Betreuungsgeld kommt nicht bei Familien an

Das von der Bundesregierung mit viel Pomp in den Markt gedrückte Betreuungsgeld ist offenbar ein Flop: Selbst in Bayern gibt es nur wenige Anträge auf das Geld-Geschenk vom Staat. SPD-regierte Bundesländer sabotieren die Bekanntmachung der ungeliebten Maßnahme mit passivem Widerstand. Die gute Nachricht für den Steuerzahler: So wird weniger Geld beim Fenster hinausgeworfen.

Das Betreuungsgeld kommt nicht unter die Leute: In Niedersachsen läuft die Aktion außergewöhnlich schleppend an. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz herrscht geringes Interesse. Selbst in Bayern gibt es kaum Interesse an der neuen Maßnahme: Gerade mal 500 Familien haben den Antrag an die bayerische Sozialbehörde zurückgeschickt.

Der Mehraufwand wird von den Behörden als Last aufgenommen. In einigen Bundesländern wird die neue Maßnahme so gut wie gar nicht beworben. In Bayern hat jedoch auch die Werbung nichts gebracht: Die bezugsberechtigten Eltern bekamen die Anträge bereits vorausgefüllt zugeschickt. „Als besonderer Service sind die relevanten Daten aus dem Elterngeldverfahren darin bereits enthalten. So haben es die Familien ganz einfach”, heißt es in einer Pressemitteilung des Zentrums Bayern für Familie und Soziales.

Eine Maßnahme, bei der die Bürger das Geld vom Staat nicht abholen, obwohl sie gewissermaßen den ausgefüllten Scheck zugesandt bekommen, darf getrost als Flop bezeichnet werden.

Ab dem 1. August 2013 haben Eltern Anspruch auf Betreuungsgeld, wenn sie für ihr ein- oder zweijähriges Kind weder einen Kitaplatz noch eine Tagesmutter in Anspruch nehmen. Ab Juli 2014 soll der Betrag auf 150 Euro erhöht werden. Das Betreuungsgeld schließt sich an das Elterngeld an und wird maximal 22 Monate ausbezahlt. Dadurch soll zur Förderung des Kindes in den ersten drei Lebensjahren beigetragen werden.

Das Betreuungsgeld wurde maßgeblich von der CSU vorangetrieben und gegen den Widerstand der SPD durchgesetzt. Nun stellt sich heraus, dass SPD-geführte Länder wie Rheinland-Pfalz die Leistung nur mit Widerwillen anbieten. In einer Pressemitteilung heißt es:

„Wir haben in Rheinland-Pfalz unsere Pflicht erfüllt, die Voraussetzung für die Beantragung von Betreuungsgeld zu schaffen, wenngleich wir das Betreuungsgeld auch weiterhin als eine überflüssige, rückwärtsgewandte Familienleistung betrachten, die völlig falsche Impulse setzt: Für Frauen soll so ein Anreiz geschaffen werden, die Familienpause nach der Geburt eines Kindes möglichst lang auszudehnen und Kindern wird damit der Zugang zu frühkindlicher Bildung in der Kita verwehrt.“

Die Bundesregierung beharrt auf dem Betreuungsgeld. „Über die Hälfte aller Eltern“ in Deutschland wolle ihre Kinder zu Hause betreuen, teilt die Bundesregierung auf ihrer Internetseite mit. Dabei sollten sie vom Staat unterstützt werden. Zudem gewährt die Regierung noch einen Bildungsbonus: Wer das Geld zum Bildungssparen nutzt oder in die Altersvorsorge einzahlt, erhält 15 Euro monatlich vom Staat dazu. Ab dem 14. Lebensjahr sollen die Erträge dann ausbezahlt werden können, wenn sie für Bildungszwecke angelegt wurden.

Die Maßnahme geht jedoch offenkundig am Markt vorbei: Die erschreckend geringe Zahl der Anträge zeigt, dass die Deutschen in diesem Fall das Geld von der Regierung nicht wollen, obwohl sie es ihnen geradezu nachwirft.

