Österreichs Jungunternehmer fordern Reformen

Die Grundstimmung bei jungen Selbstständigen ist im Keller. Seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise haben sich die Rahmenbedingungen für Gründer in Österreich wenig verändert. Der Verband Junge Wirtschaft fordert daher ein Einschreiten von der Regierung. Die Entscheidungsträger müssten „unternehmerischer“ denken.

Die Interessenvertretung der österreichischen Jungunternehmer fordert bessere Rahmenbedingungen für Gründer und Unternehmer. Das Potenzial müsse besser genutzt werden. „Wir sehen uns mit einem kontinuierlichen Negativtrend bei der Grundstimmung konfrontiert“, sagte Markus Roth, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW) in einer Mitteilung der Wirtschaftskammer Österreichs (WKO).

Die Politik habe es versäumt, wichtige Reformen anzugehen. Seit dem Stimmungstief aus dem Jahr 2011 hat sich die Situation kaum verbessert, sagte Roth. Nur einer von fünf Befragten Unternehmern blickt positiv in die Zukunft. Das ist eines der Ergebnisse vom Wirtschaftsbarometer Austria des WKO.

Die neue Regierung solle sich daher mit dem Schuldenabbau beschäftigen. 82 Prozent der jungen Unternehmer halten das für „sehr wichtig“ für die Zukunft Österreichs. Von den 82 Prozent sind fast alle (97%) der Meinung, dass der Abbau der Bürokratie eine „sehr sinnvolle Maßnahme“ ist, um dieses Ziel zu erreichen. Eine Verwaltungsreform müsse her. Die überwältigende Mehrheit spricht sich gegen Steuererhöhungen aus (92%), nur sieben Prozent halten das für sinnvoll.

Eine Steuerreform solle die Lohnnebenkosten und die Einkommenssteuer senken. 81 Prozent sind für eine solche Steuerreform, allerdings ist ein großer Teil davon skeptisch, dass diese Änderungen auch von einer neuen Regierung umgesetzt werden (83%).

Für die Jungunternehmer ist klar, dass Österreichs Politiker sich nicht genug in ihre Lage versetzen können. Über 90 Prozent sprechen sich für die Förderung von mehr unternehmerischem Denken aus, sonst gerate der Wirtschaftsstandort in Gefahr.

Die Gründer in Österreich sind unzufrieden. Die Rahmenbedingungen für Start-Ups müssten durch Steueranreize und alternative Finanzierungsmöglichkeiten verbessert werden, glauben 85 Prozent der Befragten: „Das zeigt die Dringlichkeit dieses Themas für die jungen Unternehmen“, so Roth. Auch hier überwiegt jedoch die Skepsis: Nur 19 Prozent halten eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für „sehr wahrscheinlich“ bis „wahrscheinlich“.

Dabei ist die Regierung den Wirtschaftsvertretern vor der Sommerpause bereits entgegengekommen. Die Prospektpflichtgrenze wurde von 100.000 auf 250.000 Euro angehoben. Der Jungen Wirtschaft ist das nicht genug. Sie fordert die Anhebung der Grenze im Kapitalmarkt-Gesetzt auf fünf Millionen Euro. „Wir werden nicht locker lassen. Schließlich geht es um die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Österreich und der späteren Generationen“, sagte Roth.

Durch höhere Prospektpflichtgrenzen werden die Bedingungen für Crowdfunding verbessert. Neue Unternehmen haben es dann leichter, Startkapital zu generieren und neue Projekte anzugehen. Der Nachteil einer solchen Anhebung: Die Teilhaber erhalten keine Informationen über Nutzen und Risiken ihrer Investitionen. Unternehmen können ein höheres Risiko eingehen. Das kann wiederum die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Projektes erhöhen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. hugin sagt:

    UNFÄHIGE POLITIKER OHNE AUSBILDUNG RUINIEREN DIE WIRTSCHAFT !
    Man vermisst die Unterstützung der Politik für die Wirtschaft in Österreich. Es wird nur Euphorie und Optimissmus vorgetäuscht, Steuern, Abgaben, Umlagen, Beiträge und Strafen weit über die Inflationsrate erhöht und alles schöngeredet. Ein Rückgang ist auch ein Wachstum nähmlich ein „Minuswachstum“ ! Die Rot-Schwarze-Schuldendiktatur wird hoffentlich im Herbst abgewählt. Die leeren Versprechungen und Lügen vor den Wahlen nimmt ohnehin niemand mehr ernst.

  2. Maria sagt:

    Nicht nur in Österreich ist das so, auch in Deutschland. Wer seinen Hintern irgendwo im Amtszimmer wärmt ist zig mal besser dran, wie der der Risiko eingeht und ein Unternehmen gründet. Der ist der Gearschte. Das da aber keine Kohle herkommt, sondern nur verbraten wird, will man immer noch nicht einsehen. Die Realität wird uns aber alle einholen. damit der auf dem Amt eine Daseinsberechtigung hat werden zig Verordnungen und Erlasse losgetreten. Immer dasselbe Spiel. An die Luft mit der ganzen Mischpoke.