Praktisch insolvent: Spanien plündert Reserve-Fonds für Renten

Der spanische Staat hat nicht genug Geld, um die Pensionsleistungen zu bezahlen. Aus diesem Grund muss der Pensionsfonds angezapft werden. Doch der Fonds hat selbst kaum noch Geld.

Spanien ist aufgrund der Rezession und der Rekord-Arbeitslosigkeit faktisch insolvent. Um die fälligen Pensionsleistungen auszahlen zu können, musste das Land sich nun Geld vom Reserve-Fonds borgen. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Monat.

Bereits am 1. Juli erleichterte die spanische Regierung hat den Reserve-Pensionsfonds um 3,5 Milliarden Euro. Am Montag entzog sie dem Fonds eine weitere Milliarde Euro, berichtet Reuters.

Die zusätzlichen Pensionsleitungen für spanische Rentner umfassen zwei Schecks im Sommer und zwei in den Weihnachtsferien.

Im vergangenen Jahr zapfte Spanien erstmals den Reserve-Fonds an, um die Pensionen bezahlen zu können. Circa 7 Milliarden Euro wurden damals entnommen.

Der spanische Sozialversicherungs-Fonds steht unter enormem Druck. Denn zum einen hat die Arbeitslosigkeit eine Rekordquote von 27 Prozent erreicht. Und zum anderen steigt die Zahl der Rentner, die Anspruch auf staatliche Renten haben.

Der Reserve-Fonds hat nun nur noch einen Umfang von 59,3 Milliarden Euro, so das Ministerium. Der Fonds hat inzwischen fast 100 Prozent seines Vermögens in spanische Staatsanleihen investiert.

Kommentare

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  1. Axelino sagt:

    Die Eurokrise folgt Münchhausens Peinzip: sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Da dies bekanntlich nicht geht, werden die Politiker den Karren an die Wand fahren.

  2. redbazille sagt:

    Es wird schlimm enden irgendwann. Ich kann nur jedem empfehlen sich mit einer Angel anzufreunden damit er wenigstens mal einen Fisch zwischen den Kiemen hat, oder auch sich mit einem Compoundbogen zu beschäftigen das er mal ein Stück Fleich auf dem Teller hat. Man beachte die Gestzlichen Bestimmungen. Aber wen intressiert dies schon wenn man nix mehr zu beisen hat. Ach ja, mit Funk auch noch beschäftigen weil man sich irgentwann das Telefon nicht mehr leisten kann. Nee, im Ernst, wie solls weitergehen?

  3. ungefragt sagt:

    also linke Tasche rechte Tasche. Besteht nicht irgendwie die Möglichkeit länger laufende Staatsanleihen auszugeben? Sagen wir mal 1000jährige? Der Kölner Dom zB steht auch noch der derzeitigen Bevölkerung zur Verfügung, da wäre es doch gerecht, die Kosten für solche Infrastrukturprogramme auch weiter zu geben.

  4. proTest sagt:

    Der ESM und Hr. Draghi werden´s richten, oder?
    Bin mal gespannt, wie lange das so weiter geht, auch mit z.B. Griechenland.
    Vor allem bin ich gespannt, was nach der Bundestagswahl passiert.
    Unsere Europolitiker werden sich schon eine gute Lösung für alle ausdenken, falls irgendwo doch noch Geld fehlen sollte.
    Wie werden eigentlich die ganzen Schulden, die es in Europa gibt, zurück gezahlt?
    Wie soll die Zukunft diesbezüglich aussehen? Gibt es darauf eigentlich eine einzige Antwort? Bisher wird das ganze Problem doch nur über weitere Kredite gelöst oder?
    Bin ich der einzige, der nicht versteht, wie das jemals ein gutes Ende nehmen kann?

    • Lesefuchs sagt:

      Einfach mal mit unserem (Schuld-)Geldsystem beschäftigen und versuchen nachzuvollziehen was geschieht wenn alle Schulden zurückgezahlt werden! Was würde geschehen, wenn es keine Schulden und damit auch keine Zinsen mehr gäbe, die die Banken bekommen? Das System WILL gar nicht alle Schulden zurückgezahlt bekommen, da es sein Ende wäre!

    • Frank sagt:

      Bedingt durch unser Finanzsystem können die Schulden NICHT zurückgezahlt werden. Politiker, die so einen Mumpitz behaupten, sind dumm oder lügen.
      Es wird auch kein gutes Ende nehmen. Die Generation der 30 – 50jährigen hat zwar keine Kriege mitmachen müssen, musste auch nicht hungern, aber das dicke Ende kommt noch.
      Die milliardenschwere Totalüberwachung ganzer Völker dient garantiert nicht der Terrorabwehr gegen ein paar Gotteskrieger mit Sprengstoffgürtel.