Chemie-Industrie: Pestizid-Einsatz wird vor Gericht durchgesetzt

Die Schweizer Chemie-Firma Syngenta wehrt sich gegen das europaweite Pestizid-Verbot zum Schutz der Bienen. Die Prüfungen, die zu diesem Verbot geführt hatten, seien unvollständig gewesen, so das Unternehmen. Es habe ein fehlerhaftes Verfahren gegeben.

Lange wurde über das Pestizid-Verbot in der EU debattiert. Doch schon wenige Monate nach der knappen Entscheidung, die zweijährige Sperre einzuführen, wehren sich die betroffenen Chemiekonzerne. Das Schweizer Unternehmen Syngenta hat nun eine entsprechende Klage bei der EU-Kommission eingereicht.

Das Verbot von Thiamethoxam soll aufgehoben werden, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns:

„Der Entscheid stützte sich auf ein fehlerhaftes Verfahren sowie eine ungenaue und unvollständige Prüfung durch die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und wurde zudem nicht von allen EU-Mitgliedstaaten unterstützt.“

Man würde lieber auf rechtliche Schritte verzichten, sagte der Syngenta-Chef John Atkin. Doch „leider bleibt uns keine andere Wahl, denn wir sind überzeugt, dass die EU-Kommission sich irrt, wenn sie Thiamethoxam mit der Verschlechterung der Bienengesundheit in Verbindung bringt.“ Sie verstoße mit dem Verbot des Produkts gegen die Pestizidgesetzgebung und hat das Vorsorgeprinzip nicht korrekt angewandt, so Atkin.

Das seltsame Bienensterben hatte zu der Pestizidsperre im April geführt. Ein Phänomen, das nicht nur in der EU zu finden ist, sondern auch in den USA und in Kanada. Da nicht klar ist, ob der Einsatz der Pestizide Einfluss auf das Bienensterben hat, wurde drei sogenannten Neonikotinoide vorübergehend verboten. Auch Bayer ist davon betroffen.

Syngenta argumentiert zudem damit, dass die Landwirte und ihre Verbände fürchten, auf dieses „hochwirksame, niedrig dosierte“ Produkt verzichten zu müssen. Außerdem engagiere man sich als Unternehmen ja bereits bei Projekten, die zur Aufklärung des Bienensterbens beitragen sollen.

„Statt die Kommission vor Gericht zu ziehen, sollte Syngenta lieber verantwortunsgvoll handeln und die Vermarktung der bienentötenden Pestizide stoppen“, sagte Greenpeace-Sprecher Mark Breddy am Dienstag.

Kommentare

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  1. Andy sagt:

    Das Bild suggeriert, es gäbe diese Art des Vernebelns und des Flächensprühens noch. Genau DAS wurde durch die Saatgutbehandlung vermieden. Da man die alten Zustände nicht mehr wollte – die unterschiedslos alle Insekten dahinraffte – wurde eben von der deutschen Chemie die Saatgutbehandlung eingeführt. Sehr zum Ärger der US-Gentechnikkonzerne, die dadurch ihre Pflanzen (BT-Mais usw.) nicht als alternativlos darstellen konnten. Der Vorstoß, den Landwirten das Verwenden von eigenem Saatgut zu verbieten passt da genau rein. Wer nicht kapiert, daß es hier um einen beinharten Wirtschaftskrieg Gentechnik gegen Chemie und freie Saatgutwahl gegen Saatgutpatente und völlige Abhängigkeit von den USA hinsichtlich Saatgut und Ernährung geht, dem ist nicht zu helfen. Wer gegen die aufwendig zugelassenen, geprüften und sicheren deutschen Wirkstoffe vorgeht, macht den Job unserer Gegner.
    Das Verbot (wohl durch finanzielle Zusprüche der Amis an die diversen Entscheidungsträger der EU-Bonzokratie erleichtert) wird gar nichts ändern. Die Bienen sterben überwiegend an der eingeschlepten Varroa-Milbe. Sonderbarerweise gibt es das Sterben in Australien nicht, obwohl auch dort das Saatgut gebeizt wird. Australien ist nämlich Varroa-frei. Aber den Blick hinter die Kulissen haben Sozis und Ökobolschewiken ja noch nie gemacht…

    • caprica sechs sagt:

      @ Andy

      Da wissen Sie mehr als ich.

      Nach meiner Auffassung und Sprache öffentlicher Medien,
      wie bei ARTE geschehen unaussprechliche Dinge mit Unterstützung
      der Regierung noch weiterhin und sie werden massenhaft betrieben.
      Lesen Sie mal Beiträge und schauen Sie mal nach, was die
      „nachhaltige Landwirtschaft“ erbringt.

      Was dabei herauskommt ist ein Hohn der Landwirtschaft.
      Es gibt zahllose Beispiele, wie Chemie eingesetzt wird,
      die den Menschen schadet. Woher kommt das auswandern der Bienen ?

  2. Andy sagt:

    Das Bild suggeriert, es gäbe diese Art des Vernebelns und des Flächensprühens noch. Genau DAS wurde durch die Saatgutbehandlung vermieden. Da man die alten Zustände nicht mehr wollte – die unterschiedslos alle Insekten dahinraffte – wurde eben von der deutschen Chemie die Saatgutbehandlung eingeführt. Sehr zum Ärger der US-Gentechnikkonzerne, die dadurch ihre Pflanzen (BT-Mais usw.) nicht als alternativlos darstellen konnten. Der Vorstoß, den Landwirten das Verwenden von eigenem Saatgut zu verbieten passt da genau rein. Wer nicht kapiert, daß es hier um einen beinharten Wirtschaftskrieg Gentechnik gegen Chemie und freie Saatgutwahl gegen Saatgutpatente und völlige Abhängigkeit von den USA hinsichtlich Saatgut und Ernährung geht, dem ist nicht zu helfen. Wer gegen die aufwendig zugelassenen, geprüften und sicheren deutschen Wirkstoffe vorgeht, macht den Job unserer Gegner.
    Das Verbot (wohl durch finanzielle Zusprüche der Amis an die diversen Entscheidungsträger der EU-Bonzokratie erleichtert) wird gar nichts ändern. Die Bienen sterben überwiegend an der eingeschlepten Varroa-Milbe. Sonderbarerweise gibt es das Sterben in Australien nicht, obwohl auch drt das Saatgut gebeizt wird. Australien ist nämlich Varroa-frei. Aber den Blick hinter die Kulissen haben Sozis und Ökobolschewiken ja noch nie gemacht…