Gabriel: Kinder sollen Hausaufgaben ohne Hilfe der Eltern erledigen

Sigmar Gabriel fordert, dass alle Schulaufgaben auch in der Schule erledigt werden. So sollen für alle Schüler dieselben Chancen gewährleistet werden. Niemand solle einen Vorteil haben, wenn die Eltern zu Hause helfen. Die Argumentation bedeutet eine weitere Verstaatlichung des Bildungssystems. Leistungsfördernd wird das nicht sein.

SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert einen rechtlich garantierten Platz an einer Ganztagsschule für jedes Kind. Im Gegenzug sollten alle Schulaufgaben während der Schulzeit erledigt werden. Akademiker-Kinder würden dann nicht bevorzugt.

„Ich bin auch dafür, dass man dann Hausaufgaben abschafft“, sagte Gabriel der Rhein-Zeitung. Wenn alle Aufgaben in der Schule erledigt würden, dann hätten auch alle Schüler dieselben Chancen. Es sei nämlich ungerecht, dass Akademiker ihren Kindern „bei der höheren Schulbildung“ einfacher helfen könnten als nicht studierte Eltern.

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) kritisierte den Vorstoß des SPD-Chefs. „Statt Hausaufgaben abzuschaffen, sollte Herr Gabriel lieber seine SPD-Ministerpräsidenten zur dauerhaften Anstellung der vorhandenen Schulsozialarbeiter verpflichten“, sagte Schröder der Zeitung Die Welt. FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte:

„Leistung im Job soll sich nicht mehr lohnen, darum werden mittlere Einkommen mit der SPD höher besteuert. Und wer seine Hausaufgaben macht und lernt, verhält sich ungerecht gegenüber jenen, die faulenzen. Die SPD und Leistung – das passt einfach nicht zusammen.“

In ihrem Bundestagswahlprogramm fordert die SPD, den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz zu einem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung weiterzuentwickeln. SPD-Vizechefin Manuela Schwesig sagte dazu der Rheinischen Post: „Wir werden in den nächsten vier Jahren dafür ein neues Ganztagsschulprogramm in Höhe von 8 Milliarden Euro auflegen.“

Die Argumentation passt in ein leistungsfeindliches und ideologisches Schulumfeld, wie es seit Jahrzehnten in den rot-grünen Bundesländern zu beobachten ist.

Denn tatsächlich wird damit die Leistungsgrenze nach unten nivelliert. Eltern mit schulpflichtigen Kindern können ein Lied davon singen, wie sehr Schulklassen mit extremen Leistungsunterschieden die schulischen Leistungen der Kinder beeinträchtigen.

Der Pleite-Staat ist in vielen Fällen nicht in der Lage, genügend Lehrpersonal zu finanzieren oder sicherzustellen, dass die Klassengrößen so gehalten werden, dass die Lehrer die Kinden in angemessener Weise individuell betreuen können.

Nun soll also jenen Eltern, die sich zu Hause um ihre Kinder kümmern, der letzte Spielraum genommen werden, um ihre Kinder trotz des weithin maroden Schulsystems für den immensen Wettbewerb in einer globalen Gesellschaft zu unterstützen.

Diese Utopie wäre dann nachvollziehbar, wenn der Staat seiner Aufgabe nachkäme, die Kinder im Alleingang nach höchsten Ansprüchen auszubilden.

Das kann der Schulden-Staat jedoch nicht leisten.

Daher sollte die Politik die Eltern nicht als lästiges Übel abqualifizieren, dem man in einem Bildungs-Klassenkampf zu Leibe rücken muss.

Diese Ideologie legt die Axt an die Wurzeln der Zukunft der Kinder.

Reicht es nicht, dass ihnen schon Billionen an Schulden auferlegt sind?

Sie sollten wenigstens so gut ausgebildet werden, dass sie diese Schulden abarbeiten können.

Kommentare

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  1. Aufklärer sagt:

    Wass wollen die roten und grünen Strategen (und damit auch Gabriel)?

    Die Lufthoheit über den Kinderbetten (bereits so formuliert), Eltern und Kinder entwzweien (Eltern sind doof, alles was ich gelernt habe, habe ich in der Schule gelernt), Gettos, Zerstörung der Bildung, Zersetzung der Nationalstaaten, Aufweichung jeder Verhaltensnorm, unbändige, gierige Menschen.

