Investor Marc Faber warnt vor Gold-Enteignung

Wenn die Federal Reserve das Gold der Deutschen Bundesbank noch hätte, dann würde es nicht acht Jahre dauern, bis es nach Deutschland gebracht wird, sagt der Schweizer Investor Marc Faber. Er warnt außerdem vor einem Goldverbot, wenn sich die Wirtschaftskrise verschärfen sollte.

Der Gold- und Rohstoff-Investor Marc Faber ist überzeugt, dass die US-Notenbank Federal Reserve über das Gold, das sie für die Deutsche Bundesbank lagern sollte, nicht mehr verfügen kann – weil es weg ist. Faber warnt vor bevorstehenden Gold-Enteignungen in der westlichen Welt.

In einem Interview mit Sprott Money sagte der Schweizer Investor:

„Die Deutschen haben gefordert, dass ihr Gold nach Deutschland zurückgebracht wird. Warum sollte es acht Jahre dauern, dies zu tun? Dafür gibt es keinen Grund. Das kann man in drei Monaten machen.“

In diesem Zusammenhang hält Faber sogar eine Manipulation des Goldpreises für möglich. Wenn die Federal Reserve das Gold, das sie angebe, nicht habe, dann müsse sie es irgendwann zurückkaufen. Allerdings glaubt Faber nicht, dass die Fed etwas mit dem Gold-Crash im April zu tun hatte. „Ich würde mich nicht sehr auf die Intelligenz der Zentralbanker verlassen.“

Die Furcht vor einer Enteignung des Goldes hält Faber für realistisch:

„Lass uns den schlimmsten Fall annehmen. Wir haben entweder soziale Unruhen, eine Revolution oder Krieg. Die Regierungen entscheiden: Oh, der Goldpreis geht deutlich nach oben, lasst es uns den Leuten wegnehmen. Mit anderen Worten, man enteignet die Leute. Ich denke in dieser Lage ist es egal, wo man sein Gold hält [innerhalb oder außerhalb des Bankensystems]. Es wird nur entscheidend sein, in welchem Staat man sein Gold hält. Mein Gefühl ist, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass die asiatischen Länder das Gold wegnehmen als die westlichen Länder.“

Faber hat konkrete Vorstellungen, wie eine Gold-Enteignung aussehen könnte:

„Sie werden es nicht enteignen und überhaupt nichts zahlen. Das wäre ja, glaube ich, vollkommen gegen das Gesetz. Aber sagen wir, heute liegt der Preis um die 1.200 Dollar. Was sie dann tun können, ist, dass sie im Wesentlichen sagen: Okay, wir sammeln alles Gold ein und zahlen 800 Dollar. Wahrscheinlicher ist, dass sie vorher versuchen, den Preis auf 800 Dollar zu drücken, und dann 800 Dollar zahlen. Sobald sie alles Gold eingesammelt haben, wie 1933, setzen sie den Preis auf, sagen wir, 10.000 Dollar.“

In letzter Zeit haben Goldexperten starke Zweifel daran geäußert, dass das Gold der Deutschen Bundesbank wirklich bei der Fed lagert. Denn offenbar wurde das Gold in den vergangenen Jahren zu massiven Spekulationen genutzt (mehr hier).

Kommentare

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  1. Edelmetalle sagt:

    Marc Faber bezeichnet Politiker und Zentralbänker als Clowns! Siehe: http://www.webnews.de/1698470/marc-faber-clowns-in-politik-zentralbanken-michael-turgut-tv

  2. Dr. Hamer sagt:

    Dr. Faber erwartet ja keine Enteignung. Er schildert lediglich, welche Möglichkeit der Staat hätte.
    Die Enteignung ist m.E. recht unwahrscheinlich. Einfacher und zieführender wäre der Aufkauf von Gold am Markt. Einerseits könnte die Notenbank Buchgewinne verzeichnen – was Politiker immer gerne sehen – und andererseits mit den Buchgewinnen die Verluste aus den Anleihekaufprogrammen kompensieren.
    Ein Goldverbot zu veranlassen, nur um ein paar Kleinanlegern Gewinne vorzuenthalten, halte ich für überzogen. Den Goldpreis steigen zu lassen – sobald die Großspekulanten (Banken) ihre Derivate verschoben oder abgesichert haben – ist für alle Beteiligten die Lösung mehrerer aktueller Probleme.

