LKWs kühlen ihre Ladung mit Hilfe von Brennstoffzellen

In den USA wurde ein Verfahren entwickelt, dass zur Kühlung von Waren in LKWs auf Brennstoffzellen setzt. Dies würde zu stark reduzierten Emissionen, einem geringen Kraftstoffverbrauch und weniger Lärmbelastung führen. In einem Pilotprojekt soll die Methode nun im Alltag erprobt werden.

Einer Gruppe von Forschern des Pacific Northwest National Laboratory (PNNL) ist es gelungen, eine Methode zu entwickeln, um Kühlsysteme in LKWs durch Brennstoffzellen zu betreiben. Damit stellt die Brennstoffzelle eine saubere, leise und effiziente Alternative zu Dieselgeneratoren dar, die bisher zur Kühlung bei Warentransporten eingesetzt wurden. In einem zwei Jahre andauernden Pilotprojekt wird die Methode nun auf ihre praktische Anwendung hin überprüft.

Die verwendeten Brennstoffzellen wandeln Wasserstoff und Sauerstoff durch einen chemischen Prozess in Elektrizität um. Als Nebenprodukte entstehen dabei lediglich Wasser und Hitze. Mittels angeschlossener Kompressoren wird dann das Kühlsystem der LKWs betrieben. Laut der Forscher des PNNL sei dies das erste Mal, dass Kühlsysteme in LKWs mit Brennstoffzellen betrieben würden.

An der praktischen Erprobung dieser Methode sind zwei führende Hersteller von Brennstoffzellen aus den USA beteiligt. Die Firmen Nuvera & Albany aus Massachusetts und Plug Power aus New York bekamen jeweils einen Zuschlag von 665.000 US-Dollar vom amerikanischen Energieministerium für die zwei Jahre andauernde Pilotphase. Sie sollen die Brennstoffzellen für vier LKWs liefern, die probeweise mit der neuen Methode ausgestattet werden. Die LKWs selbst werden dabei noch immer durch Dieselmotoren angetrieben. Die Ergebnisse der Testphase werden von den Forschern des PNNL überwacht und anschließend ausgewertet.

In einem Projekt wird Nuvera zusammen mit der Firma Thermo King einen LKW mit der Brennstoffzelle Nuvera´s Orion ausstatten, der dann Lieferungen zwischen Riverside in Kalifornien und San Antonio in Texas unternimmt. In einem weiteren Projekt wird Plug Power zusammen mit Carrier Transicold and Air Products einen LKW mit der GenDrive-Brennstoffzelle ausrüsten, um einen Lebensmittelvertrieb in Long Island, New York zu beliefern. Die dabei belieferten Firmen, Sysco und H-E-B, benutzen bereits Gabelstapler, die mit Brennstoffzellen angetrieben werden. Dadurch existiert auch die Infrastruktur zur Versorgung der LKWs mit Wasserstoff. Der Wasserstoff wird dabei aus Kosten- und Effizienzgründen vor Ort hergestellt. Jeder der LKWs wird in der Pilotphase mindestens 400 Stunden im Einsatz sein und Güter von den Vertriebszentren in Läden und Supermarktketten liefern.

Schätzungen zufolge befinden sich etwa 300.000 LKWs mit Kühlsystemen im amerikanischen Güterverkehr. Durch den Austausch der Dieselgeneratoren durch Brennstoffzellen könnten so an einem Tag bis zu 37 Liter Benzin pro Kühleinheit eingespart werden. Zusätzlich werden die ausgestoßenen Schadstoffe und die Lärmbelastung drastisch reduziert. Des Weiteren erwartet man sich durch die massenhafte Umstellung auf die neue Technologie mehr Arbeitsplätze sowie geringere Herstellungskosten durch eine gesteigerte Nachfrage.

Brennstoffzellen erobern zunehmend verschiedene Bereiche der amerikanischen Wirtschaft. So findet man sie mehr und mehr als Energiequellen in Supermärkten, Lagerhäusern und Fahrzeugen. Zwar sind sie in der Anschaffung noch verhältnismäßig teuer. Doch die Einsparungen von fossilen Brennstoffen und die Null-Emissions-Eigenschaft der Brennstoffzelle sind oft Grund genug für Unternehmer, die Umstellung in Angriff zu nehmen. Das Forschungsprojekt will seinen Beitrag dazu leisten, die Technologie der Brennstoffzelle in den USA weiter zu verbreiten.

Kommentare

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  1. ratlos sagt:

    Wohin bringen uns die Wahlversprechen der Politiker? Was müssen wir nach der Bundestagswahl befürchten? Erschreckende Antworten hier: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/169/nach-den-wahlluegen-2013-folgt-die-enteignung-der-sparguthab.php