Solartechnik: Touchscreens können Energie produzieren

Ein Solarmodul-Hersteller aus Frankreich hat eine transparente Folie entwickelt, mit der Smartphones zukünftig selbst Energie produzieren können. Und Forscher aus Graz arbeiten an der Energieeffizienz von Handys und prägen die Mobilfunktechnologie von morgen.

Der französische Solarpanel-Hersteller SunPartner hat eine Technologie entwickelt, mit der es mobilen Geräten zukünftig möglich sein soll, selbstständig Energie zu erzeugen. Die Technologie trägt den Namen „Wysips“ („What You See Is Photovoltaic Surface“) und besteht aus einem Netz aus Mikrolinsen, die auf eine dünne Photovoltaik-Schicht aufgebracht sind. Die daraus entstehende Folie lässt sich an verschiedene Oberflächen anpassen und soll vorwiegend in drahtlosen Geräten eingesetzt werden, um einen Beitrag zu deren Energiebedarf zu leisten.

Bisher hat das Unternehmen 33 Patente für diese Technologie angemeldet. Bis 2015 soll etwa die Hälfte aller 570 Millionen Smartphones mit den neuen Touchscreens ausgestattet sein. Damit ist der potenzielle Markt für SunPartner enorm. Bisher hat das Unternehmen etwa neun Millionen Euro aus Patentverkäufen erwirtschaftet. Einem ersten Funktionstest wird die Technologie durch den chinesischen Handyhersteller TCL unterzogen. SunPartner strebt an bis 2014 die ersten Lizenzen an Handyhersteller zu verkaufen, die die Technologie dann in ihre Geräte integrieren.

In Graz sind europäische Forscher derweil mit Lösungen zur Energieeffizienz und Akkuleistung von Mobilfunkgeräten beschäftigt. Im Rahmen des europaweiten Forschungsprojekts „Dragon“ arbeiten die Wissenschaftler an den zukünftigen Herausforderungen der Mobilfunkbranche. So sollen die Handys von morgen kleiner, leistungsfähiger, kostengünstiger und benutzerfreundlicher werden. Gefragt sind dabei neue Design-Methoden, innovative Systeme und Schaltkreislösungen von Mobilfunksystemen im Nanobereich.

Die Handys der nächsten Generation werden immer leistungsfähiger sein und müssen deutlich höhere Datenmengen bewältigen. Deshalb sind die Wissenschaftler und Entwickler des „Dragon“-Projekts auf der Suche nach neuen Wegen, um den dadurch entstehenden Energieverbrauch zu senken.

„Unser Hauptfokus lag auf der Energieeffizienz zugunsten der Akkuleistung. Die Systeme, die wir für die Sendeeinheiten künftiger Mobilfunkgenerationen entwickelt haben, sorgen dafür, dass sich das Handy beispielsweise beim Telefonieren nicht mehr so stark aufheizt – damit hält der Akku länger, da keine Energie verschwendet wird.“, berichtet Christian Vogel vom FTW Graz.

Die entwickelten Technologien sollen zudem den Anspruch erfüllen flexibel einsetzbar zu sein, damit sie auch in neuen Halbleitertechnologien Anwendung finden.

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