Deutsche Post will Preise an Inflation anpassen

Die Deutsche Post misstraut der offiziellen Inflations-Rate und will ihre Preise künftig stärker erhöhen. Offenbar hat bei der Post jemand nachgerechnet und erkannt, dass etwas nicht stimmen kann.

Die Deutsche Post will mehr Spielraum bei der Erhöhung des Briefportos. „Wir möchten unsere Preise in Zukunft im Einklang mit der Inflationsrate anheben können“, sagte ein Sprecher der FAZ. Das würde bedeuten, dass die Post ihre Preise zumindest um 2 Prozent pro Jahr erhöhen dürfte. Denn dies ist offizielle Inflationsrate.

Bisher müssen die Preiserhöhungen der Post 0,6 Prozent unterhalb der offiziellen Inflationsrate liegen. Die Post kann dabei selbst entscheiden, wie sie Erhöhungen auf die verschiedenen Produkte verteilt. Aufgrund der Regelung muss sie jedes Jahr 0,6 Prozent effizienter werden – vorausgesetzt die offizielle Inflation ist realistisch.

Doch die tatsächlichen Preissteigerungen sind viel höher als die im Juli vom statistischen Bundesamt angegebene Inflationsrate von 1,9 Prozent. Dies wird etwa an den massiv steigenden Lebensmittelpreisen deutlich (mehr hier). Die Deutsche Post merkt offenbar, dass die Realität mit den offiziellen Zahlen nicht im Einklang ist – und braucht höhere Preise, um die höheren Kosten abzufangen.

In den kommenden Wochen wird die Bundesnetzagentur der Post neue Regeln für die Portos festlegt.

Kommentare

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  1. A.B. sagt:

    Ich komme aus dem Berufsfeld der chemischen Produkte.
    In den Jahren 2010 bis 2012 sind die Preise für die entsprechenden Endprodukte
    pro Jahr zwischen 5 und 7 % gestiegen. Im Jahr 2013 hatten wir bis Juni bereits
    wieder Preiserhöhungen von 5 % und das Jahr ist noch nicht vorbei.

  2. Hans Knacki sagt:

    Der Jean-Claude und die Inflation:
    http://www.youtube.com/watch?v=QX1O4cbymQ8

    Die Inflationsrate liegt sicherlich auch wegen der Forderungen nach höheren Löhnen, die eine „real kommuninzierte“ Inflationsrate sicherlich nach sich ziehen würde, so niedrig. Höhere (angepasste) Löhne bedeuten schließlich kleinere Gewinne für die Unternehmen. Legidlich die Geschäftsführungs und oberen Management-Ebenen sind in der Lage, sich einen realen Inflationsausgleich und Realeinkommenszuwachs zu ermöglichen. Und die nutzen das bekanntlich und belegter weise sehr intensiv.

    Noch Fragen?

  3. Dalien Forester sagt:

    Verlassen Sie die Plato`s Höhle:
    http://www.youtube.com/watch?v=ERXzjStEO4Q

  4. ratlos sagt:

    Ist die geheime „Kanzlerakte“ der Grund, dass die Regierung zu dem Lauschangriff der NSA schweigt? Ein sehr interessanter Artikel von dem Autor Heiko Schrang: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/165/was-hat-die-streng-geheime-kanzlerakte-mit-der-nsaaffaere-zu.php

  5. Heide Wachholder sagt:

    Inflationsrate richtig berechnet?

    Die Medien sollten einmal darüber berichten wie sich der statistische Warenkorb genau zusammensetzt. Nach einem Artikel in der FAZ vor einiger Zeit wird eine Dose Tomaten z. Bsp. zum Preis von 99 Cent angegeben, gleichgültig, ob in der Dose zwischenzeitlich weniger Inhalt ist. Und wie ist das mit Fernsehern und Kühlschränken? Wieviel % der Bevölkerung kaufen sich jährlich ein neues TV-Gerät oder einen neuen Kühlschrank? Fließt das dann in die Berechnung entsprechend des Prozentsatzes ein? Ich denke, hier könnten die Medien einmal genau recherchieren, anstatt die Inflationsrate nur ungeprüft zu übernehmen. Vermutlich würde man dann auch auf eine wesentlich höhere Rate kommen.

