EU-Hilfen für Bio-Sprit treiben die Nahrungspreise

Wenn die EU den Biodiesel nicht subventionieren würde, wären pflanzliche Öle in der EU um 50 Prozent billiger, so eine EU-Studie. Auch die Preise für Getreide, Zucker und andere Nahrungsmittel würden deutlich fallen.

Die EU plant, dass bis 2020 mindestens 10 Prozent des Treibstoffs für den Transport aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Diese Pläne treiben die Nahrungsmittelpreise und stehen daher in der Kritik. Denn in den vergangenen Jahren sind die Preise für Nahrungsmittel aufgrund von Dürren und Inflation bereits massiv gestiegen.

„Die Nutzung von Nahrungsmitteln zur Herstellung von Biotreibstoff, anstatt die Welt zu füttern, ist kritisiert worden“, so eine Studie im Auftrag der EU-Kommission. Vor allem die Nachhaltigkeit des Biodiesels sei hinterfragt worden. Daher hat die EU-Kommission vorgeschlagen, dass die Ziele für den Einsatz von Biotreibstoff bis 2020 gesenkt werden. Doch die Umsetzung dieser Vorschläge ist unsicher.

Wenn die EU die Subventionierung von Biotreibstoff einstellen würde, würde die Nachfrage nach Biodiesel um 81 Prozent einbrechen. Der Preis für Biodiesel würde um 64 Prozent einbrechen, so die EU-Studie. Es würde sich dann also lohnen, die pflanzlichen Rohstoffe als Nahrungsmittel zu verwenden.

Das große Angebot an Nahrungsmitteln würde dazu führen, dass die Preise in der EU deutlich fallen. Pflanzliches Öl wäre dann um 48 Prozent billiger. Doch auch die Preise für Getreide, Zucker und andere Lebensmittel würden sinken.

Würde die EU die Subventionierung von Nahrungsmitteln einstellen, würden nicht nur die Konsumenten in der EU, sondern auch in anderen Teilen der Welt profitieren. Denn das erhöhte Angebot an Nahrungsmitteln in der EU hätte Auswirkungen auf den Weltmarkt. So würden pflanzliche Öle global 15 Prozent billiger.

Kommentare

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Die ganze Bioenergie- Hype ist ein Stumpfsinn hoch 10.Die gesamte Biomasse des Planeten kann nur einen sehr kleinen Teil des aktuellen Energiebedarfs abdecken.
    Ohne Fossile Energie bricht selbst die Nahrungsmittelproduktion auf dem heutigen Stand in Rekordzeit zusammen. Wind und Sonne können einen höheren Anteil abdecken, doch auch hier gibt es Grenzen vor allem Speichertechnischer und Wirtschaftlicher Art. Es gibt nur eine Elende verfluchte Wahrheit. Eine 8 oder mehr Milliarden Menschliche Population verkraftet der Planet NICHT. Ganz klar auch NICHT mit spartanischer Lebensweise. Alles Ideologie- Wahnfurzerei. Auf Dauer liegt die Grenze bei max.2-3 Milliarden. Dieser einigermassen Realistische Wert ist längst aufs massivste überschritten. Da hat sich längst eine Irreparable Entwicklung aufgebaut die über kurz oder lang eine grausige Korrektur erzwingt. Der Planet auch die Natur wird es überleben. Die erdrückende Mehrheit der Menschheit NICHT.

