Griechenland: Rezession treibt Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch

Die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland steigt weiter dramatisch an. Trotz zunehmender Beschäftigung im Tourismusbereich stieg sie auf ein neues Rekordhoch von 65%. Beobachter erwarten, dass es keine mittelfristige Veränderung dieser Zahlen geben wird.

Die griechische Arbeitslosigkeit nimmt weiter stark zu. So sind mittlerweile mehr als ein. Viertel aller Griechen ohne Arbeit. Besonders dramatisch ist die Lage bei den  Jugendlichen. Etwa zwei Drittel sind ohne festen Job, wie die Statistikbehörde Elstat am Donnerstag meldete.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenrate im Mai noch einmal um etwa vier Prozent auf 27,6 Prozent an. Diese Entwicklung ist vor allem auf Lohn- und Rentenkürzungen sowie massive Entlassungen im staatlichen Sektor zurückzuführen.

Ähnlich düster verhält es sich mit der Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland. Lag sie im Jahr 2012 noch bei 55,1 Prozent, sind mittlerweile 64,9 Prozent der Jugendlichen ohne Arbeit.

Vor Ausbruch der Krise im Jahr 2008 lag die Quote aller Erwerbslosen noch bei moderaten 7,3 Prozent. In den folgenden Jahren nahm sie jedoch aufgrund der einbrechenden Wirtschaftsleistung und der rigorosen Sparmaßnahmen der Troikadrastisch zu.

Während ein Großteil der Rettungsgelder in die nationalen Banken des Landes fließt, spüren die griechischen Bürger keine Verbesserung. Die finanzielle Krise, in die viele infolge der Sparmaßnahmen und Entlassungen rutschten, führte sogar zu einem Anstieg der Selbstmordrate. 2011 stieg die Selbstmordrate in Griechenland um 26,5 Prozent. 2010 hatte Griechenland Eurostat zufolge noch eine der niedrigsten Selbstmordraten der EU: 2,9 Prozent.

Grundsätzlich sind die Zahlen der griechischen Jugendarbeitslosigkeit mit Vorsicht zu genießen, denn sie erfassen auch Schüler, Studenten und Auszubildende. Diese stehen dem Arbeitsmarkt aber nur bedingt zur Verfügung und bleiben in Krisenzeiten erfahrungsgemäß länger in der Ausbildung, da die Aussichten auf eine Anstellung ohnehin denkbar schlecht sind.

Der Tourismussektor, welcher etwa 17 Prozent der Wirtschaftsleistung Griechenlands ausmacht, konnte zuletzt wieder ansteigende Umsätze verzeichnen. Doch ob diese Entwicklung anhält und positive Auswirkungen auf den griechischen Arbeitsmarkt haben wird, ist noch nicht abzusehen.

Kommentare

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  1. Gerdi sagt:

    Die können wahrscheinlich genauso gut ihre Statistiken fälschen wie die Deutschen auch . Also nicht so ernst nehmen. Die wollen nur neues Geld!

  2. willi53 sagt:

    das finazsystem ist zum scheitern verurteilt
    siehe auch
    http://www.wissensmanufaktur.net/vortraege

  3. ratlos sagt:

    Ist die geheime „Kanzlerakte“ der Grund, dass die Regierung zu dem Lauschangriff der NSA schweigt? Ein sehr interessanter Artikel von dem Autor Heiko Schrang: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/165/was-hat-die-streng-geheime-kanzlerakte-mit-der-nsaaffaere-zu.php

    • Ariovist sagt:

      Dazu schreibt Generalmajor Gerd-Helmut Komossa, der pensionierte ehemalige Amtschef des militärischen Abschirmdienstes MAD in seinem kürzlich erschienen Buch „Die deutsche Karte“ auf Seiten 21/22, Zitat: „Der Geheime Staatsvertrag vom 21.Mai 1949 wurde vom Bundesnachrichtendienst unter „Strengste Vertraulichkeit“ eingestuft. In ihm wurden die grundlegenden Vorbehalte der Sieger für die Souveränität der Bundesrepublik bis zum Jahre 2099 festgeschrieben, was heute wohl kaum jemandem bewusst sein dürfte. Danach wurde einmal „der Medienvorbehalt der alliierten Mächte über deutsche Zeitungs- und Rundfunkmedien“ bis zum Jahre 2099 fixiert. Zum anderen wurde geregelt, dass jeder Bundeskanzler Deutschlands auf Anordnung der Alliierten vor Ablegung des Amtseides die sogenannten „Kanzlerakte“ zu unterzeichnen hatte. Darüber hinaus blieben die Goldreserven der Bundesrepublik durch die Alliierten gepfändet…..“

      Erwartungsgemäß ist jetzt im Internet eine weitere „Verschwörungstheorie“ aus dem Hut gezaubert worden; ein Schelm der Böses dabei denkt!

      • Ariovist sagt:

        Dazu denke ich nur: Wenn,s einer wirklich weiß und vor allem als „Oberster Wächter“ auch wissen muss, dann wenn nicht ER!

  4. Stefan Wehmeier sagt:

    Vor der Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft) wird es – nicht nur in Griechenland – keine Erholung mehr geben. Der endgültige Zusammenbruch der Weltwirtschaft (globale Liquiditätsfalle) kann täglich passieren und ist ab jetzt nicht mehr durch staatliches „deficit spending“ aufzuhalten, sondern nur noch durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform!

    Auch wenn das intellektuelle Gefälle von Erhard bis Merkel beachtlich ist, wird die Bundesrepublik Deutschland mit diesem positivsten aller Beispiele vorangehen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/08/personliche-freiheit-und-sozialordnung.html