Natixis-Bank: Zypern und Portugal sind insolvent

Die Behauptung der EU, Zypern und Portugal seien noch solvent, ist eine Illusion. Die Kreditvergabe an diese Länder verschaffe nur eine vorübergehende Linderung, sagt die Natixis-Bank. Die EU ignoriere dies und mache somit den unvermeidlichen Zusammenbruch dieser Länder nur umso schlimmer.

Die Entscheidungsträger in der Euro-Zone versuchen, die „Illusion“ aufrecht zu erhalten, dass Zypern und Portugal sich noch selbst von ihrer Schuldenlast befreien könnten. Weitere Kredite an diese Länder würden jedoch ihre Situation nur noch weiter verschlimmern, heißt es in einem Bericht der französischen Investment-Bank Natixis.

Damit ein Staat durch fremde Kredite wieder auf die Beine kommt, bedürfe es einem Mindestmaß an wirtschaftlichem Wachstum. Im Falle Zyperns bräuchte man den Berechnungen des Natixis-Analysten Patrick Artus zufolge zudem noch eine Reduzierung der Staatsschulden um 17 Prozent (9,5% für Portugal) allein für das Jahr 2013, um eine Tragfähigkeit der Schulden zu sichern. Sonst würden die hohen Kreditzinsen das Land noch weiter in den Schuldenabgrund reißen.

Der IWF habe sich im Falle Griechenland viel zu spät dazu bekannt, dass die Schuldenlast des Staates außer Kontrolle geraten ist, heißt es in dem Bericht. Nun wiederhole sich dieser Fehler bei der EU für die Länder Portugal und Zypern.

Der Grund für die Aufrechterhaltung dieser Illusion bestehe darin, dass eine weitere Staatspleite große Risiken für einen Banken-Crash mit sich bringt, der durch Ansteckungseffekte andere Länder – allen voran Italien und Irland – in Mitleidenschaft ziehen könnte.

„Es ist klar, dass ein Stabilisierungsmechanismus in der Euro-Zone fehlt, der die Ansteckung von einem Land zum nächsten verhindert“, schreibt Artus in dem Natixis-Bericht. Denn die Banken halten im großen Stil Staatsanleihen der Krisenstaaten. Sollten diese die Staatspleite anmelden, führt ein Domino-Effekt zu einer neuen Bankenkrise. „Wir verstehen daher, warum Europa die Illusion erzeugt, dass die Krisenstaaten noch solvent seien.“

Die Investment-Bank rechnet daher damit, dass die Schulden der Krisenstaaten weiter steigen werden. Das könne auch aus dem Verlauf der Schuldenkrise leicht abgelesen werden (siehe Grafik 2). Die derzeitige Produktivität der Krisenstaaten reiche noch nicht aus, um die unvermeidliche Pleite abzuwenden. Verschlimmert werde diese Situation noch von der Auswanderung, dadurch den Staaten Wachstumspotenziale und die Steuerbasis entzogen.

In Portugal scheint die Crash-Gefahr am Bond-Markt akut: Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen waren zwischenzeitlich wieder auf über sieben Prozent gestiegen. Zudem befindet sich Portugal in einer Regierungskrise. Die Troika wurde indes des Landes verwiesen.

 

Kommentare

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  1. Margrit Steer sagt:

    Das was auf uns zukommt, wird so schlimm sein, dass wir es heute noch gar nicht benennen können. Es wird schlimmer sein als der Zusamemnbruch 1945 und es wird schlimemr sein, als die Finanzkrise 1931/1932
    Um das so hinzubekommen, brauchenten wir einen 150%ige DDR-Frau

  2. Systemboykott! sagt:

    Die forcierte Verschuldung ist Teil des Planes der Bankokratie, wertlose Lappen in Werthaltiges, wie Grundstücke, Immobilien, Güter, Schürfrechte, etc. umzuwandeln. Der scheinbar reale Wert des Scheingeldes wird dabei mit der Erhöhung des Volumens immer niedriger, während die Stagnation durch Umverteilungsdefizit die Kaufkraft beim Staatsbürge(r) immer weiter minimiert. Frustration und Kreditwahn sind die Folgen, die immer mehr Benzin ins Feuer der Enteignung schüttet. Letztendlich steht die Revolution und erbitterte Bruderkriege um Gerechtigkeit und Bodenrechte werden die Länder in Aufruhr versetzen, falls wir nicht die Umstrukturierung des Systemes kontra des Exponentialzins- Monopoly auf eine friedliche Weise durchsetzen können. Ja- Wir!

  3. Hülsensack sagt:

    Aha!
    Wird man bei den „Großen Rechnern“ langsam munter und gewinnt auch dort die einfache Erkenntnis, daß man Schulden unmöglich mit Schulden tilgen kann?