  3. biermann sagt:

    besser man hat als man hätte. man wird es in zukunft scherer haben seinen persönlichen status zu waren. die machtgeiligen werden es zu verhindern wissen.

  4. ein_anderer sagt:

    Fabers behauptet, es dauere »acht Jahre«, bis das deutsche Gold aus den USA zurückgeholt worden sei.
    Allein dieser Satz schon zeigt, dass der Mann wenig Ahnung hat von seinem Metier.
    Fakt ist: In den USA lagern 1.500 Tonnen deutschen Goldes. Und Fakt ist, dass von diesen 1.536 Tonnen gerade einmal 20% – nämlich 300 Tonnen – aus den USA zurückgeholt werden, in einer Frist bis zum Jahr 2020.
    Eine stichhaltige Begründung hingegen, warum der Staat Gold konfiszieren sollte, bleibt Faber schuldig. Dafür widerspricht er sich selbst: Man werde evtl. das Gold eintreben, um es dann später neu zubewerten (10.000 € stellt er mal so einfach in den Raum). Angenommen, solch eine Neubewertung durch einen Staat sei heute überhaupt noch möglich im euroraum: Warum dann nicht gleich das VORHANDENE Gold des Euroraums, immerhin rund 10.000 Tonnen, neu bewerten? Dann halt mit 12.000 Euro/oz.
    Von dem Irrwitz, dass dann Hundertausende von Beamten die Häuser und Gärten zu durchsuchen, um das Gold der Bürger zu finden, zu schweigen.

    Nein. Faber gefällt sich vielleicht vor der Kamera. Wirklich Substantielles aber hat er zur Diskussion nicht beigetragen.

  5. squarepusher sagt:

    Wenn den Regierungen irgend etwas mit dem Gold nicht passt, ist alles möglich. Diese „Aussichten“ für die Goldbugs wird natürlich auf den Goldblogs nicht gerne angenommen und nicht gerne besprochen. Aber sie ist nun einmal real, weil, das, was sich an den Märkten abspielt auch nicht real ist. Der Finanz-Politmafia ist alles, aber auch alles zuzutrauen. Wir müssen uns auf alle Situation vorbereiten.

  6. Stefan G. Weinmann sagt:

    Video von BÜSO – Warnung vor wirtschaftlichem Zusammenbruch & 3. WK, Forderung: kriminelle Banker ins Gefängnis !! http://templerhofiben.blogspot.de/2013/08/glass-steagall-wie-die-globale.html

  7. Tommy Rasmussen sagt:

    „Faber hat konkrete Vorstellungen, wie eine Gold-Enteignung aussehen könnte“

    Ich auch :

    15.03.2013 – EU Recht: Wer in Edelmetall investieren möchte, wird bald eine steuerliche Belastung von 171 Prozent in Kauf nehmen müssen. Der Gesetzentwurf wird 2013 nach vollständiger Ausarbeitung und Prüfung in Kraft treten. Auch die Einfuhrbestimmungen ändern sich. Die Politik möchte unterbinden, dass günstige Ankäufe aus dem Ausland zur Flucht aus dem Geldsystem genutzt werden.
    http://www.geolitico.de/2013/03/15/so-will-die-politik-die-flucht-aus-dem-geldsystem-stoppen/
    http://www.geolitico.de/?s=Gold+&x=3&y=7

    • Leser sagt:

      1.) Schauen sie sich bitte das Datum der abgeschriebenen Meldung an: März.

