Steinbrück wegen Beschäftigung einer Putzfrau erpresst

Die Ehefrau von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat einen anonymen Erpresserbrief erhalten. Darin wird gefordert, dass Steinbrück seine Kanzlerkandidatur zurückziehen solle, weil das Paar 1999 eine Putzfrau illegal beschäftigt habe.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wird von einem Unbekannten erpresst. Seine Ehefrau Gertrud hat einen Erpresserbrief erhalten. Darin wird gefordert, ihr Mann solle seine Kanzlerkandidatur bis zum 10. September zurückziehen, weil das Paar im Jahr 1999 eine Putzfrau illegal beschäftigt habe. Das Bundeskriminalamt (BKA) sucht bereits seit Freitag nach dem Absender.

In dem anonymen Brief sagt der Erpresser, er lebe „seit vielen Jahren mit einer Frau aus den Philippinen zusammen in Bonn“, zitiert die Bild-Zeitung. Er habe erfahren, dass die Steinbrücks „für eine begrenzte Zeit“ eine Philippinerin schwarz beschäftigt hätten, „die sich zum damaligen Zeitpunkt illegal in Deutschland aufhielt“.

Die Forderung des Erpressers richtet sich an Steinbrücks Ehefrau: „Sie sollten Ihren Mann im Stillen dazu bewegen, seine Kanzlerkandidatur bis zum 10. September aus persönlichen Gründen niederzulegen.“ Er begründet seine Forderung damit, dass Steinbrück erpressbar sei: „Weder ein Kanzlerkandidat der SPD noch ein Bundeskanzler dürfen erpressbar sein.“

Gertrud Steinbrück bestätigte die Anstellung einer philippinischen Putzkraft: Ihre Mutter habe ihr die Putzhilfe geschenkt, da die Steinbrücks beide berufstätig und mit dem Haushalt „überfordert“ waren. Die Philippinerin machte einmal pro Woche sauber.

Nach einem halben Jahr wollte Gertrud Steinbrück die Putzfrau dann selbst bezahlen: „Ich zahlte sie für die bei mir abgeleisteten Stunden aus und rechnete das jeweils mit meiner Mutter ab.“ Doch die Steinbrücks konnten die Philippinerin nicht mit einem Arbeitsvertag anstellen, da sie sich illegal in Deutschland aufhielt.

Die Philippinerin arbeitete bei Peer Steinbrücks Schwiegermutter bis kurz vor deren Tod 2003. Inzwischen hat sie eine Aufenthaltsgenehmigung. „Ich habe damals für die Mutter von Gertrud Steinbrück gearbeitet. Nach dem Einzug der Steinbrücks in Bonn hatte sie mich gebeten, dort für ein halbes Jahr auszuhelfen. Ich bin der Familie sehr dankbar; sie hat mich damals unterstützt.“

Erst ein Jahr später fanden die Steinbrücks eine Putzhilfe, die bereit war, einen regulären Arbeitsvertrag abzuschließen. Sie wird seither auf Minijob-Basis beschäftigt. Die Anstellung der Philippinerin hält Gertrud Steinbrück auch im Rückblick für richtig: „Dass mein Mann nach 14 Jahren deswegen erpresst wird, ist infam und macht mich fassungslos.“

Kommentare

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  1. otto936 sagt:

    Die alte Taktik – Motto: Es wird schon was hängenbleiben.
    Schmutziger Wahlkampf.

  2. Bernhard sagt:

    Bravo, Herr Steinbrück, eine toll inszenierte Story. Bringt sicherlich 1723 Stimmen!

  3. Guddes sagt:

    Ich hoffe ich verstehe das richtig. Also.. Frau Gertrude ist mit dem Haushalt überfordert, die Mama schickt ihre illegale Putzfrau vorbei, die dann von Gertrude illegal bezahlt wird. Hinterher gibt Mama iher Gertude das Geld dann als Geschenk zurück. Damit ist die ganze Aktion nicht mehr illegal. Und sowiso ist es nicht mehr illegal weil ja heute die Ptzfrau keine Illegale mehr ist. Richtig???

  4. Stefan Wehmeier sagt:

    Ganz wichtige Kriterien zur Auswahl eines Mitspielers in der politischen Seifenoper des 21. Jahrhunderts:

    a) „Seht ihn euch an, den üblen Steuerhinterzieher – und so einer will unser neuer Bundeskanzler werden?“

    b) „Da gibt sich jemand alle erdenkliche Mühe, um unser neuer Bundeskanzler zu werden – und dann wirft ihm ein niederträchtiger Erpresser Knüppel zwischen die Beine!“

    Sie haben die Wahl – und achten Sie bitte auch auf andere Fisimatenten, bevor Sie am 22.09 DIE Entscheidung Ihres Lebens ankreuzen!

    Wer sich weniger für Fisimatenten interessiert, kann sich zuerst darüber informieren, was – unabhängig von der politischen Seifenoper – Freiheit und Gerechtigkeit wirklich bedeuten,…

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/halbwegs-glucklich.html

    …und was die Soziale Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland von Beginn an hätte werden sollen, aber – weil religiöse Fisimatenten ja wichtiger sind – bis heute nicht geworden ist:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/08/personliche-freiheit-und-sozialordnung.html

  5. Mitfühlender sagt:

    Welcher Politiker ist denn nicht erpreßbar? Werden nicht extra Personen mit einem „schwarzen Fleck“ in Ihrer Vergangenheit in solche Posten gehoben, damit diese jederzeit erpreßt und Ihres Amtes enthoben werden können durch entsprechende „Enthüllungen“, falls sie das böse Spiel, dass hier gespielt wird, einmal nicht mehr 100%ig mitspielen?
    Weswegen sind wohl so viele ehemalige Stasi-IMs in der BRD in den Staatsdienst aufgestiegen worden und bei der BRD – Presse gelandet? Mit Wissen und Billigung unserer „amerikanischen Freunde“, versteht sich?
    Das hat selbstverständlich zum einen den Effekt, die Stasi-SED Methoden der DDR auch in der BRD offensiv durchzusetzen, was mittlerweile auch fast vollendet ist. Das hat aber ebenso einen durchaus gewünschten Nebeneffekt: Wer aus der Reihe tanzt und nicht mehr den Weisungen der Hintergrundmächtigen, also der Hochfinanz und der einflussreichen Lobbyisten, gehorcht, kann jederzeit öffentlichkeitswirksam mit seiner Stasi-Vergangenheit konfrontiert und damit „agbesägt“ werden. Deswegen wollen auch unsere angeblich so anti-kommunistisch eingestellten „amerikanischen Verbündeten“ auf keinen Fall ehemalige DDR-Regime-Kritiker in einflussreichen Ämtern haben, denn diese würden sich nicht nur der aktuellen Agenda der Westmächte in den Weg stellen, sondern diese sind darüber hinaus nicht mit ihrer DDR-Vergangenheit erpressbar. Deswegen haben wir heute die ehemaligen SED-Treuen in den höchsten Posten und die ehemaligen hochbegabten Regimegegner der DDR bei Hartz IV oder bereits in die Obdachlosigkeit sanktioniert. Das ist die großartige Freiheit und Demokratie, die uns unsere inniggeliebten amerikanischen „Verbündeten“ gebracht haben. Dafür müssen wir uns schon dankbar erweisen…!