  4. Tommy Rasmussen sagt:

    „Natixis-Bank: Zypern und Portugal sind insolvent“

    Nur Zypern und Portugal? :

    21.02.2013 – Vergessen Sie die Angst vor der Gefahr eines Staatsbankrotts. Durch die Bankenunion droht etwas Größeres:

    Der deutsche Volksbankrott :

    3,3 Billionen Euro spanische Banken,
    0,4 Billionen Euro griechische Banken,
    0,5 Billionen Euro portugiesische Banken,
    1,2 Billionen Euro irische Banken,
    3,7 Billionen Euro italienische Banken,
    1,1 Billionen Euro belgische Banken und
    7,9 Billionen Euro französische Banken .
    Summe: 18,1 Billionen Euro Bankschulden.

    Dagegen nehmen sich das deutsche Rekord-Steueraufkommen von 2012 in Höhe von 0,6 Billionen Euro und auch das deutsche Bruttoinlandsprodukt mit 2,6 Billionen Euro mickrig aus. Schwindelerregend ist selbst der Vergleich mit dem Nettovermögen der Deutschen, das mit 8,7 Billionen Euro weit geringer als die genannten Bankschulden ausfällt.
    http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/12150-bankenunion-es-droht-der-deutsche-volksbankrott

  5. Roman sagt:

    Das Furchtbare an der kommenden Miesere ist, sie wird viel, sehr viel schlimmer sein, als es sich hier auch nur irgendjemand im Entferntesten vorstellen kann.
    Diese Krise wird alles je dagewesene völlig in den Schatten stellen.
    Dieses Mal erwischt es nämlich die ganze Welt. Da bleibt keiner ungeschoren. Allen voran Europa, weil politisch uneinig. Dann die USA, weil auch politisch und moralisch im Zerfall. China bekommt eine Konterrevolution, und wird den Kommunismus wieder in aller Härte einführen. Die Schweiz, bisher ein Hort stabilen Geldes hat nur mehr Euro und Dollar in den Büchern, daher fällt sie mit.
    Der nahe Osten, ein Pulverfass der Extraklasse wird explodieren.
    Bürgerkriege in Europa und den USA.
    Das Jahr 2013 wird der Beginn einer Apokalypse der Sonderklasse.
    Das ganze dauert mindestens 20 Jahre, eher länger.
    Die, die draufzahlen werden die Alten, aber auch die ganz Jungen sein. Die, die sich nicht mehr wehren können.
    Wir sind eine Wohlstandsgesellschaft, die es nicht gewohnt ist, für sich selbst zu sorgen.
    Früher konnten junge Frauen wenigstens kochen, eine Hose kürzen, einen Knopf oder einen Reisverschluss annähen, oder einen Gemüsegarten bestellen. Heute nur noch abhängen chillen und relaxen. Die Burschen konnten früher ein Moped reparieren, manche auch ein Auto. Heute studieren sie Jus, Wirtschaftswissenschaften und Publizistik.
    Ein Bauer ist kein Bauer mehr, sondern ein hoch spezialisierter Industriebetrieb. Ein Schweinebauer versteht nichts von Getreide und umgekehrt.
    Der Bauer von vor 50 Jahren war ein Allrounder, daher auch in der Lage, einen Ort zu versorgen.
    Eine typische örtliche Struktur hatte damals alles was zum Überleben nötig war. Den Schuster, Schneider, Bäcker, Schmied, Zimmermann usw. Der Krämer hatte, was die Menschen wirklich brauchten.
    Unsere Infrastrukturen zwingen uns zum Auto. Ohne Auto geht es nicht.
    Ein Freund sagte vor Jahren neben mir zu seiner hysterischen Tochter, „Du musst lernen, sonst musst mal arbeiten“.
    Kein Wunder, wenn alle studieren wollen und keiner mehr eine Lehre machen will. Die Damen und Herren Magister und Doktoren wollen aber alle mal standesgemäß wohnen. Wer wird ihnen die Häuser bauen, die Fliesen legen, die Elektrik machen, wenn alle Jus studiert haben?
    Ich könnte noch Seitenweise daherjammern, doch der Leser weiß ja, auf was ich hinaus will.
    Meiner Meinung ist die kommende Krise eine sogar sehr notwendige Katharsis, da sich die Menschheit in eine Richtung bewegt, die sie als nicht überlebensfähig werden lässt.
    Ohne uns wieder auf die Tugenden und Kenntnisse unserer Vorfahren zu konzentrieren, werden wir keine Chance haben.
    Wir werden wieder selbst Arbeiten und Schwitzen müssen.
    Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen!

    • Hülsensack sagt:

      „Hüte deutsches Volk und ehre treulich deinen Handwerksstand,
      als das deutsche Handwerk blüte, blüte auch das deutsche Land!“

      Alte Sprüche mit Wiesheit haben es doch in sich.

  6. haus harkonnen sagt:

    Liebe Natixis:

    Die westliche Welt ist insolvent.