    Die Rot-grün-Wähler haben sich überwiegend noch nie mit den Motiven ihrer Kandidaten auseinandergesetzt, und die anderen Wähler haben überwiegend noch nicht gemerkt, dass selbst CDU und FDP ziemlich viel rot-grüne Farbe abbekommen haben, insbesondere was die Gesellschaftsklempnerei betrifft.

  2. edwina sagt:

    Herrn Gabriels Tochter/Sohn tut mir leid, gehört der Vater doch offensichtlich zu der Sorte Eltern, die meint dass Kinder vor allem in der Schule erzogen und gebildet werden. Ein Armutszeugnis für jeden der sich Vater nennt. Nicht erst heute, im Jahre 2013, stelle ich (Akademiker der nie Hausaufgabenhilfe von den Eltern bekam) fest, dass ich die wichtigsten Informationen und Lebensweisheiten von meinem Opa (geb. 1895, gest. 1982) vermittelt bekommen habe, einem Nicht-Akademiker aus dem bürgerlichen Mittelstand, der mehrere „Weltwirtschaftskrisen“, Finanzcrashs, Währungsreformen, schleichende und plötzliche Enteignungen sowie zwei Weltkriege und deren Folgen miterlebt hat. Vielleicht sollte man sich mal dazu entschließen, in Schulen auch solche Art von Hintergrundinformation zu vermitteln, dann wären wir heute vielleicht nicht da wo wir jetzt stehen, inmitten einer vorhersehbaren großen Krise.

  3. caprica sechs sagt:

    Hatten wir das Thema nicht vor einigen Tagen ?

    Was würde aus einigen Kindern, wenn sie nur noch
    durch staatliche Gunst zu guten Leuten oder Loosern erzogen würden ?

    Wie kann ein Politiker Aussagen treffen zu unserem löchrigen und
    amerikanisierten Bildungssystem, ohne einen blassen Schimmer von
    konstruktiver Bildung und Informationspolitik zu besitzen.

    Da scheiden sich die Geister.
    Jedenfalls dann, wenn man den Maßstab an Staaten festmacht,
    die EIN Prozent mehr für Bildung ausgeben, als der EU-Durchschnitt.

    Das besagt doch nur, dass man Bildung und Fortschritt, nicht mit allen
    möglichen Mitteln unterstützt, sondern die Lobby´s und „Sonderwirtschaften“.

    Kompromisslos wäre es, alles daran zu setzen, dass Europa
    zu einem Intelligenzpool wird, der sich jederzeit mit anderen
    messen kann. Alles andere ist hohles Geschwätz.

    Diese Entscheidung an einem PROZENT des BIP zu verankern ist ein Hohn.
    Lieber werfen wir den Banken die Kohle in den Rachen. Wie albern.
    Sorry, aber für mich ist das Maß der Korruption voll.

  4. alacran sagt:

    Das fordert ein Lehrer, der vor einigen Jahren allen Ernstes in einem Stern Interview dem Sinn nach meinte: „Kernkraftwerke produzieren Elektrizität keine Wärme!“
    (Bei der Frage ging es um Kraft-Wärmekopplung und Nutzung der Abwärme zum Heizen!Im Stern Archiv noch auffindbar ~2005??)
    Soviel zur Kompetenz von Herrn Gabriel in allen Lebenslagen!

  5. barracuda sagt:

    Unsere beide Söhne sind 14 und 16 Jahre alt. Wenn die was wissen wollten, haben sie gefragt und wir haben geholfen. Oder es gab mal in Mathe Nachhilfe. Und??

    Wenn ich diese fette Schnecke schon sehe, könnte ich sofort die Kettensäge anwerfen.
    Ich bin mir über meine Unsachlichkeit völlig im Klaren, aber wenn man dem Erzengel nicht irgendwann den Kühlschrank ausräumt, platzt der Kerl irgendwann.
    Warum setzt sein Gehirn, oder das, was er seinen Körper nennt, nicht endlich all die schönen Kalorien für was Vernünftiges ein??
    Und sei es auch nur zum Klappe halten.
    Sorry, ich bin sauer.

  6. Xaver sagt:

    Ein sehr guter Beitrag der DMN.

    Es ist ein Beispiel für typisch linke Gleichmacherei der SPD. Alle sollen gleich sein – gleich dumm und auf niedrigstem Niveau!
    Es liegt in der Natur der Sache, dass verantwortungsvolle Eltern ihren Kindern helfen, auch bei den Hausaufgaben, wenn dies notwendig ist. Die Familie bildet und formt die Kinder auch zu anständigen Menschen. Das kann ein Staat nicht leisten und soll es auch nicht.

    • FDominicus sagt:

      Das kann ein Staat nicht leisten und soll es auch nicht.

      Das widerspricht sich, entweder er kann es nicht, dann hilft auch ein sollen nicht. Oder er kann es aber soll es nicht tun.

      Aber er soll es nicht impliziert, er kann es. Und das bezweifele ich sehr. Dann hätte die DDR und Sowjetuniion ja lange genug Gelegenheit gemacht dies zu schaffen.

      Auffallend ist m.E. es geht nicht mehr um Gleichheit sondern Gleichmachererei. Die SPD will im Grunde die Unterwerfung des Einzelnen unter den Staat. Frei nach dem Motto: Nur der Staat weiß was gut für Jeden ist.

      Männer – Frauen, kein Unterschied, Schlaue – Dumme, kein Unterschied;
      Faule – Fleissige, kein Unterschied

  7. eze sagt:

    Politiker sollen erstmal IHRE Hausaufgaben ordentlich machen, sowie sie sich jährlich ihre Hungerdiäten erhöhen!!!

  8. Heide Wachholder sagt:

    Linkspopulistisch

    Herr Gabriel übersieht, daß jedes Kind individuell und unterschiedlich begabt ist. Kinder, die zu Hause eine gepflegte Sprache erfahren, gefördert werden und diskutieren können, werden trotz gemeinsamer Hausaufgaben im Vorteil sein. Schule ist schon nicht in der Lage, den Unterrichtsstoff allen Kindern gleich zu vermitteln, da bedarf es zusätzlicher Übungen mit den Eltern. Viele Kinder haben nach einer Stunde Schulunterricht den erarbeiteten Inhalt nicht richtig verstanden.

    Eltern, die Wert auf Bildung legen, werden immer Mittel und Wege finden, ihre Kinder trotz gemeinsamer Hausaufgaben zu fördern. Das Erziehungsrecht steht den Eltern (diese sind sonst nur noch Gebäreltern für den Staat) zu, nicht den Politikern! Mit seiner Äußerung disqualifiziert sich Herr Gabriel von selbst. Solche Politiker wollen uns regieren. Furchtbar!

  9. Mery sagt:

    Da hat der Gabriel Recht. Hoffentlich hält sich die Empörung in Grenzen. 1. Viele Eltern nehmen sich ohnehin keine Zeit dafür 2. Viele Eltern haben manchmal keine Geduld und sagen vor oder erklären es nicht nachvollziehbar 3. Eltern haben viel zu tun

    Es ist zwar schade, weil es für das Kind wahrscheinlich ganz gut wäre, wenn sich die Eltern damit beschäftigen, aber klappt wohl alles nicht so ganz.

    Gabriel sollte aber auch bedenken, dass mehr Personal dafür benötigt wird. Es kann nicht sein, dass in einer Ganztagsschule zu wenig Lehrer etc. da sind. Effektivität und Qualität, das darf man nicht schleifen lassen.

    • Numeriker sagt:

      Wenn man Chancengleichheit herstellen möchte, sollte man das tun, indem man möglicherweise benachteiligte Kinder fördert. Ihnen eine Hausaufgabenbetreuung anzubieten, wie Sie es sich vorstellen, ist sicher eine gute Sache, sofern die nötigen Mittel dafür verfügbar sind.

      Ich kritisiere Herrn Gabriels Idee aus einem anderen Grund. Er möchte Chancengleichheit herstellen, indem er auch diejenigen Kinder zwingt, Hausaufgaben in der Schule zu machen, die es zu Hause mindestens genauso gut schaffen und daher in seinen Augen einen nicht hinnehmbaren Vorteil haben. Er möchte also nicht nur die schwachen fördern, sondern auch die starken bremsen.

      Dadurch werden zusätzliche Kosten verursacht, man regiert Kind und Elternhaus weiter in ihr Leben hinein als notwendig, und man verschlechtert willkürlich die Situation der Kinder mit intaktem familiärem Hintergrund. Das kann es ja wohl nicht sein, oder? Können wir es uns wirklich leisten, aus Gründen der Gleichmacherei Kindern aus gutem Hause Steine in den Weg zu legen?