil zur Erzeugung von Wasserstoff jedoch Strom benötigt wird, ist das Verfahren noch immer ineffizient.

Daran wollen Wissenschaftler an der University of Wisconsin-Madison etwas ändern. In einer im Journal of the American Chemical Society veröffentlichten Studie stellen sie eine Katalysator-Struktur vor, die die Nutzung von Elektrizität zur Gewinnung von Wasserstoff-Gas wesentlich erleichtern könnte.

Katalysatoren beschleunigen chemische Reaktionen, ohne selbst verbraucht zu werden. Die von der US-Forschungsgruppe entwickelte Methode kommt gänzlich ohne das teure Metall Platin aus, das normalerweise für diese Reaktion erforderlich ist. Stattdessen verwenden sie Molybdändisulfid.

Die Wissenschaftler haben im Zuge ihrer Versuche nur wenige Milligramm des Katalysator-Stoffes produziert, im Prinzip sei die Methode jedoch auch im großen Maßstab anwendbar. „Molybdändisulfid ist ein kommerziell erhältliches Produkt. Um Reinheit und Struktur zu steuern, durchlaufen wir die Mühen der gründlichen Synthese, aber man könnte es heute auch ganz einfach kaufen“, sagt Mark Lukowski vom chemischen Institut der Madison University.

Noch reicht die Katalysator-Wirkung nicht an jene heran, die mittels Platin erreicht wird. Durch die Optimierung des Prozesses soll die Methode in Zukunft jedoch effizienter als die herkömmliche Variante werden. Statt der Verwendung von Platin und anderer seltener Elemente basiert sie auf Rohmaterialien, die in großer Menge in der Erdkruste vorhanden und zu entsprechend niedrigen Kosten erhältlich sind.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.