Trend: Frühverrentung ist ein Auslaufmodell

Bei den 60- bis 65-Jährigen gibt es erstmals seit vier Jahrzehnten mehr Erwerbstätige als Rentner. Damit wird klar: Die Deutschen müssen länger arbeiten, um finanziell über die Runden zu kommen.

Erstmals seit 1974 gibt es unter den 60- bis 65-Jährigen wieder mehr Erwerbstätige als Rentner. Der Trend zur Alters-Arbeit wird in den kommenden Jahren noch zunehmen.

Im Jahr 2012 gingen rund 42 Prozent der 60- bis 65-Jährigen einer bezahlten Arbeit nach, berichtet das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB). Der Anteil der Renten- und Pensionsempfänger lag mit 40 Prozent deutlich niedriger.

Die Erwerbstätigenquote Älterer war von den frühen 70er Jahren bis in die 90er Jahre kontinuierlich gesunken. Gleichzeitig war der Anteil von Rentnern und Pensionären angestiegen. Noch im Jahr 2000 bezogen fast zwei Drittel aller 60- bis 65-Jährigen eine Pension oder Altersrente, während nur 17 Prozent erwerbstätig waren.

Doch seit der Jahrtausendwende veränderte sich das Erwerbsverhalten älterer Menschen erheblich. Innerhalb von nur zwölf Jahren stieg die Erwerbstätigenquote in dieser Altersklasse auf mehr als das Doppelte und liegt nun sogar wieder über dem Niveau der frühen 70er Jahre.

Dass Erwerbstätige heute länger im Beruf bleiben, liege unter anderem an den veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen, sagte Harun Sulak vom BiB. So seien etwa die Anreize zur Frühverrentung stark reduziert worden. Zudem haben ein höheres Qualifikationsniveau der Menschen und eine allgemein gute Wirtschaftslage die Chancen Älterer auf dem Arbeitsmarkt erhöht, so Sulak.

Das BIB erwartet, dass sich der Trend der Alters-Arbeit in den kommenden Jahren noch zunimmt. Dies sei etwa auf eine weiter steigende Lebenserwartung und die Rente mit 67 zurückführen. Doch dies ist nur der Anfang. Denn auch die Rente mit 67 steht bereits auf dem Prüfstand.

Kommentare

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  1. Rudolf sagt:

    Bei der Rentenkasse bestimmt. Aber doch sichr nicht bei Beamten. Da ist kürzlich ein Beamter im Vorruhestand beim Drachenfliegen abgestürzt. Mit 50 Jahren!

  2. ratlos sagt:

    Ist die geheime „Kanzlerakte“ der Grund, dass die Regierung zu dem Lauschangriff der NSA schweigt? Ein sehr interessanter Artikel von dem Autor Heiko Schrang: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/165/was-hat-die-streng-geheime-kanzlerakte-mit-der-nsaaffaere-zu.php

  3. syssifus sagt:

    Man muss es sich erst einmal leisten können,in Frührente zu gehen,falls die Gesundheit nicht den Ausschlag gibt.

  4. Siggy sagt:

    Eine tolle Gesellschaft! Die Menschen werden wie die letzten Personalsklaven im Niedriglohnland BRD GmbH (siehe z.B. den Eintrag bei Hoppenstedt) ausgequetschen, damit der Rest der Welt, die Bankelite, das Bonzentum und unsere Gäste ein gutes Leben führen können. Wie man sieht, diesem System langen keine 45 Jahre Ausbeutung mehr zu. Das Geld der Rentneneinzahlungen scheint verbraten bzw. auch verpfändet, die Renten langen nicht mehr zum Leben, die private Absicherung entwickelte sich zum flopp und die BRD Verwalter leben in Saus und Braus. Ja, genau die haben gewirtschaftet und das Rentensystem so verändert, dass nur Armut als Folge entstehen kann. Dazu verweigern die Menschen das Kinder in die Welt zu setzen wegen der fraglicher Zukunft. Mit längeren Lebensarbeitszeiten schiebt man hinterhältig die Pleite im Rentensystem etwas weiter in die Zukunft. Aber ihre Pensionen und ihr Eintrittsalter bleiben unantastbar. Man brauch sich nicht wundern, wenn viele junge Menschen es gar nicht erst mit Arbeit versuchen wollen, sondern gleich die Lehre als Hartzer beginnen. Und das alles soll Zufall sein!!!
    Es wird Zeit, dass Grundgesetz ohne Geltungsbereich gegen eine Verfassung auszutauschen, welche in freier Entscheidung des deutschen Volkes erarbeitet und verabschiedet wird. Denn das was hier läuft, kann nicht ansatzweise der Wille eines Volkes sein!