Subventionen bei Atomenergie sind zu hoch

In einem internen EU-Papier werden die staatlichen Beihilfen für Betreiber von Kernkraftwerken auf 35 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Erneuerbare Energien werden nur mit 30 Milliarden gefördert. Durch die Subventionen für Atomenergie werden die Strompreise künstlich billig gerechnet.

Die EU-Kommission schätzt die jährlichen Subventionen der Mitgliedsländer für die Atomkraft auf 35 Milliarden Euro. Damit wird mehr Steuergeld in die Kernkraft investiert als in den Ausbau der Erneuerbaren Energieträger.

Die Zahlen entstammen einem internen Kommissions-Papier, das dem Informationsdienst dpa Insight EU vorliegt, berichtet der Kurier. In Erneuerbaren Energien wie Windkraft- und Solaranlagen flossen im Jahr 2011 demnach 30 Milliarden Euro. Auf fossile Energieträger wie Kohle entfielen 26 Milliarden Euro, auf Effizienzmaßnahmen – etwa Gebäudeisolierungen – nur 15 Milliarden Euro.

Dass Strom aus atomar und fossil betriebenen Kraftwerken billiger wäre, ist demzufolge eine weit verbreitete aber falsche Annahme. Denn auch diese Energiequellen werden in den EU-Staaten mit Milliarden aus Steuergeldern bezuschusst.

Dabei dürften die Schätzungen der EU bezüglich der staatlichen Hilfen für den Nuklearbereich noch sehr konservativ sein. Vor allem was die Kosten von Transport und Lagerung von Brennstäben angeht, herrscht wenig Transparenz. Atomstrom wäre nicht wettbewerbsfähig, würde man auch zukünftige Ausgaben wie die enorm teure Endlagerung mit einberechnen.

Auch die nur sehr eingeschränkte Versicherungs-Pflicht der Atomkraftwerks-Betreiber wird immer wieder angeprangert. In Deutschland wie in allen anderen Ländern müssten die Betreiber nur einen Bruchteil der Kosten übernehmen – der Großteil des Risikos liegt beim Staat.

Erst letzte Woche gab es Aufregung um eine geplante EU-Richtlinie zum Thema Energie-Subventionen. Die EU-Kommission ist nämlich für die Zulässigkeits-Prüfung der von den Einzelstaaten geleisteten Förderungen zuständig. Durch die Neuregelung könnte die Atom-Branche noch leichter zu Beihilfen kommen (hier).

Kommentare

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  1. timerunner sagt:

    Es ist vom Prinzip her genauso wie in der Finanzkrise: Die EU ermöglicht hier den Betreibern (dort den Banken) ein sinnloses Risiko, das ihnen satten Gewinn beschert. Wenn aber etwas schiefgeht – sowie für die Endlagerung – zahlen wir und unsere Kindeskinder: „Der Gewinn, der bleibt privat – die Verluste zahlt der Staat“. Wobei „Verluste“ in diesem Fall eine u. U. mehrtausendjährige Verstrahlung unseres Wohn- und Lebensraums ist, die niemand, absolut niemand mehr „zahlen“ kann. Typisch für die EU, dass für eine derart verbrecherische Lüge Geld in Hülle und Fülle vorhanden ist, während die Entwicklung leistungsfähiger alternativer Energieversorger v.a. in Bezug auf Energiespeicherung völlig hinterherhinkt.

  2. hugin sagt:

    ATOM LÜGEN
    Am Beginn der Kernenergie wurde versucht,die Kritiken mit Lügen zu widerlegen.
    Atomstrom wird so billig, dass die Strom – Zähler überflüssig werden ! Heute braucht man Subventionen !
    Von Jahrtausend andauernden Verstrahlungen, Änderung des Erbgutes und anderen gravierenden Folgen wurde erst gar nicht gesprochen. So lukerativ kann Lügen sein !

  3. Leser sagt:

    Rechnet man die Subventionen auf die produzierte Energiemenge um, sind Subventionen für Kernkraftwerke verschwindend gering. Der Artikel bzw. die EU rechnet 1:1, was absurd ist.

    Die Energiekonzerne bezahlen die Zwischenlagerung selbst. Ebenso werden sie die Endlagerung selbst bezahlen. Rückstellungen dafür sind bereits gebildet. Die weiteren Kosten müssen aus den laufenden Geschäftseinnahmen beglichen werden. Das war auch bisher niemals anders geplant.

    Kein Unternehmen muss alle erdenklichen Risiken absichern. Die Betreiber haften für schuldhaftes Handeln grundsätzlich mit ihrem gesamten Vermögen. Das ist bei allen Unternehmen so.

    Wie überall im Leben gilt auch hier: Kann der Schuldner irgendwann seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, bleibt das Opfer letztlich auf seinen Kosten sitzen. Das ist in jedem Lebensbereich so. Warum sollte dies gerade bei Energiekonzernen anders sein?

    • Polit- und Bank Gangster - ab in den Knast ! sagt:

      das ist ja ziemlich zynisch argumentiert. Zukünftige Generationen haben den Atommüll noch am Hals, 100000 Jahre und mehr – das ist verantwortungs-
      los. Die Menschheit strahlt sich selbst zu Tode. Die Risiken werden ver-
      harmlost, so etwas hat es noch nie gegeben, die Befürworter dieses Wahn-
      sinns sind einfach irr.

      • Leser sagt:

        Das ist nicht zynisch, das ist sachlich argumentiert.

        Nukleare Abfälle werden hoffentlich so gelagert, dass sie jederzeit rückholbar sind, damit sie einer späteren energetischen Verwendung weiter zur Verfügung stehen.

        Haben sie sich mal gefragt, warum es im inneren unseres Planeten eigentlich brodelt? Nein? Atomarer Zerfall (huiiii) sorgt für die nötige Erhitzung von Gestein im Erdinneren. Und – schaaaauuuuderrrr – diese Gestein tritt dann ständig an die Erdoberfläche.

        Sie haben recht, das war jetzt zumindest sarkastisch.