Monsantos Gen-Mais kommt nach Europa

Die gentechnisch veränderte Mais-Sorte „SmartStax“ steht vor seiner Zulassung als Lebens- und Futtermittel in der EU. Bei einer entsprechenden Abstimmung der Mitgliedsstaaten kam es am Donnerstag erneut zu einem Patt. Nun entscheidet die Kommission – die Agrarkonzerne dürfen sich freuen.

Mehrere gentechnisch veränderte Mais-Sorten, darunter das umstrittene Monsanto-Produkt „SmartStax“, dürfen wohl bald in die EU eingeführt und hier zu Futter- und Lebensmitteln verarbeitet werden. Bei der heutigen Abstimmung aller Mitgliedsstaaten kam es zu keinem Ergebnis. Der Ball liegt nun bei der EU-Kommission, die im Sinne der Industrie entscheiden dürfte.

Bei der am Donnerstag erfolgten Abstimmung der EU-Mitgliedsstaaten konnten sich die Gentechnik-Kritiker nicht durchsetzen. Die genauen Abstimmungsergebnisse sind noch nicht bekannt. Klar ist nach Beobachterberichten lediglich, dass bei der Abstimmung keine qualifizierte Mehrheit für oder gegen eine Importgenehmigung von SmartStax und mehreren anderen genmanipulierten Mais-Pflanzen getroffen wurde.

Nach Angaben des grünen Agrarpolitikers Martin Häusling hat sich Deutschland der Stimme enthalten, berichtet der Informationsdienst Gentechnik. Die Beamten des Verbraucherschutzministeriums unter Ilse Aigner (CSU) hatten dies schon beim ersten Wahlgang vor einem Monat so gehandhabt (hier). Das kommt de facto einer Zustimmung gleich. Dass sich die Generaldirektion Gesundheit unter Kommissar Tonio Borg gegen eine Einführung der umstrittenen Gen-Pflanzen aussprechen wird, gilt nämlich als ausgeschlossen, ist sie doch eng mit den großen Agrarkonzernen verwoben.

Kritiker warnten im Vorfeld eindringlich vor einer Zulassung des „Giftcocktails“. Eine unabhängige Risikoprüfung der kombinierten Eigenschaften des Biotech-Mais habe nicht stattgefunden. Die Hersteller von SmartStax, die US-Agrarkonzerne Monsanto und Dow, haben der Pflanze verschiedene Gene aus anderen Spezies eingesetzt. Der Mais setzt mehrere Insektengifte frei und ist gegen zwei Pflanzenschutzmittel resistent. Mit dieser Mischung sollen die Resistenzen bei Wildkräutern und Insekten, die sich auf den Gentechnik-Plantagen Nord- und Südamerikas ausbreiten, bekämpft werden.

Kommentare

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  1. Lothar Vorreau sagt:

    Schreibt die Parteien an ! Fordert die Durchsetzung des Verbotes für genmanipulierte Nahrungs- und Futtermittel ! Erklärt , daß damit eure Wahlentscheidung für oder gegen die angeführte Partei fallen wird ! Und handelt konsequent ! Ihr entscheidet über die Mißbildungen und Leiden der nachfolgenden Generationen ! Tut jetzt etwas !

  2. maus sagt:

    Kein Gen -Verändertes Saatgut ,in Europa ! Keine Versklavung der Bauern durch Monsanto & Co. http://www.freie vielfalt.at

  3. maus sagt:

    Wann begreifen Sie das Wir keine Gen Veränderte Produkte wollen ? Und es müsste Weltweit verboten sein Patente auf Lebende Organismen , Saatgut ,oder Wasser zu erteilen ! Ich achte viel stärker auf Produkte die Gen-frei sind ! das beste Mittel ist ;NICHT KAUFEN !!! Auch nicht z.b. Fleisch deren Tiere mit Gen Futter gefüttert werden,oder Milchprodukte ! Nur wenn so viele mitmachen kann man Monsanto zurückweisen !

  4. Werner Nosko sagt:

    Nehmen Sie sich Bitte ein paar Minuten iher Zeit und handeln SIe. Die Organisation Europäische (gegen) Lobbyisten Union startete die Kampagne MONSANTO GO HOME. Bitte unterzeichen und helfen Sie uns diese in Europa rund um die Welt zu verbreiten. Per E-MAil Facebook Freunden, Verwandten und Bekannten. Nur gemeinsam erreichen wir etwas. Die Hoffnung stirb zuletzt. Danke

    http://www.avaaz.org/en/petition/Monsanto_go_home?copy

    Für Österreicher:
    Auch die Bürgerinitiative „Saatgutrichtlinie – NEIN DANKE“ richtet sich indirekt gegen Monsanto
    http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/BI/BI_00068/index.shtml#tab-Uebersicht