Zweite Haut: Ultraleichte Bauweise macht Sensoren dehnbar

Die Zeiten, in denen elektronische Anwendungen zwangsläufig steif und fest waren, sind vorbei. Flexiblere Materialen lassen heute eine unauffällige Einbindung in den Alltag zu und machen sie extrem widerstandsfähig.

Schon jetzt gibt es im Bereich tragbare und in die Kleidung integrierbare Elektronikgeräte bedeutende Fortschritte. Flexible, dehnbare Bauteile könnten bald ebenso in Serie produziert werden.

Einen Schritt in diese Richtung bedeuten beispielsweise die Sensoren, die von Martin Kaltenbrunner und Takao Someya entwickelt wurden. Ihre Forschungsergebnisse wurden im Magazin Nature veröffentlicht. Sie sind gerade mal einen Nanometer dick und leichter als Federn. Außerdem lassen sie sich um mehr als 200 Prozent ihrer Größe dehnen und sogar zusammenknüllen, ohne Beschädigungen davon zu tragen.

Das Trägermaterial ist eine vorgedehnte Elastomer-Folie. Darauf sind elektronische Transistoren aus organischem Material platziert. So passen sich die Komponenten an ihre Umgebung an und machen Elektronik-Anwendungen so gut wie unzerstörbar. Damit ist auch ein Einsatz bei hohen Temperaturen oder in feuchten Umgebungen möglich.

Auch für die Überwachung zahlreicher Vorgänge im Alltag könnte die neue Sensoren-Generation eingesetzt werden. Die Wissenschaftler erhoffen sich etwa, gesundheitliche Parameter von Patienten zu kontrollieren, ohne dass die Messtechnologie überhaupt wahrgenommen wird. Die Sensoren werden quasi als zweite Haut getragen. Von gefühlsechten Prothesen bis hin zur selbständig kontrollierenden „Roboter-Haut“ sind damit der zukünftigen Sensortechnik kaum Grenzen gesetzt.

Neben dem Einsatz im medizinischen Bereich sind aber auch Anwendungen wie Temperatur- und Infrarot-Sensoren, Bildschirme und organische Solarzellen potentielle Bereiche, in denen die Technologie zum Tragen kommen könnte.

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