  2. Joseph Meyer sagt:

    Es ist sehr bedauerlich, dass auch das Thema „Heimisches Pflanzenöl als Treibstoff“ zusammen mit „Biosprit aus Palmöl und Getreide“ so undifferenziert verteufelt wird!
    In Deutschland war bereits eine gut funktionierende Nische für die Landwirte und für kleine Unternehmen (Umrüstung der Dieselmotoren) mit reinem Pflanzenöl (Rapsöl) als Dieselersatz entstanden, dann hat die Bundesregierung Pflanzenöl als Treibstoff genau so hoch besteuert wie Diesel, und die Nische war natürlich gestorben! Dabei war diese Möglichkeit für die Landwirte keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelherstellung in Deutschland, wegen der Fruchtfolge, der Nutzung des Rapskuchens und der Tatsache, dass in Deutschland und in der EU zuviel an Nahrungsmitteln hergestellt wird , mit der Folge, dass mit den überschüssigen, subventionierten und dadurch billigen Nahrungsmitteln der Nahrungsmittelmarkt in Afrika für die afrikanischen Landwirte zerstört wird…!
    Auch in den Entwicklungsländern kann unter gewissen Bedingungen die Nutzung von Pflanzenöl als Treibstoff – z.B. das ÖL der Pflanze Jatropha – sowohl für die Landwirte als auch für den Erhalt der Böden im Kampf gegen die Erosion sehr sinnvoll sein.
    Also bitte nicht immer so undifferenziert!

    Anderseits ist klar: Der Erhalt des Verbrennungsmotors kann nicht das Fernziel sein, hier muss sicher auf Elektromobilität und vor allem Öffentlicher Verkehr gesetzt werden.

  3. maus sagt:

    Brot statt Öl ! Es gibt genug Menschen die sich dafür einsetzen ,Biotreibstoff ist der helle Wahnsinn in Anbetracht des Nahrungsbedarf in der Welt und die zunehmende Verteuerung ! Bei uns wird der bedarf an Suppenküchen jedes Jahr größer ,weil sich die Menschen wegen steigender Lebensmittelkosten und Löhne die kaum noch eine Familie ernähren können durch das Soziale Raster fallen ! Tendenz steigend ! In den armen Länder verhungern die Menschen ! Da geht die Profit Gier über Leichen ! Da währe die Politik gefragt ,doch von den Marionetten Kasper ist wenig zu erwarten !

  4. Rafael sagt:

    Zu wissen, daß durch Verwendung von Lebensmitteln und Boden zur Erzeugung von Energieträgern hunderte von Millionen Menschen um ihre Lebensgrundlage auf Grund von steigenden Weltpreisen gebracht werden und vor so herbeigeführtem Hunger umkommen, und es dennoch billigend in Kauf nehmen und zu wollen, ist ein Verbrechen gegen die Menschheit, ein Massenmord.

  5. biersauer sagt:

    Biomassevebrennung ist pure Verschwendung und treibt lediglich die Preise, bei Verknappung der Rohstoffe.
    Solarenergie direkt ist dagegen um etwa 200 fach wirtschaftlicher !
    Offenbar haben da alle mitsammen ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

  6. Stefan Wehmeier sagt:

    Es gibt wohl kaum etwas Ineffizienteres, als Nahrungsmittel zu verfeuern. Aber gerade darum gehört der „Bio-Sprit“ genauso zur Zinswirtschaft wie der Krieg:

    Kriegsrüstungen stellen reinen Verbrauch dar, d. h. sie drücken nicht auf den Sachkapitalzins, wie dies die Investitionen zu tun pflegen, die infolge der Vermehrung der Sachkapitalien zu einer gesteigerten Konkurrenz und zu einer Senkung der Rendite führen, wodurch Geldstreik und absteigende Konjunktur ausgelöst werden. Kriegsrüstungen vermindern den Zins nicht.

    Es besteht also ein grundlegender Unterschied, ob man friedensmäßig investiert oder kriegsmäßig verbraucht, ob man Fabriken und Wohnhäuser herstellt oder Panzer und Granaten, denn die letzteren tasten den Zins nicht an! Wenn der einfache Mann auf der Straße es bedauert, dass für Kriegsrüstungen Unsummen ausgegeben werden, für die nach seiner Meinung nützlichere Dinge beschafft werden könnten, etwa Wohnhäuser, so befindet er sich mit dieser an und für sich gesunden Ansicht in einem Irrtum – er hat das Wesen der Zinswirtschaft nicht erfasst, die eines dauernden Mangelzustandes bedarf, um überhaupt zu funktionieren. In der Zinswirtschaft ist es eben – so widersinnig es auch erscheinen mag – wohl möglich, in unbegrenztem Maße Kanonen, Panzer und Bombenflugzeuge herzustellen, nicht aber Wohnhäuser, Fabriken und andere Sachgüter.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/imperialismus.html