Schweiz hält an Euro-Kopplung des Franken fest

Die Schweizer Nationalbank will den Mindestwechselkurs zum Euro von 1,20 Franken beibehalten. Dazu will sie auch künftig „unbegrenzt“ Geld drucken und Fremdwährungsreserven kaufen. So wird die Bilanz der Zentralbank weiter mit gefährlichen Schuldtiteln aufgebläht.

Die Schweizer Nationalbank (SNB) will den Franken auch in Zukunft massiv schwächen, um die Kopplung an den Euro aufrechterhalten zu können.

„Im Moment gibt es keinen Grund, über einen Ausstieg aus der Deckelung für den Franken zu diskutieren – der Mindestwechselkurs ist noch immer sehr, sehr wichtig“, zitiert Bloomberg den SNB-Präsidenten Thomas Jordan. Wie lange dies noch so sein werde, sei schwer vorherzusagen.

Die SNB hält an einem Euro-Kurs von mindestens 1,20 Franken pro Euro fest. Diesen Mindestkurs will sie mit unbegrenzten Eingriffen halten. Der Leitzins soll auf einem Wert zwischen 0 und 0,25 Prozent liegen.

„Die globale Erholung ist sehr langsam“, sagte Jordan. Ein Wiederaufflammen der Eurokrise sei möglich. Die geopolitischen Spannungen im Mittleren Osten und eine Abkühlung in den Schwellenländern seien Gründe zur Vorsicht.

Im September führte die SNB den Mindestkurs ein und begründete dies mit dem Risiko einer Deflation und einer Rezession. Der Kurs zum Euro hatte aufgrund der Eurokrise bei 1 Franken gelegen. Es hatte die Gefahr bestanden, dass die Währung immer mehr an Wert gewinnt. Das wollte die Zentralbank nicht zulassen. Sie startete daher ein massives Gelddruckprogramm, das die Bilanzen der SNB massiv aufblähte.

Der Franken hat dadurch nicht nur deutlich an Wert verloren. Die Währung ist auch viel anfälliger geworden, denn in den Bilanzen der SNB befinden sich nun gefährliche Schuldpapiere vor allem in Euro und US-Dollar, die einer extremen Inflation unterliegen.

Da der Franken an den Euro gekoppelt ist, ist die Schweizer Währung von den Entwicklungen an den internationalen Währungsmärkten abhängig. Gerade hat die Federal Reserve bestätigt, dass sie ihre lockere Geldpolitik fortsetzten wird. Auch die SNB wird daher das massive Gelddrucken fortsetzen müssen.

Im vergangenen Jahr musste die SNB 188 Milliarden Franken drucken, um den Mindestwechselkurs zum Euro zu halten. Die Fremdwährungsreserven stehen derzeit bei 434 Milliarden Franken. Das ist extrem viel für ein Land mit einem BIP von 593 Milliarden Franken. Die Staaten der Eurozone, die USA und andere Staaten können Jordan dankbar sein, dass er ihnen ihre Schuldtitel abnimmt, um die eigene Währung zu schwächen.

„Der Franken ist noch immer sehr hoch bewertet“, sagte SNB-Chef Jordan. Er steht derzeit bei 1,23 Euro beziehungsweise 0,91 Dollar. Die SNB erwartet für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum zwischen 1,5 und 2 Prozent. Die Konsumentenpreise werden um 0,2 Prozent fallen.

Anders als die Konsumentenpreise sind die Immobilienpreise massiv angestiegen. „Wir beobachten die Situation genau“, so der SNB-Chef. Sollten die Zinsen für Hypotheken irgendwann wieder steigen, droht die nächste Immobilienblase zu platzen.

Kommentare

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  1. francis goepfert in thailand sagt:

    wer sieht tatsächlich wo irgendwelche probleme mit den devisen der SNB ? staaten
    ohne eigene gelddruckerei sind eben wie männer ohne eier. die hunderte von milliarden
    gebunkerter ausländischer währungen sind gekauft und bezahlt mit selbstgedruckten
    fränkli – und das, ohne jemanden zu fragen ! wer hat noch nicht – wer will noch mehr –
    das ist souveränität liebe freunde

  2. Walter Kunz sagt:

    Wenn schon, dann soll auch die Schweiz, äusserst Nobel zu Grunde gehen.

  3. Der Weltcrash sagt:

    Die Leitwährung ist der US Dollar, alle Bankreserven weltweit sind in US Dollar.
    Was früher der Goldstandard war ist heute der Dollar, in Europa heisst er Euro, in Russland Rubel, in der Schweiz Franken usw.
    Der Dollar fällt, bzw. alle Währungen auch der Euro. Nur der Euro macht einen auf Batman, kreist ein wenig in der Luft bevor er auf die Schnauze fällt und viele denken, wow der Euro ist gestiegen im Vergleich zu Dollar.

    „Ein Wiederaufflammen der Eurokrise sei möglich.“ Liebe Schweizer, die echte Krise kommt noch. Alle Ereignisse bis jetzt waren nur die Vorbote, Anzeichen der bevorstehenden Krise.