US-Zentralbank fordert mehr Inflation in Europa

Die Federal Reserve gibt der EZB eine klare Richtung vor: Es müssten unbegrenzt Staatsanleihen gekauft werden, bis die Wirtschaft wieder wächst. Die Inflation, die dadurch entstehen würde, müsste man der deutschen Öffentlichkeit nur richtig erklären.

Ein aktueller Bericht der Federal Reserve legt offen, dass die EZB aufgrund institutioneller Probleme handlungsunfähig ist. Zudem unterliege sie dem Irrtum, übermäßige Schulden wären der Grund für die Eurokrise, so die US-Notenbank Federal Reserve (Fed).

Robert Hetzel, ein hochrangiger Ökonom der US-Zentralbank, schreibt in seinem Bericht über die Geldpolitik der EZB.

Der EZB fehlt eine zusammenhängende Strategie zur Schaffung der Geldbasis, die notwendig ist, um die Geldschöpfung sicherzustellen, die für eine wachsende Wirtschaft notwendig ist. (…) Die EZB kann und sollte den Übernacht-Zinssatz negativ machen.“

Zudem müsse die EZB den „Widerstand gegen das Gelddrucken überwinden“:

„[Die EZB] sollte Bündel von Staatsschulden kaufen, mit Gewichtungen relativ zu den BIPs der Regierungen. (…) Die EZB sollte Bündel von Staatsanleihen kaufen, in welchem Umfang dies auch immer nötig ist, um ein starkes nominales Nachfragewachstum zu schaffen. Sie kann das nominale BIP-Wachstum als Ziel und [die Geldmenge] M1 als Indikator verwenden.“

Diese extremen Maßnahmen hätten Nebeneffekte. Im Bericht heißt es:

„Die EZB muss deutlich machen, dass die Überschuss-Länder über einen langen Zeitraum eine Inflation oberhalb von 2 Prozent haben werden. Sie wird der deutschen Öffentlichkeit erklären müssen, dass eine solche Inflation kein Zeichen für einen Mangel an Disziplin ist.

Die Fed empfiehlt der EZB im Wesentlichen das Vorgehen in den USA. Dort werden monatlich 85 Milliarden Dollar gedruckt, mit denen die Federal Reserve US-Staatsanleihen kauft. Doch auch in den USA zeigt dieses Rezept kaum Erfolge.

Kommentare

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  1. Eine Meinung sagt:

    Alle Papiergeldwährungen sind in der Geschichte gescheitert. Alle. Warum sollte unser jetziges globales Währungsnetz da eine Ausnahme sein. Zu 90% ist es mit N i c h t s“
    unterlegt. Geld entsteht aber immer durch Waren und Dienstleistungen. Ich meine richtiges Geld, kein fiat-money. Dieses Falschgeld gaukelt den Menschen ein Schlaraffenland vor, dass in der Zukunft seinen Tribut fordern wird.Im Grunde fressen wir seit mindestens 30 Jahren, nach der Aufgabe des Goldstandards unsere Zukunft auf.
    Gut, jetzt sind 60% der dt. Bürger leicht bis schwer übergewichtig. Doch in Zukunft können sie sich ja von den im Überfluss generierten Geldscheinen der privaten sowie der Zentralbanken ernähren. Ich wünsche allen einen guten Appetit!

  2. inderpampa sagt:

    Mehr Schulden = mehr Heil!?

    Na dann, viel Spaß! 🙁

  3. ratlos sagt:

    Bilderberger-Treffen 2013 in England. Ein wirklich aufschlussreicher Artikel von Heiko Schrang zu den Hintergründen, warum England als Konferenzort gewählt wurde: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/162/eilmeldung-0606-09062013-bilderbergertreffen-im-eukritischen.php Absolut lesenswert!

  4. so-ist-es sagt:

    Alles, ja alles Unheil kommt aus den USA.
    Dieses Land ist der zentrale Sitz des Bösen und des Verderbens.

    • peter kruse sagt:

      You’re right! But The Rothschilds originated from Frankfurt. It are persons and not people that are evil.

