Amazon verlässt Deutschland: Zu viele Streiks, zu hohe Kosten

Amazon will fünf der acht Logistikzentren in Deutschland schließen. Die Streiks der vergangenen Monate und die Lohndiskussion sind dem Konzern nicht mehr genehm. Nun sollen in Polen und Tschechien Versandzentren eröffnet werden.

Amazon wird Deutschland teilweise verlassen. Die Debatte über die Bezahlung und die Arbeitszeiten ist dem Konzern zu anstrengend. Fünf der acht Versandzentren und zwei Kundendienst-Zentralen in Deutschland will der Online-Händler zum kommenden Jahr schließen. Dafür sollen in Polen und Tschechien neue Logistikzentren und Arbeitsplätze entstehen.

Amazon habe sich letzte Woche zu diesem Schritt entschieden, berichtet die polnische Zeitung Puls Biznesu mit Verweis auf ungenannte Quellen. Eine erste Kontaktaufnahme mit dem polnischen Wirtschaftsministerium und dem Ministerpräsidenten soll es bereits gegeben haben. Eine öffentliche Bekanntmachung gab es bisher nicht.

Als Grund für den Abzug aus Deutschland werden die Streiks der vergangenen Monate und die damit verbundene Forderung nach einer Lohnangleichung genannt. Zu Beginn des Jahres sorgte eine ARD-Dokumentation über die angeblichen Wohn- und Arbeitsverhältnisse der Leiharbeiter in deutschen Amazon-Logistikzentren für Aufsehen (hier). Im Sommer folgten dann Streiks. Im Juli beispielweise kam es zu Arbeitsniederlegungen in Bad Hersfeld. Sie forderten eine Bezahlung nicht auf dem Lohnniveau der Logistikbranche, sondern zu Konditionen wie im Einzel- und Großhandel.

Kommentare

Dieser Artikel hat 19 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. chickenrun sagt:

    bei dem „zu viele streiks in deutschland“ hätt ich mich auch fast weggeschmissen. diese seltsamen zeitgenossen, die zeigefingerschwingend disziplin, bescheidenheit und ordnung verlangen, aber das klar bloß von den arbeitern, die multis dürfen sich alles weiterhin in den rachen schaufeln. diese vögel sollten sich mal ne ordentliche darmspülung verpassen lassen oder ne zeitmaschine zurück in die vierziger nehmen, damals waren gewerkschaften ja verboten. wären sie es heut noch, hätten wir wahrscheinlich nach wie vor ne lebenserwartung von durchschnittlich fuffzig/sechzig jahren, wobei, bei dem schnellen tempo heute wahrscheinlich sogar weniger. – aber wahrscheinlich sinds beamte, die so gegen streiks daherlabern, die kennen ja den druck in der freien wirtschaft nicht und tun sich daher auch leicht mit dem quatschen.

  2. Streickbrechner sagt:

    Es wird Zeit , das mal jemand , dem Sauverein Verdi, die Grenzen aufzeigt. In Polen und Tschechien kann Verdi nichts mehr ausrichten. Die Waren werden dann wohl billiger werden. Ich würde alle 8 Zentrem umlagern. Selbstständigkeit in Deutschland ist nicht finazierbar und wenn doch , sind die Waren so teuer das man sie klauen muss um sie besitzen zu dürfen…

  3. Baxxter sagt:

    Hätte die eben was anständiges gelernt, dann müsste die nicht für solche Löhne arbeiten. Auf einen Kunden, der Amazon nun boykottiert, gibt es 10 denen es egal ist.
    Es sollte nicht die Aufgabe der Kunden sein ein Unternehmen zu „erziehen“. Dies sollte die Regierung machen.

  4. hurra sagt:

    es ist doch wundervoll anzusehn wie sich diese „unternehmen“ in europa selbst deinstallieren. jeder 5.-klässler kann sich doch ausmalen dass wenn ich in der eu nur noch hungerlöhne zahle über kurz oder lang meine käuferschicht wegbricht. die können das nicht… weil diese „firmen“ keinen emotional behafteten menschen gehören sondern investoren. dahinter stehen jp morgan, goldman sachs ect. für die zählen nackte zahlen. die sind so geschafft- die können sich menschliche schicksale und die damit verbundenen familiären reibungspunkte nicht vorstellen. einfach nur deswegen weil sie maschinen und keine menschen sind.

  5. Klaus Peter Panter sagt:

    Sollen Sie doch verschwunden die Amis, ist mir recht !

  6. Einweckglas sagt:

    Meine Wenigkeit boykotiert sowieso wo immer möglich Waren und Dienstleistungen asiatischer und amerikanischer Unternehmen…auch vor dem Hintergrund, dass ich hier in Spanien für ein amerikanischen Big Blue arbeite(n) (muss…mangels Alternativen). Leider ist das zwar nicht immer machbar, doch noch entscheide ich ja selbst über mein Konsumverhalten. Amazon? Apple? Starbucks? Kam nie in Frage… genau so wenig wie „Made in China“ oder „Made in Corea“! Prost!