Selbständiger Drohnen-Schwarm baut Mobilfunk-Netze

Autonome Fluggeräte im Kleinformat könnten in Zukunft dazu benutzt werden, Kommunikations-Netzwerke in Katastrophengebieten einzurichten. Außerdem sollen Suchhunde per WLAN aus der Ferne geführt werden.

Wissenschaftler träumen von unzähligen möglichen Anwendungsgebieten für Drohnen. Der Aufbau von Kommunikationsnetzwerken im Falle von Naturkatastrophen ist eines davon. Bei einem Ausfall der Mobilfunknetze bei Erdbeben oder Überschwemmungen würden Mini-Drohnen dann ad-hoc eine WLAN-Verbindung einrichten.

Ein Forscher-Team rund um Dario Floreano entwickelte zu diesem Zweck Schwarm-Mikroflugzeuge, sogenannte SMAV (Swarming Micro Air Vehicle), berichtet die TechnologyReview. Sie fliegen autonom und sind mit einem WLAN-Modul ausgestattet. Eine Gruppe von zehn bis dreißig Robotern kann so ein neues Kommunikationsnetz knüpfen. Zudem können sie Fotografien oder Videoaufnahmen machen. Nach Ende ihrer Mission kehren sie selbständig zum Ausgangspunkt zurück.

In einem weiterführenden Projekt wollen die Wissenschaftler nun Schwarmroboter mit Hilfskräften und Rettungshunden zusammenbringen, um so etwa vermisste Personen aufspüren zu können. Die Rettungshunde tragen dabei einen elektronischen Kragen mit einem Lautsprecher. So können Hilfskräfte die Tiere auch aus der Ferne führen. Die unbemannten Flugroboter stellen die Kommunikation zwischen Hunden, Rettungskräften und dem Leiter der Aktion sicher.

Ihre Orientierungspunkte erschaffen sich die Flugroboter dabei selbst mittels ihres WLAN-Moduls. Dessen Signale haben eine Reichweite von 100 Metern und dienen beim ersten gestarteten Flugroboter dazu, Kontakt mit einem ebenfalls funkenden Helfer im Katastrophengebiet herzustellen. Die nachfolgenden Drohnen orientieren sich dann nicht mehr an der Basisstation, sondern am Signal des ersten.

Mittlerweile interessieren sich auch Unternehmen für die autonom fliegenden Katastrophenhelfer. SenseFly will die Schwarmroboter am Markt etablieren. Die Firma hat bereits Erfahrungen mit Roboter-Hilfsflügen in Katastrophengebieten. Ihre Drohne mit Namen „eBee“ kartierte in Haiti Gebiete mit einer Fläche von 45 Quadratkilometern, die 2012 durch den Hurrikan Sandy beschädigt worden waren. Neben normalen Karten entstanden dabei auch dreidimensionale Geländemodelle.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.