  5. Hülsensack sagt:

    „Widerstand gegen das Gelddrucken überwinden“
    Genau!!!!!!
    Warum solange rumzucken. Setzt die Karre gegen die Wand, dann erkennt jeder, was abgelaufen ist und der Neubeginn zeigt dann auf einen neuen Anfang der Geldzockermaschine.
    Und das Rad wird sich genauso weiterdrehen wie schon immer. Der Kleine war, ist, und bleibt der Depp, weil er immer den Zockern hinterherrennt, in dem Glauben, auch er wird bald zu diesen gehören und den unendlichen Reichtum erreichen.
    Und eines Tages sind dann ALLE gestopft wie die Weihnachtsgänse und KEINER braucht mehr irgendetwas tun. Das Himmelreich auf Erden ist somit erreicht. Es werden dann ALLE sehr leicht und leben auch länger, weil sie sich nicht mehr so voll fressen können, wie zur heutigen Zeit. usw. usw. usw.
    Bis man eventuell erkennt, daß es doch nicht ganz ohne etwas zu tun geht, weil sonst nur ein leerer Teller auf der Tischplatte steht.

  6. peter kruse sagt:

    debt = slavery!

  7. Stefan Wehmeier sagt:

    Um die als „Frieden“ bezeichnete Zeitspanne zwischen den Kriegen zu verlängern, haben „Wirtschaftsexperten“ die schleichende Inflation erfunden und „Spitzenpolitiker“ bemühen sich um ein ständiges Wirtschaftswachstum. Denn solange alle Preise ständig steigen (um etwa 2% pro Jahr), gerät der Konsum noch nicht ins Stocken, und solange die quantitative Wachstumsrate nicht unter den vollen Urzins fällt (4,5% pro Jahr), gibt es noch keine Massenarbeitslosigkeit. Für „Wirtschaftsexperten“ und „Spitzenpolitiker“ gibt es also viel zu tun: Die „Experten“ der Zentralbank müssen der arbeitenden Bevölkerung, deren Löhne der allgemeinen Preiserhöhung ständig nachlaufen (was „Gewerkschaftsexperten“ beschäftigt), eine schleichende Inflation von 2% pro Jahr als „Preisstabilität“ verkaufen, und die „hohe Politik“ kümmert sich um den „sozialen Ausgleich“, hypothetische „Klimaziele“, eine versprochene „Energiewende“ und eine „Bekämpfung des internationalen Terrorismus“, um wenigstens den Anschein zu erwecken, dass man allgemeinem Wohlstand, einer sauberen Umwelt und dem Weltfrieden mit jedem vergangenen „Alltag“ ein Stückchen näher kommt.

    Um den hier nur sehr vereinfacht dargestellten Irrsinn in seiner ganzen Bandbreite zu rechtfertigen und sich selbst zu beschäftigen, haben „Wirtschaftsexperten“ unterschiedliche Zinstheorien entwickelt: die Fruktifikationstheorie (A. R. J. Turgot), die Abstinenztheorie (N. W. Senior), die Agiotheorie (E. v. Böhm-Bawerk), die Ausbeutungstheorie (K. Marx), die Liquiditätstheorie (J. M. Keynes), die dynamische Zinstheorie (J. A. Schumpeter), die Grenzproduktivitätstheorie (J. B. Clark), die Loanable-Fund-Theorie (B. G. Ohlin), die Eigentumstheorie (G. Heinsohn / O. Steiger)…

    Die korrekte Urzinstheorie von Silvio Gesell wird in der einschlägigen „Fachliteratur“ gar nicht erst genannt, und bis auf die Liquiditätstheorie von John Maynard Keynes sind alle diese Zinstheorien, die eigentlich „Zinsentschuldigungstheorien“ heißen müssten, grundlegend falsch (auf alle daraus resultierenden, sehr umfangreichen Denkfehler kann ich hier im Einzelnen nicht eingehen). Denn sie erkennen den Urzins nicht als Störfaktor, der die marktwirtschaftlichen Regelmechanismen außer Kraft setzt, sondern verwechseln und vermischen diesen heute noch volkswirtschaftlichen Hauptzinsanteil mit dem Knappheitsaufschlag, der – würde er nicht durch den „Offset“ des Urzinses gestört – allein für die richtige Allokation zwischen Kreditangebot und Kreditnachfrage in der Marktwirtschaft sorgt! Beispielsweise bezeichnet die so genannte Abstinenztheorie (in echten Fachkreisen „Spießbürgertheorie“) nicht den Knappheitsaufschlag, sondern die Summe aus Urzins und Knappheitsaufschlag als „Belohnung für Konsumverzicht“, was dann zu der irrsinnigen Schlussfolgerung führt, dass ein Großsparer, der eine Milliarde Euro „auf der hohen Kante“ hat, seinen Zinsgewinn wohl nicht auf Kosten der Mehrarbeit anderer erpresst, sondern offenbar 45 Millionen Euro pro Jahr dadurch „verdient“, dass er sich seine Milliarde „vom Munde abgespart“ hat. Und wenn es unserem Milliardär mit eiserner Disziplin gelingt, sich wiederum 90% seines jährlichen Zinsgewinns „vom Munde abzusparen“, hat er die Verfünffachung seines Vermögens in 40 Jahren nach dieser Theorie auch noch „verdient“.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html

