Dank Titangestell: Künstliches Ohr behält seine Form

Forscher haben es geschafft, die Form eines künstlichen Ohres nach seiner Züchtung stabil zu halten. Das ist ein Durchbruch. Schon in weniger Jahren könnten Versuche mit menschlichem Gewebe durchgeführt werden. Eine integrierte Antenne soll dem Sinnesorgan zudem neue Fähigkeiten verleihen.

US-Wissenschaftler aus Bostenhaben ein Ohr aus Tierzellen gezüchtet, das seine Form und Elastizität behalten kann. Die Ohrmuschel wurde auf einem Drahtgestell herangezüchtet, das aus einer Titanlegierung besteht. Das Gewebe stammt von Collagenzellen von Kühen und Knorpelzellen von Schafen. Nach zwei Wochen wurde das Gerüst aus dem Hohlraum des Ohres herausgelöst .

Joseph Vacanti hatte 1997 zum ersten Mal ein ausgewachsenes menschliches Ohr auf den Rücken einer Ratte transplantiert. Auch die Wissenschaftler um Thomas Cervantes vom Massachusetts General Hospital in Boston haben diesen Schritt mit ihrem Ohr aus tierischem Gewebe nachvollzogen. Das Experiment wurde im Journal of the Royal Society veröffentlicht.

„Erstens waren in der Lage die Form des Ohres zu erhalten, auch nach zwölf Wochen Wachstum auf der Ratte“, sagte Thomas Cervantes der BBC. „Zweitens konnten wir die natürliche Flexibilität des Gewebes aufrecht erhalten.“

Das ist ein großer Durchbruch, glauben die Forscher. Die Technik soll eines Tages Menschen mit fehlenden oder deformierten Ohren helfen. Durch die Gewebeforschung sollen Ersatzorgane im Labor gezüchtet werden, um sie anschließend vollfunktionsfähig an die Stelle von Kranken Organen zu transplantieren.

In Zukunft sollen die künstlichen Ohren aus menschlichem Knorpelgewebe gezüchtet werden. Dazu genüge schon eine kleine Menge an Knorpelmasse des Patienten, die dann im Labor gentechnisch solange erweitert werde, bis der ganze Forschungsprozess durchgeführt werden könne, sagte Cervantes.

Die Gewebeforschung schreitet mit großen Schritten voran. Etwa ein Dutzend Patienten haben bereits 2011 künstliche Luftröhren transplantiert bekommen, die aus dem Gewebe des Patienten oder eines Spenders gezüchtet wurden. Im April wurde bereits eine künstliche Niere in eine Ratte transplantiert und hat dort Urin produziert.

Eine andere Methode zur Entwicklung eines menschlichen Ohres hat Wissenschaftler Michael McAlpine von der US-Universität in Princeton verwendet. Einem Bericht von Golem zufolge hat McAlpine in einem 3D-Drucker ein Ohr hergestellt, was bereits eine Antenne enthielt. Dadurch kommt er dem Schritt der Funktionsfähigkeit des künstlichen Hörorgans etwas näher.

Die Antenne fängt nämlich Funkwellen auf, anstatt Schallwellen. Die Forscher behaupten, ein Verfahren entwickelt zu haben, mit dem man biologische und elektronische Funktionen per 3D-Druck miteinander verschmelzen könne. Dadurch könnten nicht nur Ersatz für Organe geschaffen werden, sondern auch neue Fähigkeiten integriert werden.

 

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  1. Anton Deich sagt:

    Mein Sohn hat durch einen Unfall sein linkes Ohr verloren. Ihm ist es sehr wichtig dass das Äußerliche seines Ohr wieder hergestellt wird und deshalb habe ich mich gefragt wie das künstliche Ohr an der Haut befestigt wird.
    Über eine kurze Antwort würde ich und mein Sohn sich sehr freuen