Überkapazitäten: Stahlkonzern Salzgitter rechnet mit massiven Verlusten

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate hat der deutsche Stahlkonzern Salzgitter eine Gewinnwarnung vorgenommen. Die Prognose für dieses Jahr wurde erneut gekappt. Das Ergebnis für 2013 soll nun bei Minus 400 Millionen Euro vor Steuern liegen.

Die Überkapazitäten in der weltweiten Stahlindustrie und die Eurokrise machen auch vor deutschen Unternehmen nicht Halt. Der Stahlkonzern Salzgitter rechnet für dieses Jahr mit einem Verlust im dreistelligen Millionenbereich – vor Steuern.

Erst Anfang Mai hatte Salzgitter seine Ergebnis-Prognose für 2013 nach unten korrigiert. Doch die heruntergeschraubten Erwartungen mussten nun noch einmal angepasst werden. Für die ersten sechs Monate musste Salzgitter nach eigenen Annahmen „unter Einbeziehung sämtlicher operativer und bilanzieller Einflüsse“ einen Vorsteuerverlust in Höhe von 298,7 Millionen Euro hinnehmen, heißt es in der Mitteilung des Konzerns. Im ersten Halbjahr 2012 lag der Verlust noch bei 17,9 Millionen Euro.

Doch der Verlust wird weiter steigen. Der Konzern rechnet mit einem negativen Ergebnis vor Steuern in einer Größenordnung von 400 Millionen Euro. Salzgitter begründet dies vor allem mit der Krise in Europa.

„Die europäische Stahlindustrie wird aufgrund der anhaltenden Rezession in vielen Staaten Europas von einer Strukturkrise belastet. Deren mittelbare und unmittelbare Folgen beeinträchtigen die Salzgitter AG in erheblichen Ausmaß. So hat die rückläufige Nachfrage vor allem bei den Stahlproduzenten dieser Länder zu erheblichen Überkapazitäten geführt.“

Salzgitter ist jedoch nicht das einzige deutsche Unternehmen, dass von der Stahlkrise erfast wurde. Thyssen-Krupp kündigte bereits im Februar an, Sparmaßnahmen in Höhe von 500 Millionen Euro durchführen zu müssen (hier).

Kommentare

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  1. ratlos sagt:

    Heiko Schrang im Interview bei dem bekannten Publizisten und Historiker Prof. Dr Michael Vogt zu dem Überraschungserfolg: Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen. Samstag 20:15 Uhr bei Schweiz5 http://www.schweiz5.ch/v2/?page_id=3575 Sehr interessant!

  2. Beatmaster sagt:

    oh ich sehs schon kommen wie bei Siemens und Bosch: „Massenentlassungen bei Salzgitter. Tausende stellen werden abgebaut.“ Dann kommt wieder so eine Standardausrede von den Vorstandsvorsitzenden a la: „Wir sind gezwungen unsere Unternehmensstruktur zu verändern um auf dem Markt Wettbewerbsfähig zu bleiben“.