Massive Goldexporte von London in die Schweiz

Im ersten Halbjahr brachten die Briten 800 Tonnen Gold in die Schweiz, wo es für den asiatischen Markt umgeschmolzen wird. Immer mehr Gold wandert aus dem Westen nach Asien ab.

Die britischen Goldexporte in die Schweiz haben im ersten Halbjahr extreme Ausmaße angenommen. Auf das Gesamtjahr gerechnet wurde 17 Mal so viel Gold aus London in die Schweiz exportiert wie im Vorjahr.

Allein im Mai exportierte Großbritannien 240 Tonnen Gold in die Schweiz, so eine Studie der australischen Bank Macquarie. Im ersten Halbjahr lagen die britischen Goldausfuhren in die Schweiz bei 797 Tonnen. Der Wert für das gesamte Vorjahr lag bei nur 92 Tonnen. Macquarie sagte:

„Das Vereinigte Königreich hat keine Goldminen, woher also ist das alles gekommen? Die offensichtliche Quelle sind börsennotierte Fonds (ETFs), von denen die meisten ihre Goldbestände in Londoner Safes lagern, hier gab es im ersten Halbjahr 2013 einen enormen Abfluss.“

Gold-ETFs sind Anlagen, die von physischen Gold gedeckt sind. Doch die Anleger haben dieser Anlageform zuletzt massenhaft den Rücken gekehrt. Der World Gold Council meldete für das zweite Quartal mit 402 Tonnen den größten Abfluss aus den ETFs, den es jemals gegeben hat. Irgendwohin muss das Gold, das die ETF-Anleger nicht mehr haben wollen. Doch warum exportieren die Fonds ihr Gold nun massenweise in die Schweiz? Macquarie:

„Zwei Möglichkeiten ergeben Sinn. Zum einen könnten Investoren sich entschieden haben, ihre Gold-Investitionen aus den ETFs in zugewiesene Einlagekonten umzutauschen, die oft in der Schweiz gehalten werden. (…) Aber wir denken, ein größerer Faktor besteht darin, dass Goldbarren aus ETFs zum Umschmelzen in die Schweiz verbracht wurden.“

In der Schweiz befinden sich die weltweit größten Kapazitäten zum Umschmelzen von Gold. Dort könnten die großen 400-Unzen-Goldbarren (12,5 Kilogramm) der ETFs in verschiedene kleinere Größen von Barren und Münzen umgeschmolzen werden, damit sie auf dem Markt an Endkonsumenten verkauft werden können, vor allem in Asien. Indien und China haben aufgrund des niedrigen Goldpreises einen regelrechten Boom erlebt.

Die Schweiz hat im ersten Halbjahr allein nach Hong Kong 370 Tonnen Gold exportiert, zitiert Macquarie Angaben des Zolls. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert lediglich bei 86 Tonnen. Die indische Nachfrage war ebenfalls extrem hoch. Und die Schweizer Goldraffinerien sind offenbar in Lage, die massive asiatische Nachfrage zu bedienen.

Würde die Deutsche Bundesbank ihre gut 1.500 Tonnen Gold aus New York in derselben Geschwindigkeit geliefert bekommen, wie das Gold im Mai aus London in die Schweiz floss, dann wäre es innerhalb von gut sechs Monaten in Frankfurt. Dass die Lieferung sieben Jahre dauern soll, könnte daran liegen, dass die Federal Reserve das Gold der Bundesbank nicht mehr hat, wie etwa Investor Marc Faber vermutet (hier).

Kommentare

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  1. Frank sagt:

    Warum wird eigentlich deutsches Gold nicht in Deutschland gelagert?

  2. Tommy Rasmussen sagt:

    !!!!!!!!!!!!!!!!!!! :

    23.08.2013 – „Hello Scotia Mocatta, It’s JPMorgan… Yes, Again… We Need More Gold“
    http://www.zerohedge.com/news/2013-08-23/hello-scotia-mocatta-its-jpmorgan-yes-again-we-need-more-gold

    Disinformation von von Commerzbank Commodity Research ? :

    15.08.2013 – Goldman verkauft Gold
    http://www.mmnews.de/index.php/gold/14397-goldman-verkauft-gold

    1. Kommentar :

    Was versteht die Commerzbank nicht?

    1.) Goldmann wird nicht als Verkäufer genannt sondern als Käufer oder es ist schlicht ein „Schreibfehler“. :))))
    „Mit 347 Tsd. Unzen größter Einzelkäufer gemäß SEC war Goldman Sachs.“

    2.) 347 Tsd. Unzen hören sich ja VIEL an sind jedoch „nur“ 10,8 Tonnen Gold.

    3.) Im Artikel der Commerzbank steht, dass im zweiten Quartal: 575,5 Tonnen Gold für Schmuk UND 575,5 Tonnen Gold für Münzen sowie Barren VERKAUFT wurde. Das macht zusammen: 34.826.366,56 Unzen Gold => 34,8 Milionen UNZEN – Und da reden die Herren und Damen noch von Verkäufen????!!!!

