Schiff erzeugt eigene Wellen, um sich zu stabilisieren

In Norwegen werden Schiffe gebaut, die auch bei heftigem Seegang stabil im Wasser liegen. Dies wird erreicht, indem die Schiffe mit internen Wassertanks ausgestattet werden. Sie sollen als Begleitschiffe für Ölplattformen eingesetzt werden.

Auf dem sogenannten Hotelschiff sollen bald 800 Arbeiter einer Offshore-Ölplattform wohnen. Das Schiff ist 150 Meter lang und verfügt neben den Schlafräumen auch über einen Fitnessraum, eine Sauna, zwei Schwimmbecken und Büroräume.

Die Unterkünfte sollen auch bei sehr hohem Seegang noch komfortabel sein. Daher werden U-förmige Wassertanks im Schiffsinneren positioniert, die Wasserwellen zur Stabilisierung des Schiffes erzeugen.

„Die Tanks sind mit Wasser gefüllt, das in entgegengesetzter Phasenrichtung zu den Wellenkräften des Seegangs bewegt wird“, zitiert wired.com den Forscher Sverre Anders Alterskjær von Marintek, des norwegischen Forschungsunternehmens, das Modelle des neuen Schiffs getestet hat.

Luftventile oben an den Tanks ermitteln die Bewegung des Wassers im Tankinneren. Wie auch die Beine eines Matrosen sich ständig an die Neigung und die Bewegung des Schiffs anpassen, so wird auch die Bewegung des Wassers in den Tanks entsprechend der Stärke des Seegangs kalibriert.

Die daraus resultierende Stabilität des Schiffes dient nicht nur dem Komfort der Schiffsbewohner. Ölplattformen müssen auch bei härtestem Seegang betrieben werden. Daher kann das Übersetzen vom Begleitschiff auf die Plattform unter Umständen sehr gefährlich sein.

„Am wichtigsten war es, die Effektivität und Sicherheit der Verbindung zwischen der Offshore-Anlage und der Gangway zu verbessern, die bis zu 55 Meter lang ist“, sagte Johannes Eldøy vom Unternehmen Salt, das das neue Schiff entworfen hat. Denn das Schiff solle sich in seiner Reaktion auf den Seegang möglichst wenig in vertikaler Richtung bewegen und gleichzeitig seine Position halten.

Um zu verhindern, dass sich das Schiff bewegt, installierten die Konstrukteure sechs GPS-kontrollierte Propeller, die sich um eine vertikale Achse drehen können und so für maximale Manövrierfähigkeit sorgen. Das Schiff soll im Juni 2015 ausgeliefert werden.

Kommentare

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  1. H.Gerlach sagt:

    Interessante Technologie, wenn sie dann auch so funktioniert.

  2. Ex Green sagt:

    Will auch haben!