Milchquote überschritten: Deutschland muss Millionen-Strafe zahlen

Zum 1. April 2015 soll die Milchquotenregelung in der EU abgeschafft werden. Dies ist jedoch kein Grund, nicht auch weiterhin Strafen zu verhängen, wenn Mitgliedsländer diese Quote überschreiten. Deutschland, Österreich, Dänemark, Polen und Zypern haben 2012/ 2013 ihre Milchquoten für...

Zum 1. April 2015 soll die Milchquotenregelung in der EU abgeschafft werden. Dies ist jedoch kein Grund, nicht auch weiterhin Strafen zu verhängen, wenn Mitgliedsländer diese Quote überschreiten. Deutschland, Österreich, Dänemark, Polen und Zypern haben 2012/ 2013 ihre Milchquoten für Lieferungen überschritten, teilte die EU-Kommission am Dienstag mit. Insgesamt müssen die fünf Länder dafür eine so genannte Überschussabgabe in Höhe von 46 Millionen Euro zahlen. Und das, obwohl andere Mitgliedsländer unter ihren Milchquoten für Lieferungen geblieben waren.

„Trotz der Quotenüberschreitung in diesen Mitgliedstaaten blieb die gesamte EU-Liefermenge jedoch deutlich (-6,0 %) unter der Gesamtquotenmenge (im Vergleich zu – 4,7 % für 2011/12). Zudem gingen die Niederlande bei den Direktverkäufen um 1100 Tonnen (1,4 %) über ihre Quote hinaus, so dass eine Abgabe von 301 000 EUR fällig wird.“

Deutschland hat seine Quote für Lieferungen um 0,1 Prozent (26.000 Tonnen) überschritten. Eine Überschussabgabe in Höhe von 7,2 Millionen Euro wird deswegen fällig.

An zwei Quoten müssen sich die Mitgliedsländer jeweils halten: eine für die Lieferung an Molkereien und eine für die Direktverkäufe ab Hof. Ausgehend von diesen erfolgt eine Aufteilung auf die Erzeuger im jeweiligen Land. 27,83 Euro beträgt die Überschussabgabe für 100 Kilogramm. „Sie muss von den Erzeugern im Verhältnis zu ihrem Anteil an dem entstandenen Überschuss entrichtet werden“, so die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland.

Die Abschaffung der Milchquote zum April 2015 wird von vielen unabhängigen Landwirten mit Nervosität aufgenommen. Der Bauernverband Schleswig-Holstein, der hauptsächlich die genossenschaftlich organisierten Milchbauern vertritt, begrüßt den Schritt jedoch – und sieht darin einen Schritt weg von einer zentralistischen Agrar-Politik:

„Mit dem Wegfall der Milchquote zum 31.03.2015 wird die Milchwirtschaft endgültig in den Markt entlassen. Damit haben weder Verbände noch Politik die Möglichkeit, grundsätzlich preisbestimmend in den Markt einzugreifen. Nach den Erfahrungen mit mehr als 50 Jahren europäischer Agrarpolitik wird deutlich, dass der Markt noch am besten in der Lage ist, die Entwicklung der Milchwirtschaft effizient auszurichten. Deshalb ist der Weg aus der Quote richtig und unumkehrbar.“

Kommentare

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  1. Hülsensack sagt:

    EU-Wahnsinn und Willkür pur, sag ich da nur.

  2. Michael sagt:

    Die sozialistische EU schlaegt mal wieder den Fleissigen auf die Schn….
    Deutschland soll mal wieder und wird mal wieder zahlen. Das aktive Wahlvolk hat diese Politik gerade wieder als gewuenscht bestaetigt.

    Da hiess es doch in einem anderen Artikel das Deutschland als eine der letzten „fetten Milchkuehe“ in der EU gemolken wird um es so auf das Ramschniveau der europaeischen Pleitelaender herunterzuziehen.

    Es ist den Ueberbuerokraten wichtig das die Fleissigen und Sparsamen auch arm werden. Das erkenne ich als Ex DDRler als Sozialismus. Auch in Kuba kann man es heute noch sehen was Sozialismus/Kommunismus immer war und ist:
    Zentralismus mit vielen Vorschriften, Rechtlosigkeit, verbreitete Unlust, Unvermoegen und vorallem Armut fuer Alle.

    Ich lebe in der Karibik in einem freien aber mehr oder weniger chaotischem Land.
    Hier feiern die Suedeuropaer Partys mit den von Deutschland „geschenkten“ Euros aus Versaille 2.0. Haetten die heute ihre Lira, Peseten und Francs koennten die sich jetzt weniger wie die Haelfte leisten oder haetten gar Probleme ihre Alters- oder Fruehrente ueberhaupt zu bekommen.

    Bloss kein Neid aufkommen lassen liebe deutsche Landsleute daheim!

  3. Stefan Wehmeier sagt:

    Jede Form von staatlicher Planwirtschaft führt sich am Ende selbst ad absurdum:

    Da für den Staat das Moment der Wirtschaftlichkeit, an das der private Unternehmer auf Gedeih und Verderb gebunden ist, als regelndes Prinzip ausscheidet, ist er nur allzu leicht geneigt, sein Beamtenheer zu vervielfachen, was natürlich den Ertrag der produktiven Arbeit herabdrückt. Denn im gleichen Maße wie das Heer der Bürokraten und Aufpasser anschwillt, muss die Anzahl der produktiv Arbeitenden zusammenschmelzen. Die Bürokratie überwuchert bald alles. Anstelle eines Kapitalisten im Privatkapitalismus, treten hundert Bürokraten im Staatskapitalismus, die heuschreckengleich die Wirtschaft überfluten, mit dem Ergebnis, dass vom Sozialprodukt auf den einzelnen Schaffenden noch weniger entfällt als vorher.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/irrtumer-des-marxismus.html

    Allgemeiner Wohlstand kann niemals in einer zentralistischen Planwirtschaft (Staatskapitalismus) und auch nicht durch eine wie auch immer geartete „staatliche Kontrolle des Marktes“ in einer kapitalistischen Marktwirtschaft entstehen, sondern einzig und allein durch die Befreiung der Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus, der Verwirklichung der echten Sozialen Marktwirtschaft, wie sie schon Ludwig Erhard anstrebte, aber aufgrund allgemeiner religiöser Verblendung noch nicht umsetzen konnte:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/wohlstand-fur-alle.html

  4. maus sagt:

    Überschreiten der Milchquote sind Stafgelder fällig ? Das ist echt krank ! Einerseits wird so viel Milch produziert wie möglich ,und anderseits wenn es zuviel ist werden Strafen angeordnet ? Die Tiere werden regelrecht krank gemacht nur damit sie solche Milchleistung erbringen !
    http://www.extremnews.com/die erschreckendewahrheit über die hohe milchleistung der kühe
    Weniger Milch dafür gesündere Kühe ! Besser für Uns ,besser für die Kühe ! Das steht nur eins im Wege die maßlose Gier !

  5. Nestor sagt:

    Da gehts nur um die MENGE der Milch, aber wie schauts um ihre BESCHAFFENHEIT aus?

    http://www.extremnews.com/berichte/ernaehrung/28d614901b09a93