Der Regierung ist es damit nicht gelungen, ihre politischen Ziele mit Geld zu erkaufen. Das ist positiv – weil der Steuerzahler somit für weniger verschleudertes Geld aufkommen muss.

Politisch ist diese Entwicklung dagegen ein Offenbarungseid: Die Bürger wollen keine Almosen von der Regierung, sondern faire Löhne und geringere Abgaben, damit sie ihre Familien auch finanzieren können.

In dieser Hinsicht hat die Regierung versagt. Denn die Reallöhne sind gesunken, während die Abgaben und die künstlich in die Höhe getriebenen Preise wie der Strompreis das Leben für den Durchschnittsverdiener zum Luxus haben werden lassen.

Im umfassenden Sinn hat die Regierung bewiesen, dass es nichts Schlechteres gibt als staatliche Interventionen zum Zwecke der vermeintlichen Klientel-Begünstigung.

Kommentare

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  1. porscheprolet sagt:

    Ich würde mal gern wissen wieso ausgerechnet dieser Staat mehr Kompetenz bei der Erziehung der eigenen Kinder haben soll als die entsprechenden Eltern? Hier gehts doch nur um Kontrolle.

    Genormte auf Linie gebrachte Kinder sollen jeglichen freien Willens beraubt werden und schon im Kindergarten den Geist linker Selbstzerstörung atmen. Die gleichen Kanaillen die über die Indoktrinierung von Kindern unter den Nazis, in Sekten oder Diktaturen echauffieren, machen nichts anderes. Tag ein und Tag aus Gehirnwäsche vom Kindergarten bis zur Uni. Wer eigene Gedanken hat wird ausgestoßen! Im Orwelschen Sinne soll das Denken vorgeformt werden, um jegliche geistige Alternative bereits im Keim zu ersticken.

    Der Eifer und die faschistoide Grundhaltung jeden anderen Lebensentwürfe außerhalb staatlich kontrollierter linker Gehirnwaschanstalten und indoktrinärer Bevormundung zu attackieren und zu verteufeln lässt tief blicken welch Geistes diese Menschen sind. Eltern sollen frei wählen können, wie sie ihre Kinder erziehen. Wer meint das dies ein staatlich kontrollierter Erzieher kann soll diesen Weg gehen. Wer meint es selbst tun zu wollen ebenfalls. Die gezielte ideologische Diffamierung hingegen ist ekelerregend. Nicht nur das Familien die ihre Kinder selbst Erziehen wollen zu dummen Idioten herabgewürdigt werden, oftmals von Menschen die keine eigenen Kinder haben, es ist die Selbstverständlichkeit mit der hier gehetzt wird.

    Es steht außerdem die Frage im Raum, wenn die Zahlung von Elterngeld Verschwendung ist, wieso ist es nicht die Bezahlung von Kindergärten? Es ist in beiden Fällen Steuergeld das mit völliger Selbstverständlichkeit von linken Räubern eingetrieben wird. Beim Elterngeld fliesst es zumindest an die, die es erwirtschaften direkt zurück. Das dumme ist nur, dass der ökologisch-soziale Komplex keinen müden Heller davon sieht. Hier trifft also Raffgier gepaart mit ideologischer Verblendung auf reine Selbstzerstörung. Prost Mahlzeit!

  2. Biene sagt:

    Ich finde es gar nicht schlecht, das Familien das Betreuungsgeld beantragen können.
    Ich würde es auch gerne, aber mein Kind ist in 2011 geboren, also kann ich es nicht beantragen, obwohl ich mein kind zuhause betreue. Und nun muss ich doch echt mal sagen, das ich es ungerecht finde. Das betreuungsgeld wird doch erst nach dem Elterngeld gezahlt, also sind es ja nur zwei oder ein Jahr für ein kind.
    Aber das war ja auch wieder klar, das es ein Pferdefuß gibt.
    ich könnte es wirklich gut gebrauchen,aber ich kann es leider nicht beantragen.
    Und wenn man mich fragt, sollte es jeder beantargen.
    Weil es kommt unseren Kindern zugute.

