Griechenland: Gewerkschaften wollen gegen Schäuble demonstrieren

Am Donnerstag will der deutsche Finanzminister nach Griechenland reisen. Schäuble kommt, um die deutsche Unterstützung bei der Gründung einer staatlichen Förderbank zuzusichern. In Griechenland ist man jedoch skeptisch. Die Gewerkschaften haben zu Generalstreiks und Protesten anlässlich Schäubles Besuch aufgerufen.

Das Verhältnis zwischen Deutschland und Griechenland ist alles andere als gut. Während Milliarden in die griechischen Banken gepumpt werden, herrschen in Griechenland weiterhin Rezession und Arbeitslosigkeit. Doch die Forderungen nach Sparmaßnahmen von Seiten der deutschen Regierung nehmen nicht ab – so kurz vor der Wahl. Deshalb planen die großen Gewerkschaften Griechenlands, Schäubles Besuch entsprechend zu würdigen.

In Griechenland steht eine Woche des Streiks bevor. Am Dienstag soll die Arbeit niedergelegt werden, am Mittwoch und Donnerstag höchstwahrscheinlich auch. Anlass sind die geplante Abstimmung im griechischen Parlament und der Besuch Wolfgang Schäubles am Donnerstag. Voraussichtlich am Mittwoch sollen im Parlament nämlich eine Reihe von Gesetzen verabschiedet werden, die die weitere Umsetzung des Bailout-Programms sichern sollen. Vor allem die geplanten Massenentlassungen im öffentlichen Dienst sorgen angesichts der hohen Arbeitslosigkeit für viel Verstimmung.

Ähnlich wie bei Merkels Griechenland-Besuch wird nun auch Schäuble die verzweifelte Stimmung der Griechen zu sehen bekommen, wenn er am Donnerstag im Land eintrifft. Dort will Schäuble sich  unter anderem mit Premier Samaras, Finanzminister Stournaras und dem Entwicklungsminister Hatzidakis treffen. Dabei soll eine Einigung darüber erzielt werden, dass die deutsche, staatliche KfW Kapital für die Schaffung eines Investmentfonds zur Verfügung stellt. Dieser solle das Wachstum in Griechenland fördern, so Kathimerini.

Doch für die Gewerkschaften ist dies kein Grund, sich zu freuen. Im Gegenteil: Schäuble steht für die harte Sparpolitik im Land. Einen neuen Schuldenschnitt für Griechenland lehnt er weiterhin öffentlich ab, obwohl Eurogruppen-Chef Dijsselbloem diesen bereits in Betracht zieht (hier). Aber bis zur Bundestagswahl wird nichts wirklich Positives aus Deutschland zu erwarten sein. Das wissen die Gewerkschaften und so haben sie für Schäuble am Donnerstag zu Großdemonstrationen vor dem Parlament aufgerufen.

Herr Schäuble ist der Hauptverfechter der Politik, die uns zur Verarmung verdammt“, zitiert der Spiegel aus der Mitteilung einer Gewerkschaft. „Er sollte sich mit den griechischen Arbeitern treffen statt mit den Jasagern der Regierung.“ In der Mitteilung der ADEDY heißt es, der Kampf der „Arbeiter wird weiter eskalieren“. Der Kampf gegen die „zerstörerische Politik der Memoranden“.

Kommentare

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  1. Hülsensack sagt:

    Auf, auf Herr Schäuble!
    Griechenland erwartet sie mit einer Welle der Freundschaft und des Friedens, welche der Euro gebracht hat.

  2. Werner sagt:

    „…die verzweifelte Stimmung der Griechen…“

    „Die verweifelte Stimmung“ derer die „auf Pump“ (den sie uns NIE zurückzahlen werden) über ein Jahrzehnt sich auf unsere deutschen Kosten einen „schönen Lenz“ machten .

    Genüsslich sich jetzt deren Geheule und Gejammere anzusehen .

    mfg. Werner

  3. Jupp Hirsenkotzer sagt:

    Schaeuble verteilt dort verschreibungspflichtige Beruhigungspillen vom Type [ 22-09.2013,
    verordnet von Dr. IM ERIKA ]

  4. Thomas Ziehe sagt:

    Die „armen “ Griechen. Sitzen sie doch auf gas und Ölvorkommen von vorsichtig geschätzten 400 Milliarden Euro!
    Dumm nur dass bereits amerikanische Konzerne dort die Konzessionen erworben haben allen voran Noble Energie, Bill Clinton hat dort seine dreckigen Finger im Spiel.
    Fragen sie sich doch nur einmal warum nur die Finnen schlau genug waren , Sicherheiten in Form von Ressourcen für Ihre Gelder zu verlangen und auch bekamen.

    Lt. BND und Dik Müller gibt es ein Komplott amerikanischer Firmen und Kanzleien, das so aussieht: Griechenlkand unterlässt alles um die Troikaforderungen einzuhalten, zielt auf einen Bankrott ab, erhält den nächsten gigantischen Schuldenschnitt, geht dann aus dem Euro raus und steht ganz vorne am Start wenn die Rohstoffe verkauft werden.

    Um das alles zu decken, wird der Buhmann Deutschland als Verantwortliche aufgebaut. Und dieser Golem von Schäuble begreift in seinem Eurogekeifere gar nichts…

  5. Leopold sagt:

    Solchen Ländern hätte man keinen einzigen Euro geben dürfen. Das ist verbranntes Geld. Das macht zwar Brüssel nichts aus aber die deutsche Politik muss besser auf unsere Steuergelder achten. Hier wurde fahrlässig von den deutschen Politikern gehandelt. Regierungspolitiker wie Opposition!

  6. Stefan Wehmeier sagt:

    Auch die marxistischen Streikparolen erweisen sich als unrichtig. Denn da das Kapital keine Sache, sondern ein Knappheitszustand ist, wirkt alles, was den Zustand der Kapitalknappheit zu verstärken geeignet ist – wie etwa jeder Krieg, weil er Sachgüter zerstört, aber auch wie jeder Streik, der die Erzeugung von Sachgütern unterbindet -, der Überwindung des Kapitalismus entgegen. Der Spruch:

    „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“

    lockt die Arbeitenden auf eine falsche Fährte. Der Streik schadet dem Kapitalismus nicht nur nicht, sondern richtet seine Spitze gegen die Arbeitenden selbst, weil er dazu beiträgt, die Sachgüter knapp und daher Zins tragend zu halten. Durch Streik kann bestenfalls der Reallohn einer bestimmten Gruppe von Arbeitenden erhöht werden, und zwar stets auf Kosten der übrigen Arbeitenden, niemals aber auf Kosten des Zinses. Streikerfolge dieser Art sind immer nur Scheinerfolge, weil sie dem Zins nichts anzuhaben vermögen. Würde der Zins ernsthaft angetastet werden, dann antwortet unweigerlich ein Investitionsstreik des Geldes, der weit wirkungsvoller ist als der Streik der Arbeitenden!

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/irrtumer-des-marxismus.html

    Mit Streik und Krawall ist gar nichts zu erreichen, außer, dass die Marionetten der politischen Seifenoper gelegentlich durch andere Marionetten ersetzt werden. Das gilt für Griechenland ebenso wie z. B. für Ägypten sowie für jede andere Zinsgeld-Ökonomie des noch gegenwärtigen zivilisatorischen Mittelalters. Wer wirklich etwas erreichen will, muss zuerst ein Bewusstsein entwickeln:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/halbwegs-glucklich.html