  6. Peter G. sagt:

    Die Leistungen wurden bereits eingeschränkt, Briefkastenleerung und Zustellung teilweise an Subunternehmer vergeben. Die Bearbeitung und Beförderung der Sendungen ist weitestgehend automatisiert. Wollen die Anteilseigner, insbesondere der Finanzminister, mehr Geld?
    Übrigens, vor einigen Wochen habe ich an einem Freitag gegen 18 Uhr einen normalen Brief in den Kasten neben unserer Postagentur (!) eingeworfen, letzte Leerung 17 Uhr. Der Brief wurde am darauffolgenden Mittwoch zugestellt.

  7. Stefan Wehmeier sagt:

    Eine Währungspolitik, welche die Preise in leichter Aufwärtsbewegung hält (schleichende Inflation), hat sich als recht erfolgreich erwiesen. Wie das kommt, wird am ehesten klar, wenn man vom Gegenteil, der allmählichen Preissenkung, ausgeht. Es war bereits davon die Rede, dass sinkende Preise die Kauflust hemmen. Alle Käufe, die nicht dem dringlichen Bedarf dienen, werden bei sinkenden Preisen verzögert in der Hoffnung, durch Ausnutzung des Preisfalls Gewinne zu erzielen. Das hat Absatzstockungen und Arbeitslosigkeit zur Folge. Die Wirtschaftsgeschichte hat das erwiesen. Sehr deutlich erkennt man diese Abhängigkeit von Arbeitslosigkeit und Preisabbau am Ablauf der großen Krise 1930 bis 1933. Aber auch die jüngere Vergangenheit bietet ein warnendes Beispiel: Im Laufe des Jahres 1949 setzte einmal nach lebhaften Protesten gegen Preissteigerungen für wenige Monate eine rückläufige Preisbewegung ein. Gerade in dieser Zeit aber stieg die Arbeitslosigkeit von fast Null auf 2 Millionen. So populär die Forderung nach Preissenkung ist, so nachdrücklich muss eine verantwortungsbewusste Wirtschaftspolitik sie gerade im Interesse der Arbeiterschaft ablehnen. Erhält man die Preise stabil, so kann einem die Hortbarkeit des Geldes leicht einen Streich spielen. Die Hortung kann rein wirtschaftliche Gründe haben: Sie wird einsetzen, sobald bei Sättigung des Kapitalmarktes der Zins sinkt. Sie kann auch auf der Steuerpolitik beruhen; diese mag vielfach dazu führen, gewonnenes Geld zu verbergen, um es vor dem Steuerabzug zu bewahren. Nun kann man die Hortung ausgleichen durch Ausgabe neuen Geldes an Stelle des gehorteten. Das wird aber in dem gleichen Augenblick gefährlich, wenn durch irgendwelche Einflüsse (man denke an den Korea-Boom) das gehortete Geld zum Vorschein kommt. Dann laufen die Preise leicht davon, bevor man durch Geldeinzug die Entwicklung bremsen kann. Leicht ansteigende Preise aber halten den Geldumlauf in ständiger Bewegung. Der allmähliche Kaufkraftverlust vertritt beim Geld den Lagerverlust der Waren und unterwirft das Geld wie die Ware dem Angebotszwang. Der Nachteil aber ist, dass dieser Kaufkraftverlust nicht nur das Geld betrifft, sondern auch alle auf Geld lautenden Schuldverträge (langfristige Geldansprüche). Dadurch wird langfristiges Sparen behindert, sodass besondere Maßnahmen zur Förderung der Investition nötig werden. Außerdem widerspricht es der Gerechtigkeit, dass Schuldverträge später mit einem minder kaufkräftigen Geld erfüllt werden.

    Stehen wir hier vor einem ausweglosen Dilemma der Marktwirtschaft?

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/geldtheorie.html

  8. Schleswig sagt:

    Wir haben alle nachgerechnet und die Preise hautnah gespürt, und wissen das da gelogen und betrogen wird. Hauptsache es bleibt unter 2 % auf das die EZB Geld raus hauen kann ohne Ende.