    LG Biene

  3. Ritter sagt:

    Das mit dem Bildungsparen habe ich auch nicht mitbekommen, also wie funktioniert das mit den 15€ ?
    Alles was ich bisher gelesen habe darf man sich das Geld „nicht bar“ auszahlen lassen
    das heißt ich würde zb. 15€ auf einen vorhandenen Bausparer überweisen lassen und die 150€ auch oder dann später als einmalzahlung ? Kann man das so machen ?

  4. caprica sechs sagt:

    Wenn ich als junge Familie in den Genuss des Betreuungsgeldes käme,
    hätte ich diesbezüglich keine falsche Scham, das in Anspruch zu nehmen.
    Wir bezahlen als Allgemeinheit gerne für Familien und die gesteigerten
    Ansprüche. Das ist selbstredend. Die Bundespolitik macht es vor, wie sozial
    unser Leben zu sein hat. Also handeln wir entsprechend.
    Das tun wir sehr gerne. Mit allem zu beachtenden Maß und darüber hinaus.

    LG caprica

    • caprica sechs sagt:

      Nachsatz:

      Die Redaktion und die Leser, die mich kennen,
      denken jetzt vielleicht, caprica meint es wie immer zynisch.
      In diesem wichtigen Anliegen, ist das aber ganz cool, locker
      und ehrlich.

      Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit, FG caprica

  5. Ariovist sagt:

    Die beklagte mangelnde Akzeptanz des Betreuungsgeldes hat sich keineswegs als politischer „Flop“ erwiesen, sondern hat jetzt nur die letal erhöhte „Fieberkurve“ einer im Endstadium der Dekadenz und Auflösung befindlichen Gesellschaft schonungslos offengelegt! Die schon vor dem I. Weltkrieg betriebene Umerziehung der Gesellschaft durch die LINKEN (marxistisches „Institut für Sozialforschung“, Frankfurt) und nunmehrige „Genderisierung“ der deutschen, vor allem weiblichen Jugend haben nun leider ihr gestecktes Ziel der fundamentalen FAMILIENZERSTÖRUNG erreicht: Die überwiegende Mehrzahl aller jungen deutschen Frauen, so sie überhaupt noch Kinder gebären oder dazu gar noch heiraten und damit erst eine FAMILIE gründen wollen, beabsichtigen jedenfalls nicht mehr MUTTER im eigentlichen Sinne der Bedeutung sein zu wollen! KITAS können niemals einen auch nur annähernden Ersatz für die stets langjährig erforderliche Mutterschaft bilden, welche für die gesunde charakterliche Entwicklung des Kindes und eine lebenslang entstehen sollende familiäre Bindung unumgänglich ist. Jedes Affenbaby wird heute besser, d.h. artgerecht bemuttert als überwiegend ein deutsches Kind! Zusätzlich „Frauen-Gepowertes“ Wirtschaftswachstum mit korrespondierend erhöhtem Ressourcenverbrauch lässt sich mit Mutterschaft, welche noch ihren Namen verdient, wie auch mit dadurch bedingter gesellschaftlicher Ordnung so wenig vereinbaren, wie man Wasser mit Öl vermischen kann! Völker, welche sich von den unveränderbaren Regeln der Natur entfernen, sind dem Niedergang und letztlich dann dem Untergang geweiht! Leider versagt hier völlig unsere levantinische Religion, welche dafür sehr bald vom Islam überrollt wird, welcher die Regeln der Natur sehr wohl beachtet!

  6. wolfbier sagt:

    Selbstverständlich kommt das Betreuungsgeld bei den Familien an, die noch nie ihre Kinder in Kitas geschickt haben.
    Bei unseren Migranten!
    Und da besonders reichlich, da eine höhere Geburtenrate vorhanden ist.
    Selbstverständlich erfahren wir so etwas nicht.

  7. An Fu sagt:

    Wer soll denn die vielen Anträge stellen, wenn die Kinder, die es betrifft, am 1.8. gerade mal 1 Jahr alt werden und die Mütter evtl. 14 Monate Erziehungsgeld bekommen. Warum hat man nicht die jetzt schon 1-2 jährigen Kinder mit einbezogen?