In der Krise: Autohändler verdienen mit Dienstleistungen

Zwar hat sich der Automarkt in Österreich stabilisiert, doch der reine Pkw-Verkauf ist für die Händler oft ein Verlustgeschäft. Gewinne erwirtschaften sie jedoch mit Service und Versicherungen.

Der Autohandel in Österreich ist deutlich weniger von der Absatzkrise der vergangenen Jahre betroffen als andere Länder Europas. So gingen die europäischen Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr im Vergleich zu 2008 um 23,4 Prozent zurück. In Österreich hingegen gab es ein Plus von 1,2 Prozent.

„Der Automarkt in Österreich steht vergleichsweise gut da, wir können nicht klagen“, zitiert das WirtschaftsBlatt Alfred Stadler, Vorstand des österreichischen Autohandelskonzerns Denzel. Seit der Verschrottungsprämie im Jahr 2009 habe es in Österreich überdurchschnittlich gute Auto-Jahre gegeben. Zuletzt seien die Neuzulassungen zwar rückläufig gewesen, doch mittlerweile stabilisiere sich der Markt. Das Schlimmste ist den österreichischen Autohändlern erspart geblieben.

Im vergangenen Jahr hat Denzel 41.048 Autos verkauft. „Die Stückzahl werden wir auch 2013 halten können, der Markt ist nicht überhitzt“, sagte Stadler. In Österreich gebe es über 4 Millionen Pkw, was ein Verkaufspotenzial von circa 300.000 Stück im Jahr bedeute. Auch die Einkommenssituation der Österreicher sei „noch relativ gut“.

Für die Autohersteller bedeute die Krise auf dem europäischen Markt „immensen Druck“, so Stadler. Die Margen in der gesamten Wertschöpfungskette seien durch den Markteinbruch in Europa gesunken. Die Importeure gäben diesen Druck an die Händler weiter, die daher mit dem reinen Autoverkauf derzeit kein Geld verdienen könnten. Neue Autos würden oft sogar mit Verlusten verkauft.

Im vergangenen Jahr machte die Wolfgang Denzel Auto AG 273,5 Millionen Euro Umsatz. Der operative Gewinn lag mit 48.000 Euro deutlich niedriger als die 3,3 Millionen Euro im Jahr 2011. Verdienen kann Denzel fast nur noch mit Dienstleistungen wie Service und Versicherungen. Mit Beteiligungen vom Import bis zu Software-Dienstleistungen beläuft sich das Ergebnis für 2012 immerhin auf 4,6 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es allerdings noch 7,2 Millionen Euro gewesen.

Die Politik behindere das Geschäft der Autohändler noch zusätzlich. „Den Autofahrern in den Städten wird es schwer gemacht“, sagte Stadler. Und bei der Besteuerung gelangten viele Unternehmen an ihre Grenzen. Beim Denzel-Konzern, der einer Familienstiftung gehört, übersteige die Höhe der Steuern die Ausschüttungen um ein Vielfaches. „Das ist sicher negativ für den Wirtschaftsstandort.“

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