  8. Axelino sagt:

    So ist richtig! Immer feste druff! Geld drucken, bis die Presse qualmt.
    Es war (und ist) die Aufgabe der EZB, die Geldmenge so zu steuern, dass die Inflation minmal bleibt. Nicht, Staaten zu finanzieren. So ist es vereinbart.
    Die Staaten der Euro – Zone scheren sich nicht mehr um ihre Verträge.
    Das hat wohl auch die Wut der Volkswirtschaftsprofessoren entfacht, die daher die Alternative für Deutschland gründeten. Recht so! Dann haben wir bei der Wahl wenigstens eine Alternative und können unserer Sorge um die Zukunft Ausdruck
    verleihen.
    Die Staaten der Euro-Zone sind entweder pleite oder nah dran. Und diese Pleitestaaten verbürgen dann Riesen-Kredite (ESM) der EZB, um sich selbst über Wasser zu halten. Das geht nicht. Ist ja wie beim Baron v. Münchhausen, der sich selbst am Schopf aus dem Sumpf zieht.
    Der Zug fährt in die falsche Richtung und wird gegen die Wand fahren!

    • Eine Meinung sagt:

      Genau, die Zentralbanken hatten die Aufgabe die Inflation im Zaum zu halten. Das war aber nicht ihre wirkliche Absicht. Die Verflechtung des Staates mit dem Geldmonopol führt uns direkt in die Verelendung. Das ist als solle der Hund das Wurstpaket bewachen. Tja, irgenwann frisst er es. Und das sehen wir jetzt. An dem Umtauschkurs der DM in Euro kann man es erkennen. Mein Lieblingsbrot hat vor der Einführung 3,75 DM gekostet (auch schon teuer) jetzt kostet es 4,60 Euro. Mit der offiziellen Inflationsrate von ca. 2,5 % hätte es in den letzten 12 Jahren um 30% steigen müssen, aber es ist um fast 100 % gestiegen. Unsere Löhne und Gehälter sind in der Zeit um ca. 28% gestiegen. Der von den Zentralbanken künstlich gehaltene niedrige Zins und das Monopol auf die Herausgabe des Geldes durch den Staat muss weg!
      Der Staat hat nicht die Aufgabe in dem Zusammenspiel der Märkte und die Erzielung des Gleichgewichts von Angebot und Nachfrage einzugreifen In diesem marktwirtschaftlichen Ausgleich würde sich nämlich ein ganz anderer Zins herausschälen, der z. B. nicht die gemeinen Sparer und Rentner fortwährend enteignet (die geheime Steuer ). Wie kann es sein, dass eine zentrale Institution mehr weiss über Nachfrage als 80 Mio Bürger?
      Eine Hybris ohne Gleichen! Wir haben keine Marktwirschaft, wir haben bestenfalls eine staatsmonopolistische Wirtschaft, die die „too big to fail“ rettet, aber den Mittelstand zugrunde gehen lässt. Seid gegrüsst in einem planwirtschaftlich konstruierten Europa. Mit allen Konsequenzen, die wir auch an der untergegengenen DDR bestaunen durften.

  9. Brigitte sagt:

    Die Fed ist am Ende ihres Wissens angekommen. Also alle (EZB) noch in das Boot holen, damit man gemeinsam mit Kaviar und Sekt den Untergang beweihräuchern kann. 🙁