      2.) Das Umsatzsteuerrecht wurde ausschließlich in Bezug auf Silber angepaßt und die USt von 7 % auf 19 % erhöht.

      3.) Es handelt sich nicht um eine steuerliche Belastung von 171 %, sondern um eine Erhöhung der Steuer um 171 % nämlich von 7 % auf 19 % des Nettokaufpreises. Ein gewaltiger Unterschied.

      Wenn man schon abschreibt, dann wenigstens richtig, denn im verlinkten Artikel steht zumindest der steuerliche Fakt korrekt.

    • ein_anderer sagt:

      Quatsch. Lesen Sie doch bitte genau. Lediglich die Umsatzsteuer bei Silber erhöht sich von 7% auf 19% und steigt damit u m 171%. Von einer »steuerliche Belastung v o n 171 Prozent« kann keine Rede sein. (Denken Sie nach! Dann würde man ja den Gegenwert des Erworbenen komplett an den Staat abgeben UND obendrauf noch 71% Strafe zahlen müssen!) Ebensowenig ist die Rede davon, dass davon das »Edelmetall« betroffen sei. Es geht nur um Silber. Gold bleibt beim Kauf von der Umsatzsteuer befreit. (Warum wohl? Aber das ist eine andere Geschichte.)

      • Tommy Rasmussen sagt:

        ein_anderer sagt: „Von einer »steuerliche Belastung v o n 171 Prozent« kann keine Rede sein.“

        Danke, stimmt – aber nicht ist oder war unmöglich :

        Sowjetunion Goldverbot 1918 :Bei Zuwiderhandlungen drohten drastische Strafen bis zur Androhung der Todesstrafe.

        Deutschland Goldverbot 1923: Bei Zuwiderhandlungen drohten Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren Zuchthaus, Geldstrafen in unbeschränkter Höhe, Beschlagnahme des gesamten Vermögens und Ordnungsstrafen bis zu 10.000 Goldmark.

        USA Goldverbot 1933: Bei einem Verstoß konnte eine Geldstrafe von bis 10.000 US-Dollar (inflationsbereinigt 186.868 US-Dollar) oder eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren verhängt werden oder beides.
        http://de.wikipedia.org/wiki/Goldverbot

        “Faber hat konkrete Vorstellungen, wie eine Gold-Enteignung aussehen könnte”

        und ich nun auch immer noch :

        „Dann würde man ja den Gegenwert des Erworbenen komplett an den Staat abgeben UND obendrauf noch 71% Strafe zahlen müssen!“

    • Naja sagt:

      Wenn, dann doch bitte richtig lesen/zitieren.
      Es geht nicht um eine 171%ige steuerliche Belastung, sondern um eine 171%ige Erhöhung der steuerlichen Belastung. Da eine solche Aussage bei 0% Besteuerung für Gold keinen Sinn macht, gilt diese Zahl wohl eher zur Verdeutlichung der Verhältnisse bei Silber, wie es auch dort in einem der Kommentare steht: Zitat: „7% = 100%; 19% = 271% -> Erhöhung um 171%“
      Das gilt für Münzsilber. Die Pläne, daß ab 1.1.2014 der ermäßigte Steuersatz für Münzsilber wegfällt bzw. wegfallen soll, sind schon lange bekannt und sollen ursprünglich schon ab 1.1.2013 gelten.
      Von einer „Goldenteignung“ kann man bei 19% Mehrwertsteuer schon mal gar nicht sprechen. Erst recht nicht, wenn diese – soweit bekannt ist – bisher nur für Silber beschlossen wurde.

      Viel effektiver war die Aktion der Drückeberger von 1900 auf 12xx $/Oz. Denn es geht nur darum, die Masse fernzuhalten. Und die hat verstanden: Gold ist gefährlich, fällt nur noch, Blase geplatzt, Finger weg.