    Gleichzeitig wird gesagt das 402 Tonnen PAPIERGOLD aus ETF’s abgeflossen sind. Tja, das nenne ich eine schlaue Buchhaltung, denn wenn tatsächlich physikalisches Gold „abgeflossen“ sein sollte, dann muss es doch jemanden geben, der es aufgenommen hat, oder? Es gibt demzufolge also einen Käufer, wenn die Buchhaltung stimmt. Somit sind diese 402 Tonnen nicht weg und sie treten nicht auf der Verkaufsseite auf. Sie können also „neutral“ gewertet werden. Was am Ende bleibt ist, dass tatsächlich 34,8 Millionen Unzen durch China und Indien gekauft wurden und dass dieses Gold nun nicht mehr am Markt verfügbar ist. Für mich sieht dies sehr nach einer POSITIVEN Meldung für Gold-Halter aus.
    __________________

    2. Kommentar : Endlich mal jemand der den Zusammenhang zwischen Käufer und Verkäufer erkannt hat. Es gibt keinen Verkauf oder Verkäufer ohne Kauf oder Käufer.Es ist also schlicht unmöglich NUR zu kaufen oder zu verkaufen. Immer muß es beide Parteien geben. Selbst wenn es sich um Papiergold handelt. Merkwürdig nur ,daß sogenannte „Experten“ diesen Zusammenhang anscheinend nicht erkennen können oder wollen.
    http://www.mmnews.de/index.php/gold/14397-goldman-verkauft-gold

  3. Hans von Atzigen sagt:

    Gold ist grundsätzlich ein Handelsgut mit Zusatzeigenschaft. Die Zusatzeigenschaft. Gold übernimmt in grossen Krisen, sowie insbesondere Kriegszeiten, Geldfunktion.
    Das besondere an diesem Geld. Im Gegensatz zum Papiergeld ist Gold NICHT an eine Realvolkswirtschaft gebunden und somit Universalgeld mit variablem ,,Wert,,. Im Krisen oder Kriegsfall hat der Goldbesitzer einen Zeitlich begrenzten Vorsprung. Unabwendbar kann man auch dieses Geld nur einmal einsetzen, ausgeben. Zudem Gold an sich produziert nichts und ist nur bedingt vermehrbar, respektive muss mit hohem Aufwand beschafft werden, vorausgesetzt man verfügt über entsprechende Vorkommen. Im Falle einer Wirtschaftskriese kann man auch dieses Geld nur einmal einsetzen respektive man muss sich dieses durch entsprechende Realleistung erneut erwerben. Im Kriegsfalle kann man sich durch den Kauf von Strategischen Gütern mit Gold einen zeitlich begrenzten Vorteil erwerben, nur einmal einsetzbar.Im Extremfalle Krieg, ist letztlich NICHT Gold entscheidend sondern die Verfügbarkeit von Strategischen Gütern. Es sind dies Lebensmittel, Energie, Stahl, Produktionsanlagen, Geistige Innovationskraft = bessere Waffentechnik usw. sowie effiziente Kriegsführung. Beispiel 2.Weltkrieg.Letztlich waren entscheidend auf USA Seite die, Produktionskraft der USA Industrie. Auf Russischer Seite die Opferbereitschaft der Soldaten. In diesem Horrorspiel war Gold von sehr begrenzter Bedeutung. Schlusspunkt: Gold ist lediglich ein untergeordneter Faktor Psychologisch überbewertet. Im Wirtschaftskrisenfalle UND im Extremfalle Krieg.

  4. Raus aus Deutschland sagt:

    Interessanter Artikel.
    In Hong Kong werden übrigens von den Chinesen GRUNDSÄTZLICH alle 12,5kilo Goldbarren in 1kilo Barren umgeschmolzen.

    Einmal wegen der handlichen Größe für den Verkauf und weil man natürlich sicher sein will keine gefälschten Goldbarren mit WOLFRAM-Kern zu erhalten.

    Natürlich können die Chinesen in der Schweiz auch „diskret“ einkaufen, soll heißen niemand weiß genau wer tatsächlich das Gold gekauft hat.

    Wäre ich China, würde ich diskret meine US Anleihen in Gold tauschen AUCH gegen einen heftigen Abschlag.

    Um 3Billionen an US$ Werten (Anleihen) zu retten bzw. „verschieben(!)“
    wären 500 Milliarden Verlust hinnehmbar.
    Wenn DAS passiert und der Markt merkt es ganz sicher kurze Zeit später bricht alles zusammen ABER die Chinesen hätten ihre „Kastanien rechtzeitig aus dem Feuer geholt“.

    Wäre ein genialer Schachzug!!!

    Damit wäre dann Hong Kong das Machzentrum der Welt und nicht mehr die City of London!

    Nebenbei würden bei einem solchen Schachzug einige Bänker noch richtig Geld verdienen!!!