Rezession: Frankreich kann sich Wohlfahrtsstaat nicht mehr leisten

Die französische Wirtschaft kommt nicht aus der Rezession. Die französischen Departements können den Sozial-Staat nicht mehr finanzieren. Die Regierung will erneut die Steuern erhöhen. Es wird nicht reichen.

Das französische Sozialsystem schreibt tiefrote Zahlen. Daher wollen die Lokalregierungen (Departements), die den Franzosen die Grundsicherung (RSA) auszahlen müssen, nun die Steuern erhöhen. Doch auf der französischen Wirtschaft lastet schon jetzt der massive Druck von SteuernAbgaben und Regulierungen.

Die Kosten für die Grundsicherung werden dieses Jahr 8,74 Milliarden Euro erreichen, berichtet das WSJ. Das sind 46 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren, als die Arbeitslosigkeit in Frankreich noch bei 7,5 Prozent lag. Heute liegt dieArbeitslosigkeit bei 10,9 Prozent, rechnet die Vereinigung der Departements (ADF).

Bereits im vergangenen Jahr verzeichneten die Departements bei derGrundsicherung ein Defizit von mehr als 1,8 Milliarden Euro. Die Grenzen der Belastbarkeit dürften bald erreicht sein. Denn die Departements haben schon genug Probleme damit, die Leistungen für Behinderte und Alte auszuzahlen.

Um das französische Sozialsystem am Leben zu erhalten, sollen nun die lokalen Steuern auf den Erwerb von Immobilien erhöht werden. Die 101 Departements haben dazu bereits die Erlaubnis aus Paris erhalten. Dies könnte steuerliche Mehrbelastungen von bis zu 1,3 Milliarden Euro bringen.

Die Steuererhöhungen auf lokaler Ebene und die für das kommende Jahr geplanteErhöhung der Mehrwertsteuer werden die französische Wirtschaft zusätzlich belasten. Statt Investitionen möglich zu machen, leitet der Staat noch mehr Geldin das Sozialsystem um.

Kommentare

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  1. Fritz sagt:

    Frankreich wir zum Sargnagel der EU werden, verursacht durch weit überzogene Sozialleistungen un die Unfähigkeit zu Reformen. Zuvor werden allerdings viele, viele Milliarden deutscher Rettungsgelder vergeudet werden. Griechenland und die anderen Schuldenländer waren erst der Anfang vom Ende des Euro und der EU.

  2. My10Cent sagt:

    Wer ist schon so blöde in der EU Immobilien zu erwerben…

  3. Ulli Schaller sagt:

    Die Franzosen präferieren die europäische Arbeitslosenversicherung.

  4. Wolfberg sagt:

    Toll. Also wieder alles zurück auf Los, bzw. ins schöne 19. Jahrhundert, ohne Arbeitslosen-, Kranken- und Sozialversicherung. In die schöne Welt der Sozialromantik des Manchester-Kapitalismus! Weil, hey, wer sagte schon, dass alle Menschen Anrecht auf Zähne, Gesundheit und ein Dach über den Kopf hat! Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen!

    Mit Volldampf zurück ins Mittelalter. Am besten wieder Sozialsysteme a la Gutsherr: Leibeigen für etwas (angefaultes) Gnadenbrot, während andere 10 Villen, 20 Autos und eine Superjacht haben und sich den Kaviar hinten und vorne reinstecken! Klar.

    Ich sag euch, was wir uns nicht leisten können: Reiche Schmarotzer die mit Nichtstun (vulgo: Spektulation) Geld verdienen! DIE können wir uns nicht leisten. Geld, Obdach und Brot ist genug für alle da. Es wird nur (in den Worten meines alten PW-Lehrers) von den Millionären „versoffen, verhurt und verfressen“.

  5. Thomas Ziehe sagt:

    Steuererhöhungen sind das Manna der Sozis. Was anderes, wie zum Beispiel mal Effizenz, Reformen oder SPAREN fällt diesen Blödmännern NIE ein.

    Ein weiterer Sargnagel für die petite nation…

    • syssifus sagt:

      Nicht nur das,sondern auch die Nichtachtung der Vetorechte in der UN,propagiert der saubere Herr Hollande.Genau das hat er doch neulich, in einer Rede zum Angriff auf Syrien geäußert,leider wurde das in der dt.Presselandschaft nicht sichtbar !

  6. Hülsensack sagt:

    Und der nächste Kandidat zeigt was er zu „bieten“ hat.
    Das Erwachen wird bitter, daß wußten schon die alten Ritter.
    Wenn Europa sollte erwachen, wird es wohl fürchterlich krachen.