VW rüstet sich gegen die Auswirkungen der Krise

Die Verkaufszahlen in Europa sind deutlich zurückgegangen. Doch vor allem die starke Nachfrage aus China beschert VW dennoch ein Umsatzplus. Der Konzern investiert derzeit massiv, um die Nummer 1 unter den Autobauern zu werden.

Wegen rückläufiger Verkäufe in Europa und hoher Investitionskosten sind bei Volkswagen die Gewinne massiv zurückgegangen. Doch sein Weltmarktanteil ist leicht gewachsen.

Das operative Ergebnis im ersten Halbjahr schrumpfte um 12 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro, zitiert format.at Konzernangaben. Doch die Wolfsburger wollen ihren Betriebsgewinn im Gesamtjahr trotz aller Belastungen stabil halten. Im zweiten Quartal wurde der Gewinnrückgang bereits deutlich gebremst. Im ersten Quartal war das operative Ergebnis um mehr als 25 Prozent eingebrochen.

Unter Führung von Martin Winterkorn investiert der Konzern derzeit Milliarden Euro in das neue System gleicher Baugruppen und Module, durch das die Kosten drastisch gesenkt werden sollen. Fast alle Konkurrenten von Toyota über Hyundai bis Daimler und BMW arbeiten an ähnlichen Konzepten.

Zugleich baut VW die Produktion weltweit aus, um Toyota in einigen Jahren die Führungsposition unter den Autobauern abzujagen. Noch ist der Zwölf-Marken-Konzern nur Nummer drei hinter General Motors. Um den Konzern an die Weltmarktspitze zu bringen, nimmt VW hohe Investitions-Kosten in Kauf. Der Gewinn ging im ersten Halbjahr um fast 46 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro zurück.

Seit Jahren sinkt in Europa die Zahl der Neuzulassungen. Im Juni wurden in der EU 5,6 Prozent weniger neue Pkw verkauft als noch ein Jahr zuvor. Das sind die geringsten Juni-Verkaufszahlen seit 1996 (mehr hier). Werke in Europa wurden geschlossen. Und die Autobauer liefern sich eine Rabattschlacht. „Dem intensiven Wettbewerb und den daraus resultierenden Belastungen können wir uns nicht vollständig entziehen“, so VW.

In den ersten sechs Monaten wuchsen die Auslieferungen beim VW-Konzern um 5,4 Prozent auf 4,8 Millionen Fahrzeuge. Dies sei vor allem auf die starke Nachfrage in China zurückzuführen. Der Konzernumsatz stieg von 95,4 Milliarden Euro auf 98,7 Milliarden Euro. Der Weltmarktanteil der Wolfsburger liegt aktuell bei 12,7 Prozent. Das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor.

Kommentare

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  1. wolfbier sagt:

    Die Nr.1 weltweit zu werden, dazu gehört mehr, als biedere Golfs 1-9 zu bauen und seine beschränkten Kunden mit überteuerten Verkaufspreisen abzuzocken.
    Ich habe mir gerade einen Super-Pickup von Toyota gekauft, der in ähnlicher Ausstattung bei VW 7000 € mehr gekostet hätte.
    Schon deswegen wird Toyota die weltweite Nr.1 bleiben.

  2. Hülsensack sagt:

    “ durch das die Kosten drastisch gesenkt werden sollen.“
    Aber die Preise in Deutschland steigen, und steigen, und steigen, und steigen schon seit vielen Jahren kontinuierlich, weil der deutsche Autodepp diese ja bezahlt(ohne darüber nachzudenken), hat man schon vor gut zwanzig Jahren argumentiert, als nachgefragt wurde, weshalb die gleichen Kisten in angrenzenden Europaländern bedeutend billiger verscherbelt wurden, als im „Mutterland“ des „Volkswagens“.
    Bei dem ganzen Trara um die Entstehungszeit dieses Staatskonzerns, müßte es diesen normalerweise garnicht mehr geben. Aber womit man Kohle machen kann, findet man eben einen Ausweg aus der Verdammnis.

  3. Stefan G. Weinmann sagt:

    Fax an Alfons Lorsbach, Bürgermeister von Guldental bezügl. seiner Aussage: Partei- und Staatsverdrossenheit nimmt zu http://templerhofiben.blogspot.de/2013/08/rhein-zeitung-eklat-im-gemeinderat-von.html

  4. Stefan G. Weinmann sagt: