Studie: App-Industrie schafft europaweit 800.000 Jobs

Seit der Gründung des ersten App-Stores durch die Firma Apple vor fünf Jahren, wächst die Nachfrage der Software-Anwendungen rapide an. Etwa 800.000 Jobs sind dadurch in der Branche entstanden. Ein Fünftel der deutschen Arbeitskräfte verdient jedoch weniger als 1.000 Euro im Monat.

Die europäische App-Branche stellt einen der größten Wachstumsfaktoren im Softwarebereich dar und hat in kurzer Zeit fast 800.000 Arbeitsplätze geschaffen. Das sind die Ergebnisse einer kürzlich erschienenen Studie der Association for Competitive Technology (ACT). Seit der Gründung des ersten App-Stores konnten etwa 100 Milliarden Downloads verzeichnet werden. Die Anzahl der verfügbaren Anwendungen stieg auf fast eine Million an. Der Einfluss auf die europäische Wirtschaft sei signifikant und wachse weiter an, so die Autoren.

Die App-Branche nahm ihren Anfang vor etwa fünf Jahren, als der Konzern Apple den ersten App-Store eröffnete. Dort können Nutzer aus zahlreichen Programm-Anwendungen (sogenannten Applications oder Apps) wählen und diese gegen ein Entgelt herunterladen. Bei Apps handelt es sich um Programme, die zum Beispiel in der Lage sind, Bahnverbindungen herauszusuchen, Straßenkarten anzuzeigen oder die Börsendaten abzubilden. Zunehmend werden aber Anwendungen für Unternehmen oder Software-Entwickler angeboten. Der Markt für Apps ist in den letzten Jahren förmlich explodiert und auch andere Konzerne wie Google, Microsoft und Amazon haben das Potenzial erkannt und eigenen App-Stores eröffnet.

Die Anzahl der Jobs in Europa, die sich mit der Entwicklung, Vermarktung und dem Vertrieb von Apps befassen, wird auf 794.000 geschätzt. 529.000 Arbeitnehmer sind auf Vollzeit-Basis in der App-Branche beschäftigt und etwa 60 Prozent davon sind Entwickler. Die EU trägt mit einem Anteil von 22 Prozent zur weltweiten Entwicklung von App-Produkten und Dienstleistungen bei und setzt dabei mehr als zehn Milliarden Euro pro Jahr um. Damit ist die europäische Branche hinter der amerikanischen App-Industrie (42 Prozent) weltweit auf dem zweiten Rang.

Durch den weltweiten Fortschritt in der Entwicklung und Funktionalität von Apps sowie durch die stark wachsende Anzahl an Smartphone-Nutzern, sei dies jedoch nur der Anfang. In der EU verfügt etwa die Hälfte aller Mobilfunknutzer über ein Smartphone mit Internetverbindung und die jährlichen Zuwachsraten erreichen noch immer zehn Prozent. Es sei zu erwarten, dass der Markt auch weiterhin stark wachsen und ein signifikanter Faktor bei der Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen bleiben werde, so die Autoren der Studie.

Die an der Produktion beteiligten Arbeitskräfte profitieren jedoch nur teilweise vom finanziellen Erfolg der Branche. So zeigen die Zahlen der Studie auf, dass in Deutschland 19 Prozent der in Beschäftigten mit weniger als 1000 Euro auskommen müssen. In Großbritannien liegt dieser Anteil sogar bei 35 Prozent.

Kommentare

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  1. Peter Peckert sagt:

    „Und wie viele Arbeitsplaetze schafft die Stasi/NSA? Wer glaubt,dass die Technik nur der Menschheit dient, er ist ziemlich naiv.“ Mein Gott! Eine App ist ein einfach gestricktes Programm, wenn man so phobisch ist, sollte man vor allen Dingen keinen PC mehr benutzen, sonder sich wieder einen Abacus kaufen oder einen Rechenschieber.

  2. Bespitzelte Buerger sagt:

    Und wie viele Arbeitsplaetze schafft die Stasi/NSA? Wer glaubt,dass die Technik nur der Menschheit dient, er ist ziemlich naiv.