Die Eurorettung gefährdet den Mittelstand

Die Haftung der EU-Nordstaaten für die Südstaaten und die Euro-Manipulation durch die EZB haben die Risiken verschärft, sagt Brun-Hagen Hennerkes, Chef der Stiftung Familienunternehmen. Der Weg aus der Schuldenkrise führe über ausgeglichene Haushalte und eine Rückkehr zu den Prinzipien der EU-Verträge.

Der Grundsatz in der EU müsse wieder heißen: „Europäisch, wenn nötig, national und regional, wenn möglich“, sagte Brun-Hagen Hennerkes, Chef der Stiftung Familienunternehmen, den Deutschen Mittelstands Nachrichten.

Denn vieles könnten die Mitgliedsstaaten genauso gut oder noch besser in Eigenregie erledigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel solle sich Großbritannien und den Niederlanden anschließen, die eine Überprüfung des EU-Aufgabenkatalogs gefordert haben.

Der Weg aus der Schuldenkrise führe über ausgeglichene Haushalte und eine Rückkehr zu den Prinzipien der EU-Verträge, so Hennerkes. „Dem Familienunternehmer ist jegliche Haftung für Schulden, die ein Dritter macht und auf welche er selbst keinen Einfluss hat, zuwider.“ Auch die Staaten dürften die Folgen der eigenen Misswirtschaft nicht bei den anderen EU-Staaten abladen.

„Es darf sich nicht in Richtung einer Transfer-Union entwickeln, in der die wirtschaftliche Dynamik nur aus einigen wenigen Ländern kommt. Die EU muss helfen, Europa als eine Wettbewerbsgemeinschaft konkurrenzfähig mit den aufstrebenden Teilen dieser Welt zu machen.“

Der Erwerb von Staatsanleihen durch die EZB und die niedrigen Zinsen hätten keine positiven Effekte für die Krisenländer gehabt, so Hennerkes. „Im Gegenteil: Diese Länder und leider auch viele Unternehmen und Organisationen stellen sich auf das billige Geld dauerhaft ein und bauen hierdurch mittelfristig größte Risiken auf.“

Das entscheidende Wachstum der großen deutschen Familienunternehmen finde heute nicht in Europa, sondern in anderen Regionen der Welt statt, sagt Hennerkes. Aus den Krisenländern der EU hätten sich manche Firmen in den vergangenen Jahren ganz zurückgezogen.

Kommentare

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  1. Morgo sagt:

    Die Wirtschaft ist gespalten,die multinationalen Konzerne sind für den Euro,der Mittelstand dagegen.Vor der Wahl hatte Herr Hennerkes offensichtlich nicht den Mut dies zu äußern.Tatsache ist,dass wir zu D-Markzeiten Weltmeister im Export waren,jetzt sind wir auf Platz 3 abgerutscht.Auch haben die Exporte unter dem Euro in EU-Staaten kontinuierlich abgenommen.Der Euro ist ein Projekt der Großbanken,um Staaten zu erpressen.

  2. Stefan Wehmeier sagt:

    „Der Weg aus der Schuldenkrise führe über ausgeglichene Haushalte und eine Rückkehr zu den Prinzipien der EU-Verträge, so Hennerkes.“

    Aber sicher, Herr H., das klappt ganz bestimmt:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/schuldenbremse-und-wachstum.html

    Vor allem deshalb, weil unsere Politiker die Soziale Marktwirtschaft verstehen…

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/08/personliche-freiheit-und-sozialordnung.html

    …und nicht erst bei Adam und Eva anfangen müssen, um überhaupt irgendetwas zu verstehen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/09/adam-und-eva.html

    Und sollten sich dennoch ein paar Wissenslücken zeigen, können sie ja den (Un-)Sinn befragen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/der-unsinn-antwortet.html

  3. Roberto sagt:

    Na endlich gibt es noch mehr Menschen die klar denken können. Diese Aussage hätte
    vor der Bundestagswahl erfolgen sollen. Allerdings hatten diese Herren vermutlich die
    Hosen voll. Die AFD hat eine klare Ansage gemacht und die 5 % fast erreicht.
    Roberto

  4. maus sagt:

    Die Euro Rettung gefährdet nicht nur den Mittelstand,sondern alle Bürger der EU Staaten ! Die Politiker aller EU Staaten werden zunehmend unter Druck gesetzt von der Finnanz Elite die hinter den Banken stehen ! Und wenn sich jemand mal die Mühe macht die Berater der Politiker anzusehen wird man feststellen aus welchem Sektor Sie kommen ,und da wird einem klar warum die Politiker Ihre Entscheidungen statt am eigenen Volk ,sondern eher nach dem Willen aus Brüssel festmachen !

    http://www.IKnews.de/goldman sachs;die(un)heimliche Weltmacht

    oder;

    Mario Draghi,Goldman Sachs und die Group of Thirty

    Das sollten sich alle mal durchlesen !

    • Mira sagt:

      @maus….Sie haben komplett Recht. Viele wollen aber nicht lesen, weil es ihnen noch zu gut geht.
      Leider verhaspeln sich auch zuviele immer nur in Details, wenn überhaupt ein Interesse da ist und sehen nicht die Dinge hinter den Dingen.
      Oben genannte Herren sind aber auch nur mit Macht ausgestattete Anweiser, die auch schon gut bezahlt sind.
      Den oder die eigentlichen „Besitzer“ nennt aber keiner.

  5. Cuibono sagt:

    Die große Koalition bringt die negativen Teile der Parteiprogramme zusammen.
    Steuererhöhungen für den Mittelstand + weitere Geldabpumperei in die Rettungssysteme zugunsten des zinsennehmenden Bankensystems.

    Weder die Wirtschaftsretter in der CDU ( keine Steuererhöhung) noch die in der SPD, die mehr soziale Umverteilung wollen, damit mehr Geld den Armen in Deutschland zukommt, werden ihr Ziel erreichen.
    Und das ist tragisch.

  6. Walter Kunz sagt:

    Was soll’s, die Hauptsache für Brüssel ist nur die Euro Rettung.