Automobil-Vernetzung: Der erste Schritt zum automatischen Fahren

Der Automobil-Zulieferer Continental und der Technologiekonzern IBM planen den Bau eines vernetzten Autos. Continental sieht darin einen von drei Zukunftstrends für die Automobilbranche. Es sei der erste Schritt zum vollautomatisierten Fahrzeug.

Das Auto der Zukunft soll in Echtzeit große Datenmengen verarbeiten und diese für eine intelligente Form der Mobilität nutzen können. So sieht es jedenfalls der Automobilzulieferer Continental und hat den Technologiekonzern IBM auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) als künftigen Partner vorgestellt. Die beiden Unternehmen gehen eine Kooperation ein, um vollständig mobil vernetzte Fahrzeug-Lösungen zu entwickeln. Dies gab Continental am Dienstag auf der IAA offiziell bekannt.

„IBM ist branchenführend in den Bereichen Big Data und Cloud Computing. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über das erforderliche Know-how bei der Tiefenanalyse, um große Datenmengen zu verarbeiten und zu untersuchen und anhand der Ergebnisse hochfrequente, schnelle und zielgenaue Vorhersagen zu treffen. Die Erfahrung von IBM mit cloudfähigen Plattformen und eingebetteten Systementwicklungskapazitäten sowie unsere Systemkompetenz in der Automobil-Elektronik ergänzen einander ideal und schaffen die Grundlage für eine neue Generation intelligent vernetzter Fahrzeuge“, sagte der Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart.

Der Fokus der Kooperation zwischen Continental und IBM liegt auf der Entwicklung einer Cloud-Plattform. Automobilhersteller sollen dadurch die Gelegenheit bekommen, ihren Kunden eine Reihe fahrzeuginterner Dienstleistungen anzubieten. So könnten die Fahrzeuge Software-Updates und Funktionen der Fahrzeugsteuervorrichtung über das Internet beziehen, wodurch die Kosten für Werkstattbesuche verringert würden.

Continental hat in der Vernetzung von Autos einen von drei Megatrends der Branche ausgemacht. Neben der Vernetzung seien vor allem das kraftstoffsparende und emissionsreduzierte Fahren und die schrittweise Automatisierung von Fahrzeugen weitere Innovationstreiber. Das würde zur Entwicklung neuer Funktionen für Autos führen, die das Fahrzeug noch sicherer und gleichzeitig sparsamer machen.

„Zu diesen zählen die cloudbasierte Spracherkennung, der Echtzeit-Austausch von Verkehrsflussdaten und das vorausschauende, durch Online- und Navigationsdaten unterstützte Fahren.“, so Degenhart weiter.

Auch für IBM bietet die Kooperation eine Herausforderung. Das Unternehmen möchte seinen Beitrag zur Weiterentwicklung des Mobilitätskonzepts leisten.

„Die Fahrzeughalter von heute überdenken ihren Mobilitätsbedarf vollkommen neu und erwarten von ihren Fahrzeugen denselben Komfort und dieselben Funktionen wie von anderen intelligenten Geräten. Das bedeutet, dass die Fahrer nicht nur auf der Suche nach Qualität, Sicherheit und zuverlässiger Leistung sind, sondern das Auto als eine hochgradig personalisierte Erweiterung ihres digital vernetzten Alltagslebens ansehen“, sagte Dirk Wollschläger von IBM. Das würde neben Lösungen zum „Verkehrsflussmanagement“ auch „mobile Multimedia-Services und Infotainment“ mit einschließen.

Die IT-Branche diskutiert seit geraumer Zeit über das „Internet der Dinge” als neue technologische Revolution. Durch die schrittweise Vernetzung von elektronischen Gegenständen würden sich neue Möglichkeiten in der Produktionslogistik und der effizienten Nutzung von Ressourcen ergeben.

Durch die Vernetzung von Autos wollen Continental und IBM das vorausschauende Fahren optimieren. Dies sei ein entscheidender Schritt, um das automatisierte Fahren zu verwirklichen. In Zukunft sollen Autos durch integrierte Sensoren nicht nur Daten empfangen, sondern auch Informationen wie Position und Geschwindigkeit an die Cloud weitergeben. Dort würden die Daten verarbeitet und analysiert und für eventuelle Maßnahmen berücksichtigt werden. Als Ergebnis erhoffen sich die Unternehmen eine Echtzeit-Straßenkarte, die den Fahrzeugen erlauben wird, regelrecht „um die Ecke“ zu schauen.

Einen ersten Schritt in Richtung automatisiertes Fahren haben auch Wissenschaftler der TU Braunschweig gemacht. Sie entwickelten den Prototyp eines automatisierten Fahrzeugs, bei dem der Fahrer nicht mehr die letzte Entscheidungsinstanz darstellt (mehr hier).

Kommentare

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  1. maus sagt:

    Echt Unheimlich ! Kann ja die Zukunft sein? mag sein ? Doch mir ist wohler wenn jemand am Steuer sitzt dem ich vertraue,oder selbst das Steuer in der Hand habe ! Ich denke wir sollen auch nicht zu abhängig sein von der Technologie ! Auch Computer können Fehler haben ,Systeme können abstürzen ! Also ich vertraue auf die gute alte Handarbeit !

  2. solarwahnsinn sagt:

    ..yep und die NSA fährt gleich mit, „das fünfte Element“ lässt grüßen. Die wahren Visionäre der Zukunft waren wohl doch die Regisseure.
    Und wie bei der der jetzigen Affäre, dient dies alles unserer Sicherheit…..aber wenn man sich was zu schulden kommen lässt oder auch nicht (..siehe Gustl Mollath) funktioniert dann auch das Autofahren nicht mehr: “ …sie sind nicht berechtigt Auto zu fahren“.
    Das mehr an Nutzen durch Einsatz dieser „Entwicklung“ wird durch Spionage und Wirtschaftskriminalität wieder zunichte gemacht…

  3. Sven T. sagt:

    Sowas braucht kein Mensch. Sich von der Elektronik abhängig zu machen ist ein sehr grosser Fehler. Ich hab kein Bock auf totale Kontrolle. Ich nehm mein Leben lieber selbst in die Hand.

  4. Xaver sagt:

    Was für eine unnütze Gerätschaft. Gerade das selber fahren bringt den Spass am Autofahren. Den Schnickschnack braucht niemand. Wenn ich automatisch fahren will, dann fahre ich mit dem Zug.

    • trübSINN sagt:

      – selbstfahrende Fahrzeuge
      – Quanten-Computer (desen Auswirkung den meisten noch vollkommen unbekannt ist)
      – Die gedankliche Computersteuerung steht vor der Marktreife (die Spiele-Industrie scharrt bereits mit den Hufen)

      Skynet ist nur noch eine Frage der Zeit

      Minority-Report
      Matrix
      Terminator

      wie sovieles, vor kurzem war es noch nur Fiktion!

      In grenzenloser Arroganz und Gier wird alles zugrunde